Angetestet: Das Honor 6A ist ein gutes „Startphone“ für Kinder und Jugendliche

Wisst ihr noch, welches euer erstes Handy bzw. Smartphone war? Meins war um das Jahr 2000 ein Alcatel One Touch Easy. Der alberne Knochen sorgte schon damals nicht für Ausflippung meinerseits und ist aus heutiger Sicht ein besserer Taschenrechner mit Telefon- und SMS-Funktion. Dennoch hat das Gerät sich in mein Gedächtnis eingeprägt, weil es Teil meiner Technik-Sozialisierung ist. Diesen Effekt peilt der Hersteller des neuen Einsteiger-Smartphones Honor 6A ebenfalls an. Von Honor als „Startphone“ für Kinder und Jugendliche vermarktet, soll das Modell im Alltag Allround-Qualitäten zum relativ schlanken Preis von 169 Euro bieten. Während eines Launch-Events in Berlin konnte ich ein Exemplar bereits antesten.

Heavy Metal fürs Real Life auf dem Schulhof

Beim Design verzichtet Honor ungeachtet des niedrigen Preises nicht auf den Einsatz von Metall. Das Honor 6A ist in einem robusten Ganzkörpergehäuse aus Aluminium eingefasst. Einen versehentlichen Sturztest aus einem Meter Höhe (sorry!) bestand das Gerät auf dem Launch-Event schadlos. Rangeleien auf dem Schulhof können Nutzer des Honor 6A also gelassen entgegensehen.

Honor 6A
Trotz des niedrigen Preises ist das Gehäuse aus Metall. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Trotz dieser Nehmerqualitäten ist das Honor 6A mit seinen 142 Gramm relativ leicht und mit 8,2 Millimetern für diese Preisklasse recht schlank. Wie für Honors hochwertige Verarbeitungsqualität üblich, sind ungleiche Spaltmaße und scharfe Kantenränder kein Thema. Die mattierte Rückseite liegt angenehm in der Hand und ist resistent gegen schmierige Spuren von Fingerabdrücken.

Honor 6A
Mit 8,2 Millimetern ist das Gehäuse schön schlank. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Kleines und feines aber etwas dunkles Display

Typisch für ein günstiges Smartphone, befindet sich auf der Vorderseite unter- und oberhalb des Displays viel Rand. Mit 5 Zoll Diagonale gehört das Display ohnehin schon zu den kompakteren im Smartphone-Markt. In der Praxis ist die tatsächlich nutzbare Fläche aber noch etwas geringer, weil die drei Android-Bedientasten im statt unterhalb des Display-Bereichs platziert sind.

Der Bildschirm stellt Inhalte in HD (1.280 x 720 Pixel) scharf und kontrastreich dar. Weil ein IPS-Panel verbaut ist, bleiben Farben und Leuchtkraft auch stabil, wenn ich von der Seite drauf schaue. Der Preisklasse entsprechend ist das Display aber generell nicht die hellste Leuchte auf dem Markt. Als ich es in einem gut beleuchteten Raum nahe eines Fensters an einem bewölkten Tag ausprobiere, wirkt es erst dann richtig schön hell, wenn ich den Regler auf maximale Leuchtkraft stelle.

Honor 6A
Das Display könnte etwas heller sein. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Schnell und ausdauernd genug für den Alltag

Als Betriebssystem kommt das verhältnismäßig aktuelle Android 7.0 zum Einsatz, angereichert um die hauseigene Oberfläche von Huawei und Honor, EMUI 5.1. Diese Software-Komponenten erwiesen sich in meinem kurzen Test ziemlich als gut abgestimmt auf die verwendete Rechenhardware. Auf Eingaben reagierte die Bedienoberfläche schnell. Flüssiges Scrollen auf aufwendigen Webseiten in Chrome waren ein Leichtes. Ob der verbaute Achtkern-Prozessor (Qualcomm MSM8937) und die 2 Gigabyte Arbeitsspeicher auch bei grafikintensiven Spiele-Apps klarkommen, konnte ich nicht testen.

Energie liefert ein in diesem Preissegment ungewöhnlich großer, 3.000 Milliampere fassender, fest verbauter Akku. Laut Honor ermöglicht er bis zu 12 Stunden HD-Videowiedergabe, 57 Stunden Musikhören und 10 Stunden Websurfen in 4G-Geschwindigkeit, ehe er wieder an die Steckdose muss.

