Baggen und Stammen: Bassige WLAN-Lautsprecher von Urbanears im Test

Immer mehr Audio-Hersteller machen ihre Lautsprecher smart. So auch der schwedische Hersteller Urbanears. Mit den skandinavisch anmutenden Multi-Room-Speakern Baggen und Stammen hat das Unternehmen zwei spannende Exemplare im Angebot. Fans kompakter Lautsprecher lässt der Urbanears Stammen die Herzen höher springen, wohingegen der Urbanears Baggen für massiveren Klang sorgt. Ich habe die beiden WLAN-Lautsprecher von Urbanears getestet und verrate, ob sie etwa gegen den Marshall Stanmore bestehen können.

Minimalistisches Ikea-Design gefällt

Dank Ikea ist Schweden bei uns vor allem als Land der einfachen und pragmatischen Design-Entwürfe bekannt. Minimalismus ist das Zauberwort. Auch die beiden WLAN-Lautsprecher von Urbanears, Baggen und Stammen, warten mit einem simplen, aber gefälligen Aussehen auf. Das hochwertig anmutende Holzgehäuse ist ringsum mit einem Stoff bespannt. Dadurch ist auf dem ersten Blick nicht einmal ersichtlich wo sich die Lautsprecher befinden.

Auf der Unterseite finden sich Anschlüsse für das Netzteil sowie ein USB-Gerät. Mit 1 A Ladestrom lassen sich Smartphones und andere Geräte zügig mit Energie versorgen. Des Weiteren kann etwa der Audio-Player per 3,5-mm-Klinkenanschluss angeschlossen werden. Im Inneren findet sich zudem ein Bluetooth-4.0-Modul. Auf der Oberseite integriert Urbanears zwei Drehregler, die eine hochwertige Haptik besitzen. Über ersteren lässt sich die Lautstärke regulieren. Der zweite Regler ist ähnlich dem Marshall Stanmore für die Wahl der Audioquelle zuständig. Dazu aber später mehr.

Zwei Drehregler auf der Oberseite ermöglichen die Steuerung ohne Smartphone. Image by Urbanears

Lange Startzeit und Web-Anbindung nur per Smartphone

Zunächst einmal muss der Speaker eingerichtet werden. Dafür reicht es Stammen oder Baggen mit dem Stromnetz zu verbinden. Ein Powerbutton ist nicht vorhanden, der Lautsprecher fährt anschließend hoch. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn geschlagene 30 Sekunden dauerte es im Test bis beide Modelle aktiv waren. Im Aux-Modus kann der Speaker dann verwendet werden. Sein volles Potential schöpft er allerdings erst dann aus, wenn man ihn per Smartphone-App konfiguriert.

Die kostenlose Connected-Anwendung erlaubt die Steuerung des Lautsprechers von der Ferne. An erster Stelle steht die Suche per WLAN. Für die Verbindung wird der Schlüssel benötigt, WPS wird nicht unterstützt. Anschließend schlägt die Software vor die sieben Favoriten zu definieren. Es lassen sich sowohl (Spotify-)Playlisten als auch Web-Radiosender abspeichern. Das funktionierte im Test schnell und ohne Probleme. Durch das Drehen und Drücken des Wählrades am Lautsprecher lassen sich die hinterlegten Daten abspielen. Dafür ist dann kein Mobiltelefon nötig. Ein praktisches Feature für Wohnzimmer oder die Küche.

In der Connected-App lassen sich die Presets konfigurieren. Screenshots by Jonas Haller

Außerdem befindet sich im Inneren der Urbanears-Speaker ein kleiner Chromecast, über den Audio-Daten vom Android-Telefon abgespielt werden können. Das funktionierte wie auch die Wiedergabe per Apples Protokoll AirPlay im Test ohne Verzögerungen oder Verbindungsabbrüche. Daumen hoch! Anders als etwa beim Marshall Multiroom-System kann auf den Equalizer nur per App zugegriffen werden. Dann lassen sich Höhen und Tiefen noch einmal feintunen. Nicht mehr und nicht weniger. Entsprechende Regler am Gerät fehlen leider.

