Backup für Android: Vier Varianten der Datensicherung

Eine Sicherung der privaten Daten ist nicht nur auf dem heimischen PC oder Notebook sinnvoll. Ihr solltet es auch für euer Android-Smartphone in Betracht ziehen. Zwar gibt es einige Methoden für das androide Backup, doch nicht jede eignet sich für jeden Nutzer und Anwendungsfall. Ich habe die vier wichtigsten Varianten der Smartphone-Datensicherung unter die Lupe genommen und zeige Vor- und Nachteile auf.

Cloud: Daten automatisiert online speichern

Die wohl einfachste Variante ist das Online-Backup in der Cloud. Jedes Android-Telefon bringt von Haus aus eine tiefe Integration von Googles Speichermöglichkeiten mit. Zuerst ist das Adressbuch zu nennen, das wichtige Kontakte in einer Datenbank mit dem eingängigen Namen Google Kontakte speichert und mit dem Gmail-Konto verknüpft. Mit dem Account lassen sich zudem Kalendereinträge (Google Kalender) und E-Mails synchronisieren.

Außerdem bietet das Unternehmen mit Google Drive einen leistungsfähigen Online-Speicher, der Platz für Daten jeglicher Art bietet. Mithilfe der passenden Apps lassen sich Dokumente, Tabellen und Präsentationen sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Computer bearbeiten. Screenshots sowie Foto- und Video-Dateien finden in Google Fotos ihr zweites Zuhause. Wer auf die volle Auflösung der Schnappschüsse verzichten kann, erhält die Möglichkeit unbegrenzt speichern zu können. Ohne Komprimierung rechnet Google Bilder auf das begrenzte Google-Drive-Volumen an.

Nicht ganz unumstritten ist die Speicherung von Online-Daten und Passwörtern vom Google-eigenen Browser Chrome. Mit dem Account werden demnach Lesezeichen, besuchte Webseiten und eben auch sensible Daten an den Softwareriesen übermittelt. Eine praktische Backup-Funktion ist die Online-Speicherung der auf dem Smartphone installierten Apps. Bei einer Neueinrichtung lädt sich das neue Gerät die zuvor gesicherten Anwendungen direkt aus dem Google Play Store.

Google Account Synchronisation
In den Google-Einstellungen kann den unterschiedlichen Objekten die Lizenz zum Synchronisieren entzogen werden. Screenshot by Jonas Haller

Wie jeder Cloud-Dienst ist die exemplarisch genannte Google-Funktion in Sachen Datenschutz mit etlichen Fragezeichen behaftet. Überaus private Daten sollten deshalb nicht in die Hände des Unternehmens aus Mountain View abgelegt werden. Eine Möglichkeit zur privaten Speicherung mit Online-Anbindung bietet unter anderem OwnCloud an, welches Anton Knoblach näher untersucht hat.

SD-Karte: Speichererweiterung mit Backup-Garantie

Nutzer, die ein Smartphone mit SD-Karten-Slot besitzen, sollten beim Kauf direkt eine passende Speicherkarte hinzubestellen. Aktuelle Smartphones mit Android 6.0 und höher können neben App- und Foto-Dateien auch Teile des Betriebssystems auf den Speicherriegel auslagern. Dafür ist eine schnelle microSDXC-Karte nötig.

Beim Kauf ist deshalb auf Symbole auf Karte und Verpackung zu achten – denn Speicherkarte ist nicht gleich Speicherkarte. Neben der XC-Klassifizierung ist für einen flüssigen Datenaustausch zwischen System und SD-Karte mindestens eine U3-Kennzeichnung notwendig. Dank der garantierten konstanten Schreibgeschwindigkeit von nicht weniger als 30 MB/s steht selbst der Aufnahme von 4K-Videodateien nichts mehr im Wege. Greift am besten zu einer Karte von verlässlichen Markenherstellern wie zum Beispiel SanDisk, Toshiba, Samsung, Sony, Transcend und Lexar.

Daten sichern auf PC und externer Festplatte

Huawei HiSuite
Software wie HiSuite von Huawei ermöglicht den Datenaustausch mit dem PC. Screenshot by Jonas Haller

Die älteste, dafür aber nicht minder interessante Variante des Datenbackups ist das Kopieren auf den lokalen Windows-PC oder die daran angeschlossene fexterne Festplatte. Dafür muss das Android-Telefon lediglich per USB-Kabel mit dem stationären Computer verbunden werden. Bei den gebräuchlichen Smartphones von Samsung, Huawei, HTC und Sony öffnet sich dann ein Dialogfenster, über das der entsprechende Assistent direkt installiert wird.