Wer besonders viele Videos und Musikdateien auf seinem Smartphone speichert, wird mit dem 16 Gigabyte großen Nutzerdatenspeicher womöglich nicht auskommen. In dem Fall lässt sich der Speicher durch eine microSD-Karte mit maximal 128 Gigabyte Kapazität erweitern.

Honor 6A
Nutzer können entweder zusätzlich eine microSD-Karte oder eine zweite SIM-Karte einlegen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wenn ihr euch gegen eine Speichererweiterung entscheidet, könnt ihr den Steckplatz für eine zweite SIM-Karte nutzen. Das ist praktisch für alle, die mehrere Tarife kombinieren oder auf einer Auslandsreise eine lokalen Mobilfunkanbieter parallel nutzen möchten.

Gut ausgestattete Kamera-App

Mit dem Smartphone ordentlich fotografieren zu können, ist vielen Nutzern wichtig. Deshalb habe ich auch diesen Aspekt angetestet. Die Bildqualität der 13 Megapixel auflösenden Hauptkamera liegt auf dem Niveau vergleichbarer Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte. Sie gibt keinen Anlass zum Meckern. Selbst im Innenraum macht sie vernünftig belichtete, scharfe und kontrastreiche Fotos, soweit ich dies anhand des Smartphone-Displays beurteilen kann.

Unüblicherweise mit einem Phasen- statt einem Kontrastmessverfahren ausgestattet, soll die Kamera zudem sehr schnell automatisch scharfstellen. Mangels sich schnell bewegender Motive konnte ich das nicht überprüfen. Mit einer Blume in der Vase konnte ich den Autofokus natürlich nicht an seine Grenzen bringen.

Freunde von Selfies wird freuen, dass die 5 Megapixel auflösende Kamera einen „Beauty-Modus“ unterstützt, dessen Algorithmen Hautpartien automatisch glätten und von Farbstichen befreien sollen. Weil ich Aufhübschungsbemühungen in meinem Fall sowie für zwecklos halte, habe ich das gar nicht erst geprüft.

Honor 6A
Die Kamera-App des Honor 6A erlaubt manuelle Belichtungseinstellungen für „Profis“. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Überrascht war ich stattdessen davon, dass Honor das Einsteiger-Gerät mit den manuellen Belichtungseinstellungen ausstattet, die so auch bei den deutlich teureren Smartphones Honor 6X, Honor 8 ProHonor 9, Huawei P10 oder Huawei Mate 9 zu finden sind. Dadurch können Einsteiger ihre fotografischen Skills weiterentwickeln und Fotos oder Videos präzise nach ihren Vorstellungen belichten.

Fazit: Mit dem Honor 6A machen Einsteiger nichts falsch

Wer als Schüler oder Student beim ersten Smartphone-Kauf mit kleinem Budget auskommen möchte, sollte das Honor 6A in Erwägung ziehen. Zu einem schlanken Preis hat Honor ein gut ausgestattetes Paket geschnürt. Für Surfen, Youtube, Facebook, Selfies und andere Alltagseinsätze bietet das Gerät alles, was Smartphone-Einsteiger benötigen. Der Hersteller hat ziemlich klug kalkuliert. Zu diesem Preis werden Kaufinteressierte kein Gerät mit besserer Display-, Rechen- und Speicherhardware finden, geschweige denn eines mit Metallgehäuse. Ein vergleichbares Einsteigergerät aus Samsungs J-Serie kostet jedenfalls etwa 50 Euro mehr. Auch die günstige K-Serie von LG kann mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Honor 6A nicht mithalten.

Wollt ihr euch noch eine Alternative anschauen, bietet sich das Gigaset GS170 an. Für 150 Euro verfügt es zusätzlich über einen Fingerabdrucksensor, umhüllt das Geräteinnenleben aber nur mit einem Kunststoff- statt einem Metallgehäuse. Der Akku ist kleiner, aber dafür wechselbar. Die zu diesem Zweck abnehmbare Rückseite lässt sich durch verschiedenfarbige Ziercover ersetzen. Der Vorgänger GS160 hat in unserem Test einen guten Eindruck hinterlassen und ist als Restposten bereits für 115 Euro erhältlich.

Das Honor 6A startet am Montag, 17. Juli, in den deutschen Handel. Käufer können dann im Hersteller-Shop vMall zwischen einer grauen, silberfarbenen oder goldfarbenen Variante wählen.

Honor 6A
Drei Farbvarianten gibt es vom Honor 6A. Images by Honor, adapted by Berti Kolbow-Lehradt

Images by Berti Kolbow-Lehradt; Honor


About Berti Kolbow-Lehradt
Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.