Huawei Matebook E: Schicker Surface-Konkurrent ausprobiert

Während das Android-System seine Stärken im Smartphone-Segment vollends ausspielen kann, sieht es im Tablet-Bereich eher mau aus. Für Besitzer von entsprechenden Mobiltelefonen eignen sich deshalb Geräte mit Windows 10 deutlich besser. Mit dem Huawei MateBook E hat der chinesische Mobil-Spezialist Huawei im Rahmen eines Launch-Events in Berlin einen starken Mitbewerber für den Branchenprimus Microsoft Surface Pro vorgestellt. Ich konnte mir das 2in1-Gerät für einen kurzen Praxistest genauer anschauen und verrate meine ersten Eindrücke.

An den richtigen Stellschrauben gedreht

Das Huawei Matebook E ist der Nachfolger des im letzten Jahr vorgestellten MateBook. Äußerlich halten sich die Änderungen in Grenzen: Die Dimensionen des 12-Zoll-Geräts sind mit 279 mm x 194 mm x 6,9 mm (ohne Tastatur-Case) ebenfalls wie die Masse von 640 g bzw. 1100 g (mit Tastatur) gleich geblieben. Das Display löst auch weiterhin mit 2.160 x 1.440 Pixel auf und bietet dank IPS-Technologie helle Farben sowie eine gute Ablesbarkeit.

Unter der Haube werkelt mit dem Core i5 ein Intel-Prozessor der 7. Generation, der ohne jeden Lüfter auskommt. Der Arbeitsspeicher liegt bei 4 GB, der interne Datenspeicher bei 256 GB. Das sollte im Alltag gut ausreichen. Für Videotelefonate steht eine 5 Megapixel Frontkamera zur Verfügung. Der Größe entsprechend guter Klang kann über die Stereo-Lautsprecher mit Dolby Audio Premium genossen werden.

Huawei Matebook E Tablet
Das Huawei Matebook E ist für ein 12-Zoll-Gerät sehr leicht. Image by Jonas Haller

Dank neuerdings zwei verbauten Wifi-Antennen soll der Empfang deutlich besser sein. Das konnte ich aufgrund der starken Netzauslastung beim Launch-Event selbstverständlich nicht ausprobieren. Weiterhin an Bord ist ein 4.430 mAh starker Akku, der für zehn Stunden Arbeiten Saft bieten soll und über den USB-C-Anschluss schnell geladen werden kann. Für ein sicheres Entsperren sorgt ein Fingerabdrucksensor, der sich wie beim Vorgänger zwischen den Buttons der Lautstärkewippe befindet. Schon beim Vorgänger funktionierte er tadellos.

Keyboard und Dock im Lieferumfang, Stylus kostet extra

Als Betriebssystem kommt wie bereits angedeutet Windows 10 64 Bit zum Einsatz. Durch das neue Creators-Update lässt sich der optional verfügbare Stylus noch effektiver nutzen. Er verfügt über 4.096 Druckstufen und ermöglicht so perfekt der Kreativität Ausdruck zu verleihen. Das funktionierte im Test prompt und flüssig. Zugleich ist der Pencil ein Presenter und ein Laserpointer und macht damit in Meetings eine gute Figur.

Stylus Huawei MateBook E
Der Stylus ist Stift, Presenter und Laserpointer in Einem. Image by Jonas Haller

Per weiterentwickeltem und im Lieferumfang enthaltenem MateDock 2 lässt sich das Gerät unkompliziert mit einem Projektor verbinden. Der Adapter besitzt dafür sowohl einen VGA- als auch einen HDMI-Ausgang. Zudem spendiert Huawei einen USB-A- sowie USB-C-Anschluss. Neu ist auch die Tastaturhülle, die dank Scharnier nun deutlich stabiler daher kommt und den Bildschirm bis zu 160 Grad neigt. Den beim Vorgänger noch fummelig ausgeführten Tablet-Anschluss hat Huawei zudem deutlich verbessert.

Huawei MateBook E kommt im Juni für 1.299 Euro

Bleibt noch die Frage nach Preis und Verfügbarkeit. Leider wird Huawei das MateBook E lediglich in einer Ausstattungsvariante nach Deutschland bringen. Neben den angesprochenen Daten kommt das Gerät in der Farbe Gold mit weiß/braunem Keyboard-Cover. Mein persönlicher Geschmack ist das nicht, da die weiße Tastatur vermutlich schnell dunkle Flecken bekommt. Der Preis liegt bei Marktstart Ende Juni bei saftigen 1.299 Euro. Wer nicht so viel Geld ausgeben will, sollte einen Blick auf das Yoga Book von Lenovo werfen, das wir vor einigen Wochen getestet haben.


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About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.