Philips Hue im Test: Farbakzente im Smart Home

Jetzt sind wir also wieder mittendrin in der dunklen Jahreszeit. Graues, regnerisches Wetter schlägt uns aufs Gemüt. Doch zumindest in den eigenen vier Wänden lässt sich das Ganze mit etwas Farbe aufpeppen. Dafür braucht es nur ein paar LED-Lampen. Philips hat mit Hue ein cleveres System auf dem Markt, das sich per WLAN-Anbindung direkt mit dem Smartphone steuern lässt. Ich habe in den vergangenen Wochen das Starter-Kit von Philips Hue ausgiebig getestet. Lohnt sich die Anschaffung?

Einfach und schnell eingerichtet

Selbst für handwerklich ungeschickte Menschen ist das Hue-System von Philips schnell installiert. Die drei mitgelieferten LED-Leuchtmittel werden lediglich in die vorhandenen E27-Fassungen eingeschraubt. Es sind keine speziellen Kabel nötig. Für die Steuerung der intelligenten Lampen liegt dem Karton eine Schaltzentrale bei. Die sogenannte Hue-Bridge wird per LAN-Kabel mit dem vorhandenen Router gekoppelt. Nun ist das System auf Hardwareseite einsatzbereit.

Um die LED-Lampen komfortabel steuern zu können, stellt der Hersteller die eigene Hue-Anwendung zur Verfügung. Sie ist kostenlos im Google Play Store verfügbar. Nach einem kurzen Pairing-Vorgang ist das System auch schon bereit. Die Leuchtmittel können einzelnen Lampen und Zimmern zugeordnet werden. Wichtig ist hierbei, dass sich die Fassungen in WLAN-Reichweite befinden. Im Ernstfall gibt es für schmales Geld sogenannte Repeater, die das Signal verstärken.

Philips Hue Bridge
Die Philips Hue Bridge wird mit dem WLAN-Router verbunden. Image by Jonas Haller

LED-Lampen einzeln ansprechbar

Im Hauptmenü der Android-App von Philips Hue sind die einzelnen LED-Leuchtmittel aufgelistet und können zuerst einmal an- und ausgeschalten werden. Ein Schieberegler ermöglicht zudem das Dimmen der Lampen. Das funktioniert stufenlos und ohne große Verzögerung. Ein Fingertipp auf den jeweiligen Zimmerbutton öffnet die Feineinstellung. Dort kann der Anwender zum einen die Farbtemperatur wählen. Für das Arbeitszimmer eignet sich eine kalte Tönung, im Wohnzimmer kann es gern etwas wärmer sein.

Wie für LED-Lampen üblich, lässt sich auch die Farbe anpassen. Dafür zeichnet sich der linke Wählbutton verantwortlich. Eine Art Farbkreis hilft bei der Auswahl. Des Weiteren spendiert Philips eine Reihe von sogenannten Rezepten. Dazu zählen „Entspannen“, „Lesen“ oder auch „Konzentration“.

Wem das nicht reicht, der kann durch einen Fingertipp auf das jeweilige Zimmer auf verschiedene Szenen zurückgreifen. Darunter lassen sich etwa Sonnenuntergang, Tropendämmerung oder Nordlichter finden. Natürlich können auch eigene Szenen gespeichert werden. Für den Fußballabend können so etwa die Vereinsfarben des Lieblingsvereins erstrahlen.

Philips Hue App
Die Hue-App ist übersichtlich, bietet aber trotzdem einen großen Funktionsumfang. Screenshots by Jonas Haller

Routinen lassen Lampen wie von Geisterhand erstrahlen

So richtig smart wird Philips Hue allerdings erst beim Verwenden von Routinen. Darunter versteht der Hersteller kleine Programme, die etwa zeit- oder ortsgesteuert die Leuchtmittel aktivieren. Als Standard sind hier etwa das „Natürliche Aufwachen“ oder „Schlafen gehen hinterlegt. Dann fahren die Lampen zu einer bestimmten Zeit hoch oder runter.

Interessanter ist allerdings der Modus „Zuhause & Abwesend“. Das System erkennt dann, ob man das Haus verlässt oder eben heimkommt. Die Bridge gibt dann das entsprechende Signal zum ein- oder ausschalten. Das funktionierte im Test allerdings nur bei etwa 80 Prozent der Fälle. Obwohl das GPS beim Mobiltelefon aktiviert war, zeigte das System bei den restlichen Versuchen keine Reaktion. Den Ausfallgrund konnte ich nicht ausfindig machen.

Philips Hue App
Routinen sorgen für das automatisierte An- und Ausschalten der Philips-Leuchten. Screenshot by Jonas Haller

Fernwartung ermöglicht Steuerung von außerhalb

Wer sich online bei Philips Hue anmeldet, kann außerdem auf die sogenannte Fernwartung zugreifen. Während man im Normalmodus im eigenen WLAN-Netz eingewählt sein muss, erlaubt er die Steuerung von außerhalb. Das bedeutet, dass überall wo sich für das Smartphone eine Internetverbindung finden lässt auf die Features des Hue-Systems zugegriffen werden kann. Das funktionierte im Test ohne Komplikationen und sorgte bei meinem Mitbewohner für die ein oder andere unheimliche Begebenheit.

Außerdem ist das Philips-System mit der Automatisierungs-App IFTTT kompatibel. Es lassen sich also Rezepte in Verbindung mit anderen Drittanbieter-Anwendungen oder dem Mobiltelefon herstellen. Dann flackern die LED-Lampen etwa bei einer eingegangenen Nachricht oder einem Telefonat auf. Auch das Verbinden mit Google Home ist möglich. Dann lässt sich die Beleuchtung per Spracheingabe an- und ausschalten. „Ok Google, Deckenlampen auf Rot“ erzeugt etwa eine romantische Atmosphäre.

Fazit: Philips Hue ist ein nutzerfreundliches System mit großem Funktionsumfang

Das Smart Home ist in aller Munde und die Hersteller versuchen ihre diversen Systeme auf dem Markt zu etablieren. Seit einiger Zeit spielt auch der fast vergessene Hersteller Philips im Bereich der intelligenten Beleuchtungssysteme mit. Die Expertise macht sich bei Hue bemerkbar. Denn das Produkt ist ausgereift und funktioniert fast fehlerfrei. Zudem versteht es sich mit Geräten anderer Anbieter wie etwa Google Home oder Amazon Alexa. Die Verknüpfung mit Apps wie IFTTT erweitert den Funktionsumfang nochmals beträchtlich.

Wer auf der Suche nach einem einfach konfigurierbaren und gleichzeitig funktionsreichen System ist, ist bei Philips Hue an der richtigen Adresse. Zum Preis von rund 165 Euro für das Starter Set inklusive Hue-Bridge gibt’s ausgereifte Technik und eine gelungene Erweiterung für das Smart Home. Das „A+“-Energielabel ist ein weiteres Argument für das zukunftssichere Lampensystem.


Images by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.