Urbanears Stammen: Kleine Schwester für die Küche

Der kompakte Urbanears Stammen eignet sich besonders für kleine bis mittlere Räume. Er besitzt eine Größe von 21 x 21 Zentimeter und eine Audio-Ausgangsleistung von 36 Watt. Mit 3,6 Kilogramm ist dafür selbst das kleine Modell kein Leichtgewicht. Dank zwei Hochtönern mit 15 Watt sowie einem Tieftöner mit 40 Watt bietet der Speaker einen richtig guten Sound.

Die Klangdynamik im Frequenzbereich von 50 Hertz bis 20 Kilohertz ist vor allem bei elektronischer Musik besser als beim Stanmore von Marshall. In der Standardeinstellung ist der Sound herrlich ausbalanciert und das Hören macht richtig Freude. Akustische Songs zeigen das wahre Können. Selbst Räume mit 30 Quadratmeter beschallt der Stammen ohne mit der Wimper zu zucken.

Der Urbanears Stammen passt auf (fast) jedes Regal. Image by Urbanears

Urbanears Baggen: Großer Bruder für das Wohnzimmer

Wer in der glücklichen Lage ist eine Loftwohnung zu besitzen, sollte einen Blick auf den Urbanears Baggen werfen. Erst ist mit Abmaßen von 30 x 30 Zentimeter immer noch kompakt, mit 6,6 Kilogramm allerdings spürbar schwerer. Seine Ausgangsleistung liegt bei ordentlichen 60 Watt. Die drei Verstärker sorgen hinsichtlich der Größe für eine beeindruckende Klangkulisse.

Der Baggen deckt einen Frequenzbereich von 35 Hertz bis 19 Kilohertz ab und ist damit in den oberen Frequenzen nicht ganz so stark wie sein kleiner Bruder. Für das menschliche Ohr das allerdings kaum hörbar. Der maximale Stromverbrauch liegt bei 100 Watt. Bei voller Lautstärke lassen sich schon fast kleine Hallen beschallen. Aus Rücksicht vor den geschätzten Nachbarn habe ich die maximale Lautstärke nicht ausgetestet. Bereits 50 Prozent waren bei 30 Quadratmetern je nach Song mehr als ausreichend.

Große Räume beschallt der Urbanears Baggen ohne Probleme. Image by Urbanears

Fazit: WLAN-Lautsprecher von Urbanears vereinen schlichtes Design mit neuester Audio-Technik

Mit den beiden Multiroom-Speakern Stammen und Baggen hat der schwedische Hersteller Urbanears zwei leistungsstarke Modelle auf dem Markt gebracht. Sie kommen in einem schicken, hochwertigen Design daher und bieten unter der Haube aktuellste Technik. Die Konnektivität per WLAN funktioniert ohne Aussetzer, die Streamingqualität ist auf einem sehr hohen Niveau.

Nichtsdestotrotz gibt es die ein oder anderen Kritikpunkte. Das Starten der Lautsprecher könnte etwas schneller passieren und die Einrichtung könnte etwas einfacher sein. Die Eingabe des WLAN-Passwortes ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Zwar integriert der Hersteller einen Equalizer, allerdings ist er nur per App verfügbar. Und dann nur zweispurig mit Höhen und Tiefen. Feineinstellungen fehlen. Doch die sind im Alltag kaum nötig, denn die Klangqualität der WLAN-Lautsprecher von Urbanears ist sehr gut.

Mit 349 Euro für den kleinen Stammen und 449 Euro für den großen Baggen ist die unverbindliche Preisempfehlung angemessen. Je nach Farben können im Onlineshop aktuell noch einmal 100 Euro gespart werden. Dann sind die WLAN-Lautsprecher von Urbanears echte Angebote.


Images by Urbanears, Screenshots by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.