Wie Spotify mein Musikhören verändert hat

Musikstreaming wird immer populärer. In Zeiten von immer besserer Mobilfunkverfügbarkeit und preiswerteren Mobilflatrates konnte Marktführer Spotify seine Kundenbasis ausbauen. Mittlerweile über 40 Millionen zahlende Hörer verzeichnet Gründer und Chef Daniel Ek. Auch ich persönlich bin großer Fan des schwedischen Dienstes und könnte mir heute ein Leben ohne ihn kaum vorstellen. Eine Ode an Spotify.

In punkto Auswahl schlägt Spotify jeden Plattenladen

Wisst ihr noch, früher, als man in den Plattenladen seiner Wahl geschlendert ist um das neue Album der Lieblingsband zu ergattern? Heute nutzen viele User die Vorzüge des Internets, kaufen Songs digital oder nehmen die Streaming-Dienste von Spotify und Co in Anspruch. Letztere finden bei immer mehr Menschen Verwendung. Auch wenn der schwedische Branchenprimus noch immer rote Zahlen schreibt, sind die Nutzerzahlen mehr als beeindruckend. 40 Millionen Menschen nehmen den Dienst zahlend in Anspruch, auf über 100 Millionen Smartphones ist die Mobil-App installiert. Auch auf meinem. Für mich zählt sie sowohl Mobil als auch am Desktop zu den meist verwendeten Anwendungen.

Gründe dafür gibt es viele. Da ist zu allererst die breite Auswahl zu nennen. Fast alle Interpreten, die ich mir auf die Ohren gebe, sind bei Spotify vertreten. Auch Independent-Künstler, die keinen Plattenvertrag besitzen, können ihre Musik auf der Plattform zum Hören bereitstellen. Über das Suchfeld können schnell und unkompliziert Bands, Alben, Genre und Playlists gesucht und angespielt werden. Das Kaufen der einzelnen Tracks entfällt, Wartezeiten sind Fehlanzeige. In bester Qualität kann die Musik sofort mit 320 kbit/s genossen werden. Lieblingskünstler und -songs sind mit einem Klick im Account hinterlegt und landen bei Bedarf auf den Geräten. Umfangreiche Filterfunktionen lassen mich schnell die Musik finden, die ich mir gerade anhören möchte.

Spotify ist dank Playlists das Mixtape 2.0

Für Stimmungsphasen lassen sich eigene Playlists erstellen. Auch wenn die Reihenfolge der Songs bis heute nicht änderbar ist, lassen sich so Songs verschiedener Künstler zu einem modernen Mixtape mischen. Auch das Teilen mit Freunden und Veröffentlichen für andere Nutzer ist möglich. Das geschieht auch von offizieller Seite: Die jeweiligen nationalen Abteilungen kreieren im Akkord neue Playlisten zu jedem Genre und jeder erdenklicher Stimmung. Das Hören bestimmter Songs lässt die Empfehlungen immer präziser werden, sodass bereits nach kurzer Zeit die angezeigten Listen dem eigenen Musikgeschmack angepasst sind. Das geht sogar so weit, dass Spotify einen persönlichen „Mix der Woche“ aus zum Großteil unbekannten Musikern erstellt.

Am Anfang war ich hinsichtlich des Inhalts skeptisch: Funktioniert das wirklich? Kann ein Algorithmus meinen vielfältigen Musikgeschmack knacken und mir entsprechende Künstler anzeigen? Heute kann ich sagen: Ja! Eines meiner ersten Amtshandlungen an einem Montagmorgen ist das Abspielen meines „Mix der Woche“. Jede Woche aufs Neue bin ich aufgrund der tollen Auswahl überrascht und starte gut gelaunt in den Montag. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dass man auch fernab der gehypeten Chartmusik interessante Künstler kennen lernt.

„Entdecken“-Feature ist das beste am modernen Musik-Streaming

Das geht auch manuell, indem man über den „Entdecken“-Reiter nach Interpreten schaut, die auf die zuletzt gehörte Musik passen. Die Datenbanken im Hintergrund sind mit allerhand Daten gefüttert, sodass sich für jeden Geschmack neue adäquate Musik finden lässt. Ein besonderer Service von Spotify ist der Reiter „Neuerscheinungen“, der wiederum zum wöchentlichen „New Music Friday“ mein erster Anlaufpunkt ist. Wer hat ein neues Album am Start und vor allem wie klingt es? Ohne Zwang kann hier in jedes neue Album reingehört werden. Gefällt einem die Platte nicht, hat man nicht umsonst Geld ausgegeben und kann unbeschwert in das nächste Album reinhören. Neueste Spotify-Funktion ist die Verbindung der Wochenmix-Funktion mit den Neuerscheinungen zum „Release Radar“. Dort werden 20 brandaktuelle Tracks aufgelistet, die zu den eigenen Vorlieben passen.

Fazit

Alles in allem finde ich das Paket, das Spotify für 9,99 Euro im Monat schnürt, mit seinem beträchtlichen Umfang richtig stark. Neben der großen Musikauswahl liebe ich besonders den Algorithmus im Hintergrund, der auf dem Punkt meinen Musikgeschmack erkennt und die passenden Songs anbietet. Das ist mir mittlerweile so viel Wert wie die Empfehlungen aus der Familie und dem Freundeskreis. Auch die von Spotify zusammengestellten Playlists bieten inhaltlich echte musikalische Filetstücke, die zum Großteil nicht in den traditionellen Medien wie dem Radio gespielt werden. Wer darauf steht, kann sich natürlich auch die Charts auf die Ohren geben. Aber mal ehrlich: Es gibt doch viel mehr talentierte Künstler, die es Wert sind entdeckt und gehört zu werden. Genau das ermöglicht Spotify.

Spotify ist nicht euer Ding, dann probiert doch mal Deezer.


Image by Spotify


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.