Android 6.0: Sicherheitsdefizite werden gegenüber iOS deutlich reduziert

Das Android nicht ganz frei von Sicherheitslücken ist, sollte mittlerweile bekannt sein. Allerdings hat Google mit Android 6.0 nachgebessert und Defizite gegenüber iOS deutlich reduziert.

Google hat sich bewusst bei Android für ein Open-Source-Betriebssystem entschieden. Allerdings zeigen sich dadurch besonders in puncto Sicherheit wesentliche Nachteile. Nachdem die offizielle Vorstellung des Betriebssystems Android 6.0 nun einige Monate her ist, haben sich Sicherheitsexperten die neuste Version mal etwas genauer angeschaut.

Das es sich lohnt Android bezüglich Sicherheit mal genauer unter die Lupe zu nehmen, wird an einer Aussage von Viren-Experten Christian Funk von Kaspersky Lab deutlich. Laut ihm, sind nämlich mehr als 99 Prozent der Malware für Android programmiert. Alleine daher