3D-Drucker per Smartphone steuern: Die 5 besten Android-Apps

3D-Drucker machen Spaß. Allerdings ist dieses Hobby zum Großteil am PC auszuführen. Einerseits ist eine umfangreiche Software für das erstellen von 3D-Objekten notwendig. Andererseits ist die Bedienung von 3D-Objekten am Smartphone oder Tablet oft zu kompliziert. Aufgrund großer Datenmengen und komplexer Geometrien werden auch leistungsstarke Telefone stark beansprucht. Dennoch gibt es inzwischen so einige mobile Anwendungen, mit denen 3D-Drucker noch mehr Spaß machen können. Wir wollen euch fünf 3D-Drucker-Apps vorstellen.

1. 123D Catch ersetzt den professionellen 3D-Scanner teilweise

Objekte aus der echten Welt für den 3D-Drucker nachzubauen, ist vor allem bei komplexen Modellen schwierig, geschweige denn das Nachbilden eines Menschen. Dabei kann die App 123D Catch aushelfen: Auf der Basis von rund zwei Dutzend Fotos, die an die Server von 123D Catch gesendet werden, berechnet die App vollautomatisch ein 3D-Objekt, das anschließend am heimischen 3D-Drucker erstellt werden kann. Je nachdem, wie komplex das Gebilde ist, klappt das überraschend gut. Beispielsweise sind Menschen wiedererkennbar, Objekte – je nach Strukturierung und Detailreichtum – nahe am Original. Dennoch reicht die Qualität nicht ganz an einen professionellen 3D-Scanner heran. Trotzdem ist 123D Catch für kleine Spielereien und Nachbildungen sehr gut geeignet.

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2. Graphite

Jetzt magst du vielleicht ein 3D-Modell angefertigt haben. Doch dieses kann auf dem Android-Smartphone nicht einfach so betrachtet werden. Deshalb muss eine weitere App auf dem von dir genutzten Gerät landen. Um dieses Problem zu lösen, eignet sich die App Graphite. Abgesehen von STL-Dateien, unterstützt die App auch die bereits in Maschinencode umgewandelten Step-Dateien. Letztere können sich in Echtzeit abspielen lassen, beispielsweise, um eine Kontrolle des Codes durchzuführen. Außerdem arbeitet Graphite mit lokal abgespeicherten Objekten. Ferner kann sie auch externe Daten öffnen.

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3. Octodroid

Viele Hobby-Printer haben Octoprint am 3D-Drucker installiert. Kurzum ermöglicht euch diese Software, weltweit per Fernzugriff in Drucke einzugreifen. Gleichzeitig ist eine Ansicht des aktuellen Druckes per Webcam möglich. Dabei funktioniert diese Software nicht nur am PC. Zusätzlich gibt es auch mehrere App-Ableger für Android, die die Funktionen des Open-Source-Projektes auf Smartphones bringen. Ich möchte mich auf Octodroid konzentrieren. Das Programm erlaubt es zum einen den aktuellen Status auszulesen. Zum anderen kannst du die Temperatur des Heatbeds und der Nozzle einstellen, die Position des Druckkopfes am 3D-Drucker verstellen und natürlich auch Filament nach vorne führen. Solltest du unterwegs sein und der Drucker ist bereits eingeschaltet, könntest du sogar aus der Ferne einen Druck starten.

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4. Thingiverse bietet vorgefertigte Designs für den 3D-Drucker

Kein Bock auf Designen in Eigenregie? Absolut kein Problem! Schließlich gibt es mit Thingiverse einen Marktplatz dafür. Er bietet die wohl größte Kollektion von 3D-druckbaren Objekten. Dort findest du Tausende druckfertige Kunstwerke, kannst dich aber natürlich auch einfach nur inspirieren lassen. Hierzu scrollst du dich durch die beliebtesten und neuesten Kreationen der Community und siehst, was alles mit einem 3D-Drucker möglich ist. Außerdem können Besitzer eines Ultimaker-Druckers sogar direkt aus der App den Druck starten. Alle anderen können die STL-Datei weiterer Nutzer direkt herunterladen und dann zum Beispiel bei Octodroid zum Druck vorbereiten.

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5. 3DC.io

Mit 3DC.io kannst du deiner kreativen Seite freien Lauf lassen. Statt nur auf am PC angefertigte Elemente oder Scans zurückzugreifen, kannst du beispielsweise mit simplen dreidimensionalen Formen dein eigenes Kunstwerk entwerfen. Im Beispielfoto ist etwa eine von einem Nutzer erstellte Luftburg zu sehen. Dabei ist die Bedienung einfach und schnell zu erlernen. Allerdings sind komplexere Strukturen erst nach langer Zeit fertig. Außerdem ist die genaue Positionierung im Raum sehr schwierig, weswegen die Konstruktion von Teilen, die Genauigkeit erfordern, nur mit größter Geduld möglich ist.

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Teaser Image by Nikitozawr/Pixabay (CC0 Creative Commons Lizenz); Screenshots by Mika Baumeister


About Mika Baumeister
Mika studiert Technikjournalismus in Bonn und schreibt schon seit einiger Zeit über allerlei technischen Krimskrams: Seien es nun Smartphones, Gadgets, Drohnen, VR-Brillen oder Anwendungen aller Art. Prinzipiell macht er mit jedem Artikel sein Hobby einen Tacken mehr zum Beruf.