Die meisten Hersteller bieten eigene Software dafür an. Zum Beispiel bei Samsung heißt sie Kies, bei Huawei heißt sie HiSuite. Der Aufbau der Programme ist simpel und erlaubt einen schnellen, zum Teil automatisierten Austausch von Kontakten, Kalendereinträgen sowie Fotos und Videos. Letztere lassen sich oftmals auch ohne jegliche Software-Unterstützung per Windows Explorer oder Finder auf den PC übertragen. Voraussetzung dafür ist lediglich die Installation des passenden Treibers im Hintergrund. Vom heimischen Computer lohnt sich die Sicherung auf ein externes Medium, da selbstverständlich auch PCs nicht vor plötzlichen Ausfällen gefeit sind.

USB-Stick: Daten-Austausch per OTG- oder Wireless-Stick

Wer öfters sensible Dateien zwischen verschiedenen Geräten austauscht, für den sind sogenannte OTG- oder Wireless Sticks eine spannende Lösung. Die Speichersticks mit On-The-Go-Funktion verbindet ihr einfach über den microUSB- oder USB-C-Anschluss mit dem Telefon. Unterstützt das Endgerät das OTG-Feature, bei dem das Android-Telefon als Host agiert, steht der Datenübertragung über einen Dateimanager wie Total Commander nichts mehr im Wege. Ein entsprechender USB-Stick besitzt auf der gegenüberliegenden Seite einen USB-A-Connector, über den er an PC oder Notebook angedockt werden kann.

Sehr empfehlenswert ist der schnelle Kingston DataTraveler microDuo, den ich vor einiger Zeit für HTC Inside testen durfte. Mit 32 Euro für die 64 GB Version sind die OTG-Sticks allerdings etwas teurer als „normale“ USB-A Sticks.

SanDisc Connect App
SanDisk bietet mit dem Connect Wireless Stick einen kabellosen Mobilspeicher samt App an. Screenshots by Jonas Haller

Nicht weniger komfortabel sind Wireless Sticks, wie der SanDisk Connect Wireless Stick. Sie zeichnen sich durch ein integriertes WLAN-Modul aus. Die Dateien werden also kabellos zwischen Smartphone und Mobilspeicher versendet. Die Hersteller bieten eigene Apps an, über die die Verbindung zum WLAN-Stick hergestellt wird.

Beim von mir getesteten SanDisk-Produkt funktioniert das schnell und zuverlässig. Selbst ein Passwort lässt sich setzen. Bei der Wiedergabe von hochauflösenden 4K-Videomaterial kommt das Gadget jedoch an seine Grenzen. Für den Otto Normalverbraucher reicht die Geschwindigkeit aber vollkommen aus. (Julia Froolyks hat sich den SanDisk Wireless Connect für die Applepiloten näher angeschaut.)

Einen Nachteil haben die Wireless Sticks: Sie besitzen einen internen Akku, der über den USB-Anschluss von PC oder Notebook geladen wird. Verbindet man den Speicherriegel nun öfters unterwegs mit dem Smartphone ist der Energiespeicher schnell leer und die Dateien können kabellos nicht mehr ausgelesen werden. Aufgrund der verbauten Technik sind sie zudem etwas teurer als OTG-Sticks. Mit 32 Euro für die 32 GB-Variante ist der Preis jedoch vertretbar.

Fazit: Besser man hat als man hätte

Smartphones sind für den Großteil von uns die Alltagsbegleiter Nummer 1. Umso tragischer, wenn sie verloren gehen oder einen Defekt aufweisen und Daten unwiederbringlich verschwunden sind. Soweit muss es allerdings nicht kommen. Mit den genannten Backup-Methoden lassen sich private Daten schnell und unkompliziert sichern. Welche dabei zum Einsatz kommt ist neben Geschmacks- auch Gewissenssache.

Ich etwa nutze sehr gern Google Fotos, lösche allzu private Bilder allerdings aus der Cloud. Auch Kontakte, Termine und Mails synchronisiere ich lieber mit einem anderen Anbieter, um nicht nur von einem Dienst abhängig zu sein. Große Datenmengen sollten ohnehin lokal auf SD-Karte, Festplatte oder USB-Stick gespeichert und verwaltet werden. Für Techgeeks ist die eigene OwnCloud eine spannende Alternative.

Übrigens: Möglichkeiten zur Datensicherung für Mac und iPhone erklärt euch Anton Knoblach hier.


Images by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas Haller studiert zurzeit Leichtbau an der Technischen Universität in Chemnitz. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen.