UE Wonderboom: Kompaktes Klang-Ei im Test

Für Klang-Enthusiasten hat der Osterhase der Logitech-Tochter Ultimate Ears in diesem Jahr etwas ganz besonderes im Gepäck: Mit dem Wonderboom präsentierte der Audio-Hersteller vor einigen Tagen einen portablen Bluetooth-Speaker, der durch seinen außergewöhnlichen Klang bei gleichzeitig guter Akkulaufzeit bestechen soll. Ich habe das farbenfrohe Gadget getestet und verrate euch, ob der Wonderboom den Kaufpreis von nicht einmal 100 Euro wert ist.

Design und Verarbeitung: Trendiger Lifestyle-Speaker

Der Lifestyle-Anspruch des Herstellers wird bereits bei der Verpackung deutlich. Der Karton besitzt eine poppige Papp-Banderole, die neben Produktinformationen auch die Features des Wonderboom veranschaulicht. Aber dazu später mehr. Im Inneren befindet sich neben dem Gadget selbst eine Schnellstartanleitung sowie ein MicroUSB-Kabel zum Laden des Akkus. Auf ein Netzteil verzichtet der Hersteller.

Der runde Wonderboom von Ultimate Ears geht in Sachen Form genau den Zwischenweg zwischen den Schwesterprodukten Boom und Roll. Mit Abmaßen von 10 cm in der Höhe und einem Durchmesser von 9,4 cm ist der Bluetooth-Speaker sehr kompakt und kann dank einer Masse von 425 g mobil eingesetzt werden. Das farbige, strapazierfähige und nach IPX7 wasserdichte Kunststoffgehäuse ist wie auch die anderen Geräte der Produktfamilie mit einem hochwertigen Textil bespannt. Darunter befinden sich jeweils zwei Hoch- und Tieftöner, die für 360-Grad-Klang sorgen.

Für den Transport oder die Fixierung steht auf der Oberseite eine praktische Schlaufe zur Verfügung. Dort findet sich zudem der etwas kleine Power- sowie der Pairing-Button. Das UE-Logo dient als Play-/Pause sowie Skip-Button. Damit spart der Hersteller intelligent zusätzliche Knöpfe. Die Schaltflächen für die Lautstärkeregelung sind auf der Geräteseite untergebracht. Hinter einer Abdeckung findet sich auf der Unterseite der MicroUSB-Anschluss. Leider verzichtet Ultimate Ears auf ein Mikrofon zum direkten Freisprechen bei Telefonaten. Die Verarbeitung ist typisch Logitech exzellent – nichts gibt ungewollt nach oder verformt sich und Nähte sind exakt verarbeitet.

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Auf der Oberseite des UE Wonderboom befinden sich drei Buttons. Image by Jonas Haller

Bedienung: Einfach und intuitiv

Das Pairing mit einem Bluetooth-Gerät wie einem Android-Smartphone geht wie üblich schnell von der Hand: Pairing-Button am Wonderboom drücken, auf dem Telefon nach neuen Bluetooth-Geräten suchen, verbinden – fertig! Anders als bei den (teureren) Roll- und Boom-Produkten steht im Play Store keine Android-App zur Verfügung, über die weitergehende Einstellungen wie ein Equalizer oder Party-Modus zu finden sind. Das schmälert das Nutzungserlebnis allerdings kaum. Im Gegenteil: Der Speaker ist damit für den Otto Normalverbraucher einfacher in der Bedienung. Einfach Musik-App öffnen und die Lieblingsmusik abspielen.

Für die schnelle Steuerung muss das Smartphone nicht zwingend aus der Tasche geholt werden. Über die Volume-Buttons kann schnell die Lautstärke variiert und per Druck auf das UE-Logo der Track pausiert werden. Ein zweifacher Druck auf den Button ermöglicht das Springen zum nächsten Song in der Playlist. Wer zwei Wonderboom sein Eigen nennt, kann diese miteinander verbinden und so für Stereo-Klang sorgen. Bis zu 33 Meter Reichweite verspricht Ultimate Ears. Je nach Umgebung sind das in der Praxis selbstverständlich weniger.

Erst nach rund zehn Stunden Laufzeit muss der UE Wonderboom an die Steckdose. Leider fehlt eine exakte Ladestandsanzeige. Der On/Off-Button wird lediglich rot bis der Speaker komplett ausschaltet. Zum Laden steht dann der nicht mehr ganz zeitgemäße MicroUSB-Anschluss zur Verfügung. Aufgrund des geringen Ladestroms ist der Energiespender erst in ca. drei Stunden wieder vollständig aufgeladen.

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Der MicroUSB-Anschluss ist unter einer Kappe versteckt. Image by Jonas Haller

Soundqualität: Mobiles Klangwunder

Soweit so normal. Für den großen Wow-Effekt hat jedoch die Soundqualität des Wonderboom gesorgt. Was Ultimate Ears aus den kleinen Lautsprechern herausholt, ist einfach phänomenal. Die Abstimmung zwischen den Frequenzen – 80 Hz bis 20 kHz werden wiedergegeben – ist ausgewogen, Bässe überraschenderweise druckvoll und Höhen klar. Schnell wird deutlich, dass ein Equalizer kaum vonnöten ist, um einen tollen Klang zu erreichen. Sowohl klassische als auch Rock- und Rap-Musik klingen im Hinblick auf die Baugröße hervorragend. Die maximale Lautstärke liegt mit 86 dB in einem sehr guten Bereich. Dann rauschen die verbauten Speaker aber zunehmend und minimales Plärren setzt ein. Der Wonderboom ersetzt nun einmal keine Heimkino-Stereoanlage.

Fazit: Wonderboom – der Name ist Programm

Bluetooth-Lautsprecher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Doch die Logitech-Tochter Ultimate Ears beweist mit dem Wonderboom einmal mehr, dass sie ganz vorn mitspielt im Audiosegment. Das Gesamtpaket aus extrovertiertem Design, geringen Abmaßen, Robustheit, guter Akkulaufzeit und natürlich Klangqualität ist am Markt einzigartig. Individualisten dürften sich zudem an der Verfügbarkeit von den sechs poppigen Farbdesigns „Cashmere“, „Phantom“, Lilac (Testgadget), „Stone“, „Subzero“ und „Fireball“ freuen. Einzig das Fehlen einer Companion-App samt Ladestandsanzeige und die lange Ladezeit sind Kritikpunkte. Insgesamt kann dem Gadget, das zu einer UVP von 99 Euro bei Amazon und allen großen Elektronikmärkten verfügbar ist, eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Weil der Wettbewerb so groß ist, gibt es natürlich auch Alternativen. Wenn ihr etwas weniger Geld ausgeben wollt, schaut euch mal den Test zum Dockin D Solid an. Der ist ebenfalls mobil, kostet mit rund 50 Euro aber nur die Hälfte des UE Wonderboom. Viel mehr Leistung bringt der Akku-Lautsprecher Harman Kardon Go + Play. Weil er aber deutlich größer ist, ist die Tragbarkeit etwas eingeschränkt. Mit rund 300 Euro ist der Harman Kardon Go + Play auch deutlich teurer.


Images by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.