Pebble Time Round: (K)eine runde Sache?

Es war seinerzeit wohl das größte und ambitionierteste Kickstarter-Projekt weltweit: die Pebble Smartwatch. Mit ihrem neuartigen Produkt traf das Team um Eric Migicovsky den Nerv der Nerd-Gemeinde und sammelte so 10 Millionen US-Dollar. Nun, zwei Jahre danach, hat das Start-Up-Unternehmen aus dem Silicon Valley mit der Pebble Time Round seine erste runde Uhr vorgestellt. Doch etwas entscheidendes fehlt: Der Wow-Effekt.

Überraschend hat Pebble die vierte Variante seiner Smartwatch vorgestellt. Sie soll als Ableger der Pebble Time auf den Markt kommen und trägt den Zusatz „Round“. Der Name ist dabei Programm, besitzt das Wearable Device doch erstmals ein rundes Display. Insgesamt legt das Start-Up-Unternehmen großen Wert auf das Design, was modebewusste Kunden ansprechen soll.

Die smarte Uhr kommt mit einer Höhe von 7,5 mm und einer Masse von 28 g daher. Hauptbestandteil ist ein farbiges E-Ink-Display, das 64 Farben darstellen kann und trotz permanenter Aktivität energiesparend arbeitet. Außerdem kommt eine LED als Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz, die bei schlechten Lichtbedingungen genutzt werden kann. Eine genaue Diagonale wie auch Auflösung nennt das junge Unternehmen nicht. Auf den Pressebildern fällt allerdings sofort der dicke Rahmen, im Fachjargon Bezel genannt, ins Auge. Das soll also modisch sein? Wohl kaum. Außerdem wird auf ein wasserdichtes Gehäuse verzichtet – es ist lediglich spritzwassergeschützt.

Ebenfalls enttäuschend ist die aufgrund der kompakten Bauweise resultierende Akkulaufzeit der Pebble Time Round. Zwei Tage werden angegeben – hier folgen die Amerikaner dem traurigen Trend der Konkurrenz aus dem Android- und Apple-Lager. Allerdings soll eine „Tagesladung“ innerhalb 15 Minuten auf der Smartwatch landen. Immerhin.

Kompatibel ist die Smartwatch sowohl mit Android als auch mit iOS-Geräten. Wer in den USA jetzt vorbestellt, soll sein Exemplar im November in den Händen halten können. In Europa soll das Gadget erst 2016 ausgeliefert werden. Design und Exklusivität haben dabei ihren Preis: Wie auch beim Schwester-Gadget Pebble Time ruft das Unternehmen aus Kalifornien happige 300 Euro auf. Gewählt werden kann zwischen verschiedenen Farb- und Bandvarianten.

Doch wo bleibt der Wow-Effekt, der noch bei den ersten Pebble-Geräten aufkam? Wo bleiben neue Funktionen? Nur am Design zu schrauben und die smarte Uhr in Form und Farbe zu verändern, ist wahrlich nicht der Stein der Weisen. Dabei „Pebble-Tugenden“ wie die Akkulaufzeit drastisch zu reduzieren, nur um das schlanke Design durchsetzen zu können, entspricht einfach nicht der Philosophie der visionären Jungunternehmer.

Quelle: Golem
Teaser & Image: Pebble

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.