Angetestet: Das Sony Xperia XZs dreht beeindruckende Ultra-Zeitlupen

Ein 4K-Display und den Top-Prozessor Snapdragon 835 wie das Xperia XZ Premium hat es zwar nicht. Aber auch das zweite neue Highend-Smartphone von Sony hat es in sich. So eine gute Ultra-Zeitlupe, wie mit der Smartphone-Kamera des Sony Xperia XZs gelingt, habe ich noch nicht gesehen. Die Funktion hat mich auf dem Mobile World Congress (MWC) extrem begeistert. Hier meine ersten Eindrücke.

Kameramodul des Xperia XZs bietet Ultra-Zeitlupe

Das Kameramodul im XZs ist das gleiche wie das im Xperia XZ Premium und nutzt einen neuen dreilagigen, 1/2,3 Zoll großen CMOS-Sensor mit 19 Megapixel Auflösung. Dank zusätzlicher „Puffer-Lage“ ist das Kameramodul des Xperia XZs zu sehr, sehr schnellen Datenausleseraten in der Lage. Es ermöglicht dadurch die Aufnahme von Ultra-Zeitlupenvideos mit 960 Bildern pro Sekunde bei einer HD-Auflösung in 720p. Andere Smartphones bringen schon Zeitlupen mit 120 Einzelbildern pro Sekunde an ihre Rechengrenzen. Das Resultat sind Zeitlupenaufnahmen, die viermal so langsam sind wie zum Beispiel auf dem Google Pixel oder iPhone 7.

Wie das aussieht, zeigt das folgende Beispiel-Video von Sony sehr anschaulich. Zwar wurden die Aufnahmen des Clips mit dem anderen neuen Modell, Xperia XZ Premium, gedreht. Allerdings ist das Kameramodul das gleiche wie im von mir getesteten Xperia XZs.

Zeitlupen-Videos zu drehen erfordert Übung

Ich habe das Feature beim MWC ausprobiert – die Ergebnisse sind beeindruckend. Sony hat das Feature recht clever in die Kamera-App integriert: Während einer normalen Videoaufnahme kann ein Button gedrückt werden, der kurzzeitig die Zeitlupe aktiviert. Das funktioniert zum Beispiel toll bei Sportaufnahmen. Eine action-geladene Szene kann in Zeitlupe dargestellt werde, der Rest wird dann in Normalgeschwindigkeit abgespielt.

Allerdings ist auch etwas Übung vonnöten, denn die Aufnahmezeit ist auf ganze 0,18 Sekunden limitiert. Das Timing muss stimmen, sonst geht der Effekt verloren. Wenn das Videomaterial dann bei 30 Bildern pro Sekunde abgespielt wird, ergibt sich eine Abspieldauer von ungefähr 5,7 Sekunden.

Highend-Hardware für tolle Performance

Von der Kamera abgesehen ist das Xperia XZs weitgehend mit dem vorherigen Xperia XZ identisch. Der Prozessor Snapdragon 820 bietet gute Performance. Mit der Metallhülle und abgerundeten Kanten liegt das Xperia XZs angenehm in der Hand und fühlt sich sehr wertig an. Wie schon bei den Vorgängermodellen ist das Gehäuse zudem wasserdicht. Man muss sich am Strand oder auf der Kanufahrt also keine allzu großen Sorgen machen. Ein in den Power-Button integrierter Fingerabdruckleser und ein 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang sind auch mit an Bord.

Xperia XZs
Das wasserdichte Metallgehäuse fühlt sich sehr wertig an. Image by Lars Rehm

Die Full-HD-Auflösung (1080p) des Displays ist der Größe von 5,2 Zoll angemessen. Zudem ist das Bild ist scharf und auch bei seitlicher Betrachtung noch angenehm hell. Allerdings sind die Bildschirmränder beim XZs deutlich breiter als bei manchem Konkurrenten, was auch die Gesamtabmessungen des Gerätes etwas anschwellen lässt.

Xperia XZs
Der Fingeradruckleser ist in den Power-Button-integriert. Image by Lars Rehm

Trotzdem bietet das Xperia XZs ein durchaus überzeugendes Gesamtpaket und sollte viele Freunde unter den Android-Nutzern finden. Es wird ab Anfang April 2017 in den Farben Eisblau, Schwarz und Silber erhältlich sein und 649 Euro kosten.

Wollt ihr nicht so lange auf auf das Xperia XZs warten, stelle ich euch in einem anderen Text drei gute Smartphones für Zeitlupenvideos vor.


Images by Lars Rehm


 

About Lars Rehm
Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.