Livescribe 3 Smartpen: Kluger Kugelschreiber im Test

Smart Devices sind ein derzeit ganz heißer Trend im Tech-Bereich. Den Smartpen von Livescribe kann man in diesem Zusammenhang schon fast als Veteran bezeichnen. Wir haben die dritte Auflage des schlauen Kugelschreibers, den Livescribe 3, etwas näher unter die Lupe genommen.

Analog schreiben, digital speichern

Die Grundidee hinter dem Livescribe Smartpen ist großartig – ein Kugelschreiber, der aufzeichnet, was man schreibt und dies dann auf ein Tablet oder Smartphone überträgt, damit man die Notizen oder Skizzen weiterverarbeiten kann. Der Grund dafür ist, dass unser Gehirn per Hand geschriebene Notizen tiefer verarbeitet und wir uns diese daher besser merken können. Die dritte Iteration des elektronischen Kugelschreibers ist zwar schon eine Weile erhältlich, da der Smartpen jetzt auch mit Android-Geräten kann, ist nun aber auch unser Interesse an dem Stift entfacht.

Was genau erhält man, wenn man den nicht ganz günstigen Stift kauft? Zunächst einmal natürlich den Smartpen selber – dieser ist im Vergleich zu herkömmlichen Kugelschreibern recht groß und dick, da er aber auch deutlich mehr Technik beinhaltet als die meisten regulären Vertreter seiner Art, geht das voll in Ordnung. Darüber hinaus befindet sich in der Verpackung ein spezieller DIN A5-Notizblock (dazu gleich noch mehr), ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung.

Wie ein normaler Stift, aber etwas fragiler

Der Smartpen ist ein gutes Stück größer als ein regulärer Kugelschreiber. Der Stift ist zum größten Teil aus Plastik gefertigt (nur was nach Metall aussieht, ist auch aus Metall) und fühlt sich daher leider nicht allzu hochwertig an. Als Vergleich würde ich Samsung-Smartphones wie das Galaxy S3 oder Galaxy S4 anführen, diese fühlten sich im Vergleich zu anderen Geräten aufgrund des Plastikgehäuses auch weniger hochwertig an, ohne dabei aber zu fragil oder billig zu wirken.

Wie es allerdings um die Haltbarkeit des Plastikgehäuses bestellt ist, wollte ich im Test lieber nicht herausfinden, eine gewisse Skepsis konnte ich aber bis zum Ende nicht abschütteln. Dieser Eindruck wird auch nicht besser, wenn man das Kopfteil – das übrigens dank Gummikopf als Stylus fungiert – abnimmt um den Smartpen per MicroUSB-Kabel aufzuladen. Die Kappe besitzt ein paar Plastikpins, die sie in dem USB-Anschluss festhalten – diese Pins wirken allerdings nicht sehr vertrauenserweckend und dürften im täglichen Gebrauch wahrscheinlich gerne mal abbrechen. Von der Gefahr, die Kappe beim Aufladen zu verlieren mal ganz zu schweigen.

Livescribe 3 Smartpen 3
Image by Daniel Kuhn

Nachdem man den Smartpen aufgeladen hat, kann es losgehen. Durch Drehen des Mittelrings fährt die klassische Kugelschreibermine an der Vorderseite heraus, der Stift schaltet sich an und schon kann man auf dem speziellen Notizblock loslegen. Schreiben kann man übrigens auch erstmal ohne Tablet oder Smartphone – der Smartpen schneidet die Aufzeichnungen mit und kann diese später per Bluetooth an das Mobile Device übertragen.

Ohne einen speziellen Notizblock geht es nicht

Der erwähnte spezielle Notizblock ist nötig, damit der Smartpen weiß, wo er sich auf dem Blatt Papier befindet. Dafür sorgt ein spezielles Punktmuster auf dem Papier. Der Livescribe Smartpen ist leider nicht in der Lage, Notizen von normalem Papier aufzunehmen. Daher wird immer das spezielle Papier benötigt. Dem Smartpen lag der besagte DIN A5-Notizblock mit liniertem Papier bei. Wer andere Formate und/oder kariertes Papier bevorzugt, kann entsprechende Produkte kaufen, oder sich die Vorlagen herunterladen und mit einem Laserdrucker selber ausdrucken.

Livescribe 3 Smartpen
Image by Daniel Kuhn

Der Smartpen zeichnet die handschriftlichen Notizen hervorragend und akkurat auf. Es ist tatsächlich ein toller Moment, wenn man per Hand Notizen macht und dann beobachtet, wie diese auf dem Display erscheinen. Bei mir hielt diese Begeisterung allerdings nur bis zu dem Punkt an, an dem ich die Notizen weiterverarbeiten wollte. In der Livescribe-App gibt es die Möglichkeit, die Schrift zu erkennen und zu digitalisieren. Damit dies funktioniert, muss man allerdings möglichst ordentlich schreiben, was mir mein ganzes Leben noch nie gelungen ist. Dass die App also meine Notizen nicht digitalisieren konnte, ist meiner Handschrift zuzuschreiben, nicht der App.

Zunächst fand ich das Schreibgefühl mit dem Livescribe 3 sehr angenehm, da er gut in der Hand liegt. Nach kurzer Zeit wurde er allerdings unangenehm, da meine Hand schnell unter seinem Gewicht ermüdete. Vielschreiber könnten hier allerdings besser im Training sein.

Fazit Livescribe 3

Insgesamt hat der Livescribe 3 Smartpen einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Konzept, Handschrift zu digitalisieren, überzeugt sofort. Die Handhabung des Smartpen ist denkbar einfach, die Akkulaufzeit sehr ordentlich. Dass der Kopf als Stylus fungiert, ist eine nette Idee, die in der Praxis viel Anwendung fand. Dass die Kappe allerdings nicht den stabilsten Eindruck macht, ist etwas schade. Auch dass der Stift recht groß und schwer ist und die Hand somit ermüden kann, ist bedauerlich. Wer sich allerdings daran nicht stört und bereit ist, den relativ hohen Preis von derzeit ca. 154 Euro für die Standard Edition auszugeben, wird auf jeden Fall viel Spaß mit dem Stift und seinen digitalisierten Notizen haben.

Wer dann doch lieber gleich auf einem Tablet schreibt, kann sich zum Beispiel das Galaxy Tab S3 mal ansehen.


Images by Daniel Kuhn


About Daniel Kuhn
Daniel Kuhn leitet seit Juni 2015 die Blogs Android4you.de und Appleunity.de. Ansonsten schreibt Wahl-Berliner mit Leib und Seele als freier Journalist für Netzpiloten.de und Androidmag.de.

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