USB-Typ-C-Buchse selber reparieren – so funktioniert’s

Nun hat es mich auch erwischt. Ich habe erfolgreich meinen ersten USB-Port zerstört. Schon seit einigen Wochen merkte ich, wie der Halt des USB-Typ-C-Anschlusses meines Smartphones, das Xiaomi Mi 5, nachließ. Anfangs dachte ich mir noch „Ja gut, passiert halt mit der Zeit“. Es kam jedoch so weit, dass das USB-Kabel nicht mehr im Gerät stecken blieb und die Datenübertragung schon beim kleinsten Wackler beendet wurde. Ich verrate euch, wie ihr eure USB-Typ-C-Buchse selber reparieren könnt.

Anfänglich habe ich versucht, die klassischen Maßnahmen zu ergreifen. Natürlich pustete ich mal in die USB-Buchse meines Telefons und es löste sich ein wenig Dreck von den Kontakten. Aber eine wirkliche Verbesserung ließ sich nicht feststellen. USB-Typ-C-Stecker sind auf bis zu 10.000 Steckvorgänge ausgelegt, die älteren Micro-USB-Buchsen machen ebenfalls nach den von dem USB-Konsortium festgelegten 10.000 Zyklen schlapp. Und da ich definitiv schon gelockerte Micro-USB-Stecker gesehen hatte, dachte ich mir, meine Typ C-Buchse am Smartphone müsse wegen des Verschleißes getauscht werden.

In China habe ich zunächst ein Ersatzteil bestellt. Zum Glück ist Xiaomi eine chinesische Marke und das benötigte Bauteil wurde für drei Euro sehr günstig geliefert. Der Stecker am Ersatzteil erschien direkt viel stabiler am Kabel befestigt zu sein. Gleichzeitig fiel mir auf, dass das Kabel viel tiefer in die Buchse eingeführt werden konnte. Dabei hatte ich doch eigentlich durch Pusten für eine saubere Steckverbindung gesorgt?!

USB-Typ-C-Buchse selber reparieren
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USB-Typ-C-Buchse selber reparieren: Ein Bohrer muss her

Es stellt sich heraus: Das reine Pusten in den USB-Port des Smartphones reicht nicht, um Schmutz völlig zu entfernen. Ich hatte mein Telefon leider schon komplett zerlegt, als mir die Erkenntnis kam, dass man es auch einmal mit härteren Methoden versuchen muss, wenn ich die USB-Typ-C-Buchse selber reparieren will. Und an dieser Stelle machten sich die Miniatur-Bohrköpfe, die ich vor einiger Zeit mal bestellt hatte, bezahlt: Die Staub-Ablagerungen in dem Typ-C-Port waren so hartnäckig, dass sie erst bohrend gelockert und anschließend herausgezogen werden konnten. Und es handelte sich hier nicht um zwei, drei Fussel: Es kamen auf einmal richtige Mengen aus der Buchse.

Ein Holz-Zahnstocher ist zu groß, um in den Port zu kommen. Auch sonstige Gegenstände sind häufig zu breit, als dass sie in die USB-Typ-C-Buchse eindringen könnten. Ein Bohrer mit einem Durchmesser von 0,5 Millimeter oder weniger passt genau in das Loch und kann den Dreck einfach entfernen. Das Telefon ist idealerweise bei der Reinigung ausgeschaltet – immerhin könnte man mit der metallischen Spitze einen Kurzschluss verursachen.

Und tadá: Letzten Endes rasten die Kabel wieder ohne Probleme ein. Und auch die Ladegeschwindigkeit erhöht sich Dank der größeren Konaktfläche ein wenig. Ich verließ mich also darauf, dass der Port ausgeleiert sei. Glücklicherweise behielt ich Unrecht – und obwohl mein Smartphone schon komplett aufgeschraubt war, ließ sich das Problem auf einen einfacheren Weg beheben und ich konnte die USB-Ty-C-Buchse selber reparieren.


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About Mika Baumeister
Mika studiert Technikjournalismus in Bonn und schreibt schon seit einiger Zeit über allerlei technischen Krimskrams: Seien es nun Smartphones, Gadgets, Drohnen, VR-Brillen oder Anwendungen aller Art. Prinzipiell macht er mit jedem Artikel sein Hobby einen Tacken mehr zum Beruf.