Von Las Vegas in deine Hand: Die Smartphone-Highlights der CES 2017

Was in Vegas geschieht, bleibt nicht immer in Vegas: Auf der weltgrößten Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) haben einige Smartphone-Hersteller Geräte präsentiert, die schon bald überall für Furore sorgen könnten. Wir fassen die Highlights und Neuheiten zusammen. (Hier geht es zu den irrsten Gadgets der CES 2017.)

Asus Zenfone AR: Tanzt Tango in Augmented Reality

zenfone-ar-zs571_front-and-backEin großes Thema auf der CES ist virtuelle (VR) sowie erweiterte Realität (AR). Der taiwanische Hersteller Asus hat mit dem Zenfone AR sein erstes Tango-Smartphone präsentiert. Tango – dabei handelt es sich um das Google-eigene Projekt zur Entwicklung von Geräten mit Augmented-Reality-Funktionen.

Die Elektronikexperten verpacken die nötige Technik in einem 159 x 78 x 9 mm messenden Gehäuse in Kunstlederoptik. Das 5,7 Zoll große AMOLED-Display löst mit 2.560 × 1.440 Pixel, also WQHD auf. Als Prozessor kommt der tango-optimerte Qualcomm Snapdragon 821 Quad-Core-SoC zum Einsatz.

Eine mobile Premiere feiern die 8 GB an Arbeitsspeicher, die erstmals in einem Smartphone integriert sind. Der interne Speicher beträgt je nach Ausführung bis zu 256 GB, wobei unklar ist, welche Versionen nach Deutschland kommen. Per microSDXC-Karte lässt sich die Kapazität allerdings problemlos um bis zu 256 GB erweitern.

Kernstück des Mobiltelefons ist das Kamerasystem. Es besteht aus drei Modulen: Das Hauptmodul zur Aufnahme von Fotos und Videos löst mit 23 Megapixel auf, besitzt eine f/2.0-Blende sowie einen optischen Bildstabilisator in 4 Achsen. Ein zweites Modul kümmert sich um das Tracking von Bewegungen, ein drittes um die Tiefenmessung. Damit lassen sich Räume erfassen und Zusatzinformationen über das Display einblenden. Das TriCam genannte Asus-System baut dabei besonders flach auf. Natürlich ist das Gerät auch für Googles VR-Plattform Daydream zertifiziert.

Die Akkukapazität ist mit 3.300 mAh im Hinblick auf die ressourcenfressende AR-Technik durchschnittlich bemessen. Auf dem Zenfone AR läuft die neueste Android Version 7.0 Nougat inklusive der herstellereigenen Nutzeroberfläche Zen UI. Zum Marktstart und den Preisen schwieg sich Asus aus. Wir finden das Konzept sehr spannend und freuen uns schon jetzt auf Testgeräte.

ZTE Hawkeye: Hört auf jeden Blick

zte-hawkeyeZTE hat auf der CES 2017 seine Vision der neuartigen Smartphone-Interaktion vorgestellt. Das „Hawkeye“, das bereits seit einiger Zeit unter dem Namen „Projekt CSX“ (Crowd Source X) durch die Techmedien geistert, zeichnet sich durch eine neuartige Augensteuerung aus. Ohne die typische Wischgeste können Inhalte allein durch das Bewegen der Augen durchscrollt werden. Realisiert wird das über eine hochauflösende Frontkamera und die Detektierung der Irisbewegung. Eine Software übersetzt die Bewegung in die entsprechenden Befehle. Mittels Sprachsteuerungen gelingt die Navigation zwischen verschiedenen Seiten. Doch damit nicht genug: Ein spezielles selbsthaftendes Case ermöglicht die Montage des Android-Telefons an Wänden, Fenster oder etwa Spiegel.

Obwohl das Crowdfunding-Projekt über Kickstarter noch läuft, hat der chinesische Hersteller bereits weitere Informationen über die weiteren Spezifikationen veröffentlicht. Demnach soll das Hawkeye mit einem 5,5 Zoll großen FullHD-Display, einer Dual-Kamera (nicht im Design-Entwurf dargestellt), HiFi-Audio sowie einem Fingerabdrucksensor daher kommen. Des Weiteren soll der Speicher erweiterbar sein und der Akku über eine Schnellladefunktion verfügen. Als Betriebssystem soll selbstverständlich Android 7.0 Nougat installiert sein. Gelingt die Kickstarter-Finanzierung von 500.000 US-Dollar, so sollen erste Smartphones im September ausgeliefert werden. Förderer erhalten das Gerät bereits für 199 US-Dollar.

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ZTE will beim Hawkeye eine neuartige Augensteuerung einsetzen.

