Alle 8ung, Samsung! Das können die neuen Flaggschiff-Smartphones Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus

Jetzt will es Samsung wissen. Nach dem Elend der vergangenen Monate setzt der Smartphone-Marktführer ein Zeichen und bringt nicht ein, sondern gleich zwei neue Flaggschiff-Geräte heraus: das Galaxy S8 und das größere Galaxy S8 Plus. (Für die ausführlichen Specs ließ hier weiter, ansonsten geht es, hier zu unserem Kurztest.)

Das Duo tritt an, um sowohl Android-Herausforderer Huawei mit seinem P10 und Mate 9 als auch Apple mit seinem sehr erfolgreichen iPhone 7 Plus in die Schranken zu weisen. Zudem belastet Samsung die Hypothek des explosiven Akku-Debakels um das Galaxy Note 7. Daher strotzen die neuen Spitzen-Smartphones nicht nur vor lauter Top-Hardware, sondern sollen auch durch physische Größe beeindrucken.

Super-Phablets mit gigantischen Maßen

Von Smartphones kann eigentlich keine Rede mehr sein. Angesichts ihrer fast schon tablet-ähnlichen Größe gehören beide Geräte in die hybride Kategorie der Phablets. Das Display des kleineren Galaxy S8 erstreckt sich auf einer Diagonale von 5,8 Zoll (14,65 cm). Das größere Galaxy S8 Plus bietet sogar ein gigantisches 6,2-Zoll-Display (15,81 cm). Zum Vergleich. Das S7 (5,1 Zoll) und das S7 edge (5,5) Zoll waren deutlich kleiner. Selbst das relativ riesige Huawei Mate 9 (5,9 Zoll) wird von der Plus-Variante übertrumpft. Offenbar soll das neue Duo damit rein physisch die Lücke schließen, die das zurückgerufene Galaxy Note 7 riss.

Galaxy S8
Das Display bedeckt einen überaus großen Teil der Frontseite. Image by Samsung

Auch am Seitenverhältnis hat Samsung geschraubt. Beide Geräte sind etwas höher als üblich. Dadurch entsteht ein sehr hochformatiges Seitenverhältnis. Dies erinnert uns an das 18:9-formatige LG G6, mit dem der koreanische Rivale den MWC gerockt hat.

Rahmenloses Display mit HDR-Fähigkeit

Der Bildschirm vom S8 und S8 Plus nimmt fast die ganze Fläche der Front ein. Einen klassischen Rahmen, auf Englisch „Bezel“ genannt, gibt es nicht mehr. Daher spricht Samsung vom „Infinity Display“. Robustes Corning Gorilla Glas 5 auf Vorder- und Rückseite soll das gute Stück vor Kratzern und Bruchschäden schützen.

Vom Display-Spezialisten Samsung erwarten wir nichts Geringeres als eine galaktisch gute Bildqualität. Knackscharf dürften die Displays auf jeden Fall sein. Beide Geräte lösen in Quad HD+ auf (2.960 x 1.440 Pixel). Das ergibt eine überaus hohe Pixeldichte von 570 ppi beim S8 und 529 ppi beim S8 Plus. Gerade für Spiele und Filme in Virtual Reality ist das von Vorteil. Passenderweise hat Samsung daher auch eine neue Brille seiner „Gear VR“-Reihe samt passendem Controller vorgestellt. Auch die 360-Grad-Kamera Gear 360 erhält einen Nachfolger.

Wie auch das kürzlich vorgestellte Galaxy Tab S3 können die beiden neuen Smartphones Filme und Serien in HDR darstellen. Allerdings sind ihre Displays noch einen Tick besser als das des Tablets. Daher haben sie als erste Mobilgeräte überhaupt von der Branchenorganisation UHD Alliance das  „Mobile HDR Premium“-Zertifikat erhalten.

Wie auch schon die Vorgänger-Generation verfügen die beiden S8 über ein „Always On“-Display. Daher zeigen sie auch bei eigentlich verdunkeltem Bildschirm noch Informationen wie Datum und Uhrzeit an.

Bixby: Samsung hat jetzt auch einen Sprachassistenten

Nach Apple, Amazon, Google und Microsoft bietet auch Samsung seinen Nutzern jetzt einen Sprachassistenten. Bixby heißt er. Er lässt sich per Knopfdruck aktivieren und dann per Sprachkommando, Touch-Geste und Texteingabe bedienen. Bixby nutzt maschinelles Lernen, um den Smartphone-Nutzer immer besser mit personalisierten Informationen zu unterstützten. Dabei soll Bixby App-übergreifend kontextbasierte Hilfe ermöglichen.

Galaxy S8
Der Sprachassistent Bixby soll Nutzern künftig die Bedienung erleichtern. Image by Samsung

Zum Start funktioniert Bixby mit Samsung-eigenen Apps, darunter die für die Kamera, die Kontakte, Bildergalerie, SMS und Einstellungen. In naher Zukunft sollen auch Entwickler von Drittanbietern den Sprachassistenten in ihre Apps integrieren können. Was Bixby sonst so drauf haben wird, erklären wir hier.

