Honor 9: Das Mittelklasse-Flaggschiff im Hands-On

Huawei versucht mit seiner jugendlichen Online-Marke Honor weiterhin kräftig Marktanteile zu ergattern. In Berlin stellte der chinesische Hersteller nun das Honor 9 der europäischen Öffentlichkeit vor. Mit einem Premium-Prozessor, großem Speicher und einer Dual-Kamera definiert das Mobiltelefon die androide Mittelklasse neu. Ich war auf dem Launch-Event in der Bundeshauptstadt vor Ort und verrate meine ersten Eindrücke des Smartphones.

Rundes Design mit Glasrückseite

Huawei setzt beim Honor 9 die Designsprache des Vorgänger Honor 8 fort und integriert eine glattspiegelnde Glasrückseite. Im sauberen Zustand wirkt das Mobiltelefon dadurch sehr elegant. Trotzdem ist das Gehäuse sehr griffig, nicht rutschig. Allerdings zieht der Body Fingerabdrücke magisch an.

Die runden Kanten münden in einen Metallrahmen. Dort sind wie üblich Lautstärke-Wippe sowie Power-Button untergebracht. Außerdem befindet sich auf der linken Seite der Slot für SIM- sowie microSD-Karte. Die Front ziert neben dem 5,15 Zoll großen SLCD-Display mit FullHD-Auflösung ein Home-Button. Er beherbergt einen fixen Fingerabdrucksensor. Rechts und links davon finden sich zwei Softkeys, die frei konfigurierbar sind.

Die gläserne Rückseite bietet spannende Lichtreflektionen. Image by Jonas Haller

Prozessor aus dem Huawei Mate 9 und P10

Unter der Haube finden wir bekannte Technik aus den aktuellen Flaggschiff-Geräten des chinesischen Herstellers. So kommt der eigene Chipsatz HiSilicon Kirin 960 zum Einsatz, der sich durch eine hohe Performance bei gleichzeitig geringer Energieaufnahme auszeichnet. Ich konnte das Exemplar bereits im Huawei Mate 9 ausführlich testen und war von dem Prozessor sehr angetan. Auch Lars Rehm war vom Huawei P10 begeistert. Vor allem im Grafikbereich hat das Unternehmen ordentlich an Performance zugelegt.

Im Alltag stehen ihm je nach Ausstattung 4 GB oder 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Nach Deutschland kommt allerdings nur die kleine Variante. Das ist für ein Smartphone dieser Geräteklasse mehr als ausreichend und dürfte für flüssiges Arbeiten sorgen. Intern haben 64 GB an Apps und Daten Platz. Per microSD-Karte ist der Riegel um bis zu 256 GB erweiterbar.

Dual-Kamera fast wie aus dem Huawei P10

Auch in Sachen Kamera-Technik macht Honor einen Sprung. Wie auch der „große Bruder“ P10 von Huawei besitzt das Smartphone eine Dual-Kamera, dessen RGB-Sensor mit 12 Megapixel und Monochrome-Sensor mit 20 Megapixel auflöst. Das Linsensystem besitzt eine maximale f/2.2-Blende. Obwohl der Leica-Schriftzug fehlt, soll sich im Honor 9 ein sehr ähnliches Modul zum P10 befinden. Die Selfie-Kamera auf der Front bietet 8 Megapixel. Sie ermöglicht dank f/2.0-Blende lichtstarke Bilder. Erste Shots sahen sehr vielversprechend aus. Was die Knipsen wirklich leisten, werde ich im ausführlichen Test näher beleuchten.

Die Dual-Kamera das Honor 9 ist zoomfähig. Image by Jonas Haller

Für guten Sound sorgt ein Hi-Fi Audio-Chip. Der entsprechende Lautsprecher befindet sich auf der Geräte-Unterseite und bietet eine gute Audioqualität. Mit den richtigen Kopfhörern ausgestattet, lässt sich über den 3,5 mm Klinkenanschluss deutlich hochwertiger Musik genießen. Für 49 Euro bietet Honor ein passendes Monster-Headset an. Dass im Betrieb nicht der Saft ausgeht, ermöglicht der 3.200 mAh leistende Akku. Per LTE Cat 12 und WLAN ac können Daten aller Art aus dem Netz abgerufen werden. Auch Bluetooth 4.2, NFC und GPS sind selbstverständlich an Bord.

Android 7.1 mit Huaweis Emotion UI

Wie auch die Vorgänger läuft das Honor 9 mit der neuesten Android-Version inklusive der Nutzeroberfläche der Konzernmutter Huawei. Im aktuellen Fall ist das Android 7.0 „Nougat“ und EMUI 5.1. Mit dem Launch der neuen Oberfläche im Mate 9 wurde die Software deutlich entschlackt und auf Performance getrimmt. Auch im Honor 9 macht sich das bemerkbar. Menüs wechseln flüssig, Apps öffnen schnell. Kurzum: Das ist nicht mehr Mittelklasse, das ist schon fast Premium.

Die Nutzeroberfläche des Honor 9 ist stylisch gestaltet. Image by Jonas Haller

Erfreulich ist, dass Honor den Preis gegenüber dem Vorgänger Honor 8 nur minimal anhebt. Aus 399 Euro werden 429 Euro. Die ersten Kunden erhalten per Cash-Back-Aktion sogar 30 Euro Rabatt und landen bei der UVP des 2016er Modells. Damit eignet sich das Gerät perfekt als Einstiegsgerät in die Welt der Smartphones ohne auf High-End-Features und Qualität verzichten zu müssen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unerreichbar gut. Neben der Gehäusefarbe Glacier Silver, wie es auf den Fotos zu sehen ist, stehen Midnight Black und Sapphire Blue zur Verfügung. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich das Gerät im Alltag schlägt.


Images by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.