Honor 6X: Potentes Teenie-Phone

Der Hersteller Honor hat sich auf die Fahne geschrieben, preiswerte Mobiltelefone für Millennials zu entwickeln. Mit dem 6X hat die chinesische Huawei-Tochter in Las Vegas ein 5,5 Zoll großes Mittelklasse-Telefon zum Kurs von 250 Euro vorgestellt. Das Display löst mit FullHD, also 1.920 x 1.080 Pixel auf. Unter der Kunststoff-Haube steckt der Kirin 655 Octa-Core-Prozessor sowie 3 GB Arbeitsspeicher. Der interne Speicher beträgt 32 GB, die per microSDXC-Karte erweitert werden können.

Großen Wert legt der Hersteller auch auf die Kamera: Erstmals kommt eine Dual-Kameraeinheit zum Einsatz, die Tiefeninformationen speichert und nachträgliches Justieren des Fokus erlaubt. Die Auflösung der Hauptkamera beträgt 12 Megapixel (+ 2 Megapixel Tiefenkamera), die Blende kann als Weichzeichner-Effekt zwischen f/0.95 und f/16 variiert werden. Auf der Frontseite befindet sich für Selfies ein 8-Megapixel-Modul mit 77 Grad Weitwinkel. Auf der Rückseite wurde zudem ein schneller Fingerabdrucksensor integriert, der das Gerät innerhalb von 0,3 Sekunden entsperren soll.

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Erstmals baut Honor in ein 250-Euro-Phone eine Dual-Kamera.

Mit 3.340 mAh ist die Akkuleistung mehr als ordentlich, Honor verspricht bei normaler Nutzung eine Laufzeit von über zwei Tagen. Dank Fast Charge mit 5V/2A-Netzteil ist der Energiespeicher schnell wieder aufgeladen. Als Betriebssystem kommt Android 6.0 sowie die herstellereigene Nutzeroberfläche EMUI 4.1 zum Einsatz. Zum Marktstart kann zwischen den Gehäusefarben Silber, Grau und Gold gewählt werden. Im Store von Huawei und Honor ist das Gerät als ausverkauft markiert. Andere Online-Händler nennen als Lieferzeit drei Wochen.

Samsung Galaxy A3 und A5 (2017): Edle Mittelklasse-Geräte

Etwas hochwertiger als das Honor 6X kommen die beiden neuesten Mittelklasse-Modelle des südkoreanischen Herstellers Samsung daher. Die A-Modelle erhalten für das Modelljahr 2017 einegelungenes Upgrade in Sachen Design und Performance.

Das Gehäuse aus Glas und Metall beherbergt wahlweise eine 4,7 Zoll (A3) oder 5,2 Zoll (A5) großes AMOLED-Display. Die Auflösung beträgt beim A3 lediglich HD (1.280 x 720 Pixel), das A5 kommt mit FullHD (1.920 x 1.080 Pixel) daher. Auch in den weiteren Spezifikationen unterscheiden sich die beiden Schwestergeräte. Das kleinere A3 kommt so beispielsweise mit einem Exynos Octa-Core-Prozessor mit 1,6 GHz Taktleistung sowie 2 GB Arbeitsspeicher daher. Der interne Speicher beträgt nicht mehr zeitgemäße 16 GB, erweiterbar per microSD-Karte um 256 GB. Im A5 werkelt immerhin ein Exynos Octa-Core-Prozessor mit 1,9 GHz Taktleistung sowie 3 GB RAM. Für Daten und Apps stehen 32 GB interner, erweiterbarer Speicher zur Verfügung.

samsung-galaxy-a3-a5-apKameratechnisch kommen mit 13 (A3) und 16 (A5) Megapixel auflösenden Kameramodulen mit f/1.9-Blende lichtstarke Exemplare zum Einsatz. Auf der Front integriert Samsung für Selfies ein 16 bzw. 8 Megapixel auflösendes Linsensystem.

Beide Geräte verfügen über einen Fingerabdrucksensor, der sich im Homebutton befindet. Zudem sind sowohl Galaxy A3 als auch A5 nach IP68 zertifiziert und somit staub- und wasserdicht. Der Akku bietet beim kleineren Modelle lediglich 2.350 mAh Kapazität. Beim A5 integrieren die Südkoreaner einen 3.000 mAh leistenden Akku. Dank USB-C und Schnellladefunktion sind die Energiespeicher schnell wieder vollständig geladen.  Als Betriebssystem kommt bei beiden Mittelklasse-Telefonen Android in Version 6.0 Marshmallow inklusive der Samsung-Oberfläche TouchWiz zum Einsatz.

Das Samsung Galaxy A5 wird für eine unverbindliche Preisempfehlung von 429 Euro und das Galaxy A3 für 329 Euro ab dem 3. Februar 2017 verfügbar sein. Zum Marktstart kann zwischen den Gehäusefarben „black-sky“, „gold-sand“ und „blue-mist“ gewählt werden.


Images by Manufacturers; adapted by Jonas Haller


Hier stellen wir die irrsten Gadgets der CES 2017 vor.

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.