Google Home: Erste Eindrücke vom smarten Assistenten

Clevere Heimassistenten sind dank Amazon Echo in aller Munde. Das gefällt Konkurrent Google natürlich gar nicht und bringt – oder besser: brachte – mit Home ein erstes Konkurrenzprodukt auf den Markt. Nachdem das Gadget bereits seit einiger Zeit in den USA verfügbar ist, kann die smarte Schaltzentrale seit heute auch hierzulande erstanden werden. Ich darf bereits seit einiger Zeit ein Exemplar von Google Home auf Herz und Nieren prüfen und verrate euch meine Eindrücke mit dem smarten, kleinen Helferlein.

Schlicht schickes Design-Objekt

Von außen gibt sich Google Home sehr dezent und elegant. Der untere Teil besteht aus einem feinen Kunstgewebe. Dahinter befinden sich drei Lautsprecher sowie die Mikrofone, die in alle Richtungen ihre hörenden Fühler ausstrecken. Die obere Hälfte des Digitalassistenten besteht aus Kunststoff und ist auf der Kopfseite leicht abgeflacht. Darunter befinden sich ein Touchfeld sowie ein LED-Lichtring, der im Aktiv-Modus leuchtet. Aber dazu später mehr. Die Verarbeitung ist sehr gut.

Die Rückseite ziert neben dem Google-Logo und einer On/Off-LED der Mute-Knopf, über den das Gadget stumm geschalten werden kann. Dann reagiert Google Home auch nicht mehr auf Befehle. Für die Stromversorgung steht im unteren Bereich ein proprietärer Anschluss zur Verfügung. Das beigelegte Netzteil besitzt ein rund 1,50 m langes Kabel. Eine Steckdose sollte sich also in der Nähe des Aufstellungsortes befinden.

Auf der Rückseite befindet sich unter anderem der Mute Button. Image by Jonas Haller

Google Assistant mit guter Spracherkennung

Das erste Einrichten geht dank gleichnamiger Android-App schnell von der Hand. Innerhalb von wenigen Minuten ist das Gadget im Heimnetzwerk integriert und aktuelle Updates installiert. Dann kann es im Grunde schon losgehen mit der Fragerei. Ein Tutorial führt durch die einzelnen Basisfunktionen. Fragen wie „Ok Google, was steht heute an?“ erwidert die weibliche Stimme mit den aktuellen Wetterdaten, Termininformationen und abschließend mit Nachrichten des Radiosenders Deutschlandfunk. Als Buzzword kann sowohl „Ok Google“ als auch „Hey Google“ verwendet werden.

Schon nach den ersten Fragen wird deutlich, dass die Spracherkennung sehr fortgeschritten ist. Selbst mit leiser Stimme und mehreren Metern Entfernung versteht Google Home das Anliegen und antwortet prompt. Zu den weiteren Grundfunktionen zählen etwa das Abspielen eines Radiosenders per TuneIn oder das Abspielen eines Albums respektive Künstlers von Google Play Music oder Spotify. Das klappte im Test einwandfrei und ohne Beanstandungen. Die Soundqualität ist erfreulich gut. Auch Wissensfragen wie etwa „Was heißt ‚Apfelkuchen‘ auf Portugiesisch?“, „Was ist der Schmelzpunkt von Gold?“ oder „Wer hat die Currywurst erfunden?“ werden bravourös beantwortet.

Die Companion-App Google Home ist übersichtlich gestaltet. Screenshots by Jonas Haller

Ein bisschen Spaß muss sein

Google Home wäre allerdings kein richtiger Digitalassistent, wenn er nicht auch für Unterhaltung sorgen könnte. So weiß er auf Ansagen wie „Dreh‘ das Glücksrad.“, „Erzähl mir einen Witz!“ oder „Wie macht ein Löwe?“ durchaus zu reagieren. Selbst in die Zukunft mag das Gadget nach der Ansage „Lass‘ uns Kristallkugel spielen“ schauen. Für allzu einsame Seelen singt Google Home sogar ein Geburtstagsständchen. Verrückte neue Digitalwelt.

Volles Potential mit Chromecast, Philips Hue und Co.

Um den Assistenten auch sinnvoll im Alltag integrieren zu können, ist die Anschaffung von zusätzlicher Peripherie unabdingbar. Für den Test hat Google freundlicherweise sowohl Chromecast und Chromecast Audio als auch das Philips Hue Starterset beigelegt. Mit den kleinen, preiswerten Streaming-Gadgets des Internetkonzerns wird es dann möglich per Sprachbefehl Inhalte auf Lautsprecher und TV zu schicken.

Das System Philips Hue integriert die Lichtsteuerung in das eigene Heimnetzwerk. Per sogenannter Hue Bridge werden die intelligenten Glühlampen mit dem Router verbunden. Das funktioniert so schnell und unkompliziert wie die Einrichtung des Google Home selbst. Den einzelnen Lichtquellen können in der herstellereigenen App „Philips Hue“ einzelne Räume vergeben werden. Auch konzentrations- oder entspannungsfördernde Farbkombinationen sind möglich.

Im Anschluss kann ich das Lichtsystem in der Google Home App hinterlegen und somit auch per Sprache steuern. Der Befehl „Licht im Wohnzimmer an“ aktiviert die Leuchtmittel entsprechend ihrer Installation. Ansagen wie „Licht im Wohnzimmer auf blau“ oder „Licht im Wohnzimmer dimmen“ führen zu den passenden Aktionen.

Mit Philips Hue lässt sich unter anderem ein Sonnenuntergang simulieren. Image by Jonas Haller

Erstes Fazit: Google Home ist spannendes Spielzeug mit Abstrichen

Nach den ersten Stunden Alltagseinsatz des Digitalassistenten Google Home lässt sich wohl festhalten, dass sich zwar allerhand Spielereien anfangen lassen, der große Mehrwert gegenüber der händischen Bedienung mit Smartphone oder Tablet aus bleibt. Dafür finde ich die Steuerung teilweise zu unintuitiv, Phrasen müssen teilweise erst angelernt werden. Das Fehlen einzelner Wörter stellt das Gadget teilweise vor eine unlösbare Aufgabe (etwa „Lampen auf rot“ statt „Lampen rot“). Auch Telefonieren und Mails schreiben klappt mit der aktuellen Firmware-Version noch nicht.

Der aufgerufene Preis von 149 Euro liegt zwar unterhalb des Amazon Echo (hier ist unser Test), ist allerdings trotzdem eine Menge Geld für ein Gadget, das man bestenfalls in jedem Raum stehen hat. Ich bin gespannt, ob und wie sich in den kommenden Wochen meine Gewohnheiten ändern. Wie lange dauert es, bis sich der Assistent in meinem Alltagsfluss integriert hat? Und: Kann Google Home mein Leben vereinfachen und verbessern? Diese Fragen werde ich zu gegebener Zeit hier im Langzeittest beleuchten und meine Erfahrungen ausführlich mit euch teilen. Bis dahin könnt ihr in den Kommentaren oder per Social Media eure Fragen hinterlassen.


Images und Screenshots by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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