Leider wird Bixby zunächst nicht in Deutschland erscheinen, sondern erst in englischsprachigen Ländern. Wann Samsungs Assistent zu uns kommt, steht noch nicht fest.

Rechenpower satt für Hardware-hungrige Games

Angesichts dieser Display-Größe eignen sich die neuen Flaggschiff-Handhelds als Spielemaschinen. Die Rechenpower gibt das locker her. Samsung verbaut jeweils den Oberklasse-Prozessor Exynos 8895 aus der hauseigener Chip-Schmiede. In beiden Fällen treiben acht Prozessorkerne die Recheneinheit an. Davon takten vier Kerne mit 2,3 Ghz und vier Kerne mit 1,7 Ghz. Mit einem 4 GB (LPDDR4) starken Arbeitsspeicher reizt Samsung nicht das maximal Machbare aus. Sofern gut auf einander abgestimmt, dürfte die Rechen-Hardware jedoch zur Spitze der Benchmarks zählen. Damit komplexe 3D-Spiele besonders detailreich und realistisch aussehen, wird die Grafikschnittstelle Vulkan unterstützt.

Akkus laden auch kabellos sehr schnell

Bei der Energiedichte der Stromspeicher setzt Samsung keine neuen Maßstäbe, bietet aber Oberklasse-Kapazitäten. Der Akku leistet 3.000 mAh beim S8 und 3.500 mAh beim S8 Plus. Ein Clou ist die Auflade-Technologie. Beide Geräten unterstützen das hauseigene „Fast Charging“ – selbst wenn sie kabellos über Induktionsladegeräte aufgetankt werden. Bisher ging das nur bei kabelgebundenem Aufladen.

Keine Dual-Kameras

Vom Trend zur Dual-Kameras bei den Rivalen Huawei und Apple lässt sich Samsung nicht provozieren. So kommen die S8-Modelle ohne eine inzwischen sehr in Mode kommende zweite Hauptkamera. In punkto Auflösung zieht Samsung eine rauschärmere Bildqualität dem Pixelwahn vor. Daher löst die Hauptkamera weiterhin mit 12 Megapixeln auf. Ein optischer Bildstabilisator und die Dual-Pixel-Technologie sind ebenfalls an Bord. Dual Pixel heißt diese deshalb, weil alle Pixel sowohl Licht aufnehmen als auch die Entfernung messen. Dadurch soll die Kamera sehr schnell scharf stellen selbst bei schwachem Licht.

Galaxy S8
Die Hauptkamera des Galaxy S8 soll dank Dual-Pixel-Technologie auch bei schlechtem Licht sehr schnell scharf stellen. Image by Samsung

Auch die ohnehin sehr lichtstarke Fixblende von f1,7 behält Samsung bei beiden Geräten bei. Hingegen die Auflösung der Frontkamera schraubt Samsung im Vergleich zur Vorgänger-Generation von 5 auf 8 Megapixel hoch.

Ein Wimpernschlag entsperrt den Bildschirm

Samsung hat den neuen Flaggschiffen eine Reihe von Sensoren spendiert. Neben den üblichen Sensoren sind auch ein Barometer, ein Pulssensor und ein Fingerabdrucksensor an Bord. Highlight ist ein Iris-Scanner. Wie bereits beim Galaxy Note 7 können Besitzer des S8 (Plus) ihr Gerät entsperren, indem sie in die Frontkamera blicken. Ein Sensor erkennt das Muster der Iris und gibt den Bildschirm frei.

Galaxy S8
Wie schon beim Galaxy Note 7 baut Samsung auch in den beiden S8-Modellen einen Iris Scanner ein. Screenshot by Jonas Haller

Hart im Nehmen

Das S8 fällt dir ins Wasser? Kleine Spritztour durch die Wüste Gobi? Kein Problem. Beide neuen Phones sind nach dem IP68-Standard abgedichtet. Daher können Wasser, Staub und Dreck nicht eindringen.

Galaxy S8
Das Galaxy S8 Plus kommt in drei Farben. Image by Samsung

Erhältlich ab April in drei Farben

Das Galaxy S8 und das Galaxy S8 Plus werden ab dem 28. April 2017 in Europa ausgeliefert. Käufer können dann aus den Farbvarianten „Midnight Black“, „Orchid Gray“ and „Arctic Silver“ wählen. Schon jetzt lassen sich beide Geräte vorbestellen. Das Galaxy S8 kostet 799 Euro, das Galaxy S8 Plus 899 Euro.

Wir haben das Galaxy S8 und das S8 Plus noch an Ort und Stelle ausprobiert. Hier geht es zu unserem Kurztest. Auch an die Gear VR samt Controller haben wir in einem Kurztest Hand angelegt.


Images by Samsung; Screenshots by Jonas Haller


About Anton Knoblach
ist freier Producer und Colorist in Berlin und Mitgründer der Werbefilmproduktionsfirma unfourseen. Zu einem gelungenen Tag gehören für ihn Musik, gutes Essen und viel Abwechslung. Anton liebt Struktur, schnelle Technik und starke Bilder.