LG, Sony, Nokia und Co: Das sind die Smartphone-Highlights der IFA 2017

Die IFA 2017 in Berlin ist Geschichte und wir haben Zeit die Präsentationen und Neuvorstellungen Revue passieren zu lassen. Etliche Smartphone-Hersteller nutzten die Gunst der Stunde und zeigten ihre neuen Geräte der Öffentlichkeit. Doch was waren die Highlights und welche Mobiltelefone eignen sich für welchen Nutzer? Ich habe unsere Eindrücke zusammengefasst.

LG V30: Das Highlight der IFA 2017 mit spannenden Video-Features

Das wohl größte Glanzlicht der IFA 2017 war das V30 vom koreanischen Hersteller LG. Mit seinem 6 Zoll großen OLED-Display mit 18:9-Verhältnis zog es die Blicke auf sich. Hinzu kommen eine lichtstarke 16 Megapixel-Dual-Kamera mit f/1.6-Blende und Weitwinkelmodus. Die Linsen sind erstmals aus Glas und sorgen für zusätzliche Schärfe. Per Software lässt sich über Videoaufnahmen live ein Filter über die Aufnahmen legen. LG nennt das Cine-Effect.

Das LG V30 ist ein einziges Displaywunder. Image by Jonas Haller

In Sachen Audio gibt sich der Hersteller ebenfalls spendabel: Unter der Haube sitzt ein dedizierter Audio-Chip, der in Zusammenarbeit mit B&O Play entstand. Damit ist die Audio-Ausgabe in 32-Bit-Qualität möglich. Spezielle Equalizer-Einstellungen werten den Sound nochmals auf. Wie es sich für einen High-End-Boliden gehört, sorgen ein schneller Snapdragon-835-Prozessor von Qualcomm und 4 GB Arbeitsspeicher für schnelles Navigieren zwischen Menüs und Applikationen. Billig ist dieses Vergnügen allerdings nicht. 899 Euro werden für das LG V30 zum Marktstart fällig. Weitere Eindrücke lest ihr in unserem Hands-On-Bericht.

Nokia 8: Der Preis-Leistungs-Kracher für High-End-Fans

Wer nicht auf den Snapdragon-835-Chip verzichten möchte, aber keine horrende Summen in das neue Telefon investieren will, ist beim Nokia 8 an der richtigen Adresse. Das 579-Euro-Gerät der neu gegründeten Unternehmens HMD Global überzeugt durch ein scharfes 5,3 Zoll großes LCD-Display. Wie von Nokia aus alten Zeiten üblich, entsteht die Kamera in Zusammenarbeit mit Zeiss. Das Dual-Modul (RGB+Monochrome) löst mit 13 Megapixeln auf und besitzt eine f/2.0-Blende. Die Frontkamera besitzt die gleichen Spezifikationen.

Die Kamera-App des Nokia 8 bietet unter anderem 3D-Soundoptionen. Image by Jonas Haller

Besonders stolz ist das Unternehmen auf einen sogenannten Bothie-Modus und 360-Grad-Sound. Ersterer ermöglicht einen Livestream mit Einsatz der beiden Kameras. Wärmestau ist dabei kein Thema, HMD integriert eine Art Heatpipe unter dem Alu-Gehäuse. Für den 360-Grad-Sound bedient sich der Hersteller bei der „eigenen“ Tochter OZO und integriert drei Mikrofone für beeindruckenden Surround-Sound. Auch hierfür lest ihr die Hands-On-Eindrücke im eigenen Bericht.

Sony XZ1 Compact: Das Premium-Telefon mit kleinem Formfaktor

Zu den wenigen Unternehmen, die auf der IFA 2017 ein Android-Telefon unterhalb der 5-Zoll-Grenze präsentiert haben, gehört Sony. Das XZ1 Compact besticht durch ein scharfes 4,6 Zoll großes Display in einem ultrakompakten Gehäuse. Der Bildschirm löst jedoch nur in HD auf.

Doch das große Alleinstellungsmerkmal soll die Kamerasoftware darstellen. Eine 3D-Scan-Funktion ermöglicht das Digitalisieren und Integrieren des Gegenüber in eine Augmented-Reality-Szene. Für ein scharfes Erlebnis löst das Hauptmodul mit 19 Megapixel auf. Zeitlupen landen wie schon bei der Vorgänger-Generation mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde auf dem 32 GB großen erweiterbaren internen Speicher.

Ein High-End-Smartphone mit kleinem Formfaktor hat Sony im Angebot. Image by Jonas Haller

Standesgemäß für ein Premium-Smartphone, integriert Sony den Snapdragon-835-Chip inklusive 4 GB Arbeitsspeicher. Die Akkuleistung liegt bei 2.700 mAh. Angesichts der ressourcensparenden Hardware ist das ausreichend. Als erstes Telefon soll das XZ1 Compact Anfang Oktober mit Android 8.0 Oreo auf den Markt kommen. Der Preis wird dann voraussichtlich bei 599 Euro liegen.

Lenovo: Bruchsichere Displays und neue Moto-Aufsteckmodule

Lenovo servierte auf der IFA zwei Schmankerl aus der Premium- und oberen Mittelklasse. Das neue Moto X4 ist ein elegantes und zu einem Preis von 400 Euro stark ausgestattetes Mittelklasse-Modell. Beim Hands-On fällt das schicke Aluminium-Gehäuse auf. Das nach IP68 vor Wasser und Staub geschützte Gehäuse wirkt filigran und ist mit acht Millimetern (9,45 Millimeter inklusive Kamera-Wölbung) auch recht schlank. Allerdings zieht es Fingerabdrücke sichtbar an. Am auffälligen Kamera-Buckel führt kein Blick vorbei. Die darin integrierte Dual-Kamera kann Tiefeninformationen unterscheiden und daher Porträts mit Bokeh-Effekt in Szene setzen. Die Unschärfe-Simulation wirkt sehr ordentlich. Im Kunstlicht der Event-Halle macht das 5,2 Zoll große und in FullHD auflösende Display einen sehr kontrastreichen und farbbrillanten Eindruck. Wenn das Gerät Ende September erscheint, wird es Amazons Sprachassistentin Alexa an Bord haben.

Moto X4
Lenovo Moto X4 mit Alu-Gehäuse und Dual-Kamera. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Zwar nicht neu aber demnächst erstmals hierzulande erhältlich ist das Top-Modell Moto Z2 Force. Das 800 Euro teure Gerät bietet ein 5,5-Zoll-Display mit OLED-Technologie und bietet daher satte Farben und tiefes Schwarz. Der Bokeh-Effekt der Dual-Kamera überzeugt beim Hands-on. Unter der Haube performen der Spitzenprozessor Snapdragon 835 und 6 GB Arbeitsspeicher. Eine Besonderheit ist das angeblich sturzsichere Displayglas. ShatterShield nennt Lenovo die Technologie dahinter. Auf die Probe gestellt habe ich sie aber nicht.

Moto Z2 Force
Moto Z2 Force. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Das Z2 Force ist kompatibel mit den „Moto Mod“-Aufsteckmodulen, von denen Lenovo neue Exemplare zeigte. Darunter waren eine 360-Grad-Kamera (280 Euro), das Lautsprechersystem JBL Soundboost 2 (100 Euro) und ein Gamepad.

Huawei Nova 2: Das Lifestyle-Gerät für Sparsame

Wer sich ein Telefon mit dem Lifestyle-Faktor eines iPhone wünscht, dabei aber nicht gleich das Sparbuch plündern will, sollte sich das Huawei Nova 2 anschauen. Bereits zwei Wochen vor der IFA 2017 stellte der chinesische Hersteller das selbsternannte Selfie-Phone vor. Wie auch beim Vorgänger bleibt es dank 5 Zoll-FullHD-Display handlich und kompakt. Der Metall-Unibody ist schick und elegant.

Selfiefreunde sind beim Huawei Nova 2 an der richtigen Adresse. Image by Timo Brauer

Das große Alleinstellungsmerkmal ist die 20 Megapixel auflösende Frontkamera, die sich bestens für Selfies eignet. Zudem spendiert Huawei eine 3D-Gesichtserkennungssoftware inklusive aufhübschenden Beauty-4.0-Modus. Per Bokeh-Effekt kann die Person vom Hintergrund isoliert dargestellt werden. Im Inneren arbeitet der firmeneigene Mittelklasse-Prozessor Kirin 659 mit acht Kernen. Außerdem sorgen 4 GB Arbeitsspeicher für Performance. Daten landen auf dem 64 GB großen internen Speicher.

Der Akku ist mit 2.950 mAh ausreichend groß, das hat sich bereits im Test des Vorgängers gezeigt. Per Schnellladefunktion sind innerhalb 30 Minuten wieder 43 Prozent der Kapazität getankt. Das Huawei Nova 2 ist bereits seit Ende August zu einem Preis von 399 Euro erhältlich.

Archos Diamond Alpha+: Der Speicherbolide mit Mittelklasse-Hardware

Archos bot auf der IFA 2017 ebenfalls ein interessantes Highlight. Unter einem schicken Metallkleid integriert der französische Hersteller Mittelklasse-Hardware. Das 5,2 Zoll große Display löst mit scharfen FullHD auf, unter der Haube steckt mit dem Snapdragon 653 von Qualcomm ein guter Prozessor und geschlagene 6 GB Arbeitsspeicher. Daten haben auf 128 GB (!) internem Speicher Platz.

Das Archos Diamond+ bietet einen großen Speicher für kleines Geld. Image by Jonas Haller

Bei der Kamera bedient sich Archos beim Konkurrenten Sony, der mit einer 13 Megapixel Dual-Kamera überzeugen kann. Videos sind ebenfalls möglich, diese dann in 4K-Auflösung. Das sieht man nicht immer in dieser Klasse. Die Selfiekamera löst mit 16 Megapixeln auf. Im Hands-On machte das Gerät eine gute Figur, einzig die Verarbeitung hätte etwas besser sein können. Das Archos Diamond Alpha+ ist ab Oktober für 399 Euro im Handel verfügbar.

Alcatel A7 XL: Das Einsteiger-Smartphone mit Foto-Features

Ein Hersteller, der in den letzten Jahren den Markt von hinten aufgerollt hat, ist Alcatel. Auf der IFA stellte das Unternehmen sein neuestes „Flaggschiff“für Preisbewusste vor. Das A7 XL kommt mit einem imposanten 6-Zoll-Bildschirm daher. Obwohl das Panel nur in FullHD auflöst, ist es ausreichend scharf. Wie auch viele der Konkurrenten setzt der Hersteller auf eine Dual-Kamera. Sie kann Tiefeninformationen verarbeiten, daher ermöglicht sie beispielsweise bei Portraits einen hübschen Bokeh-Effekt.

Alcatel IFA 2017
Alcatel A7 XL. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Unter dem Metallgehäuse findet sich Hardware der Mittelklasse wieder. So sorgt beispielsweise ein Octa-Core-Prozessor von Mediatek für die nötige Rechenpower. Ihm stehen außerdem 3 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Der 4.000 mAh starker Akku dürfte überdies für eine ordentliche Laufzeit sorgen. Ab November soll das Alcatel A7 XL für 299 Euro erhältlich sein. Bertis weitere Eindrücke lest ihr im Hands-On-Artikel. (bkl)


Images by Timo Brauer, Berti Kolbow-Lehradt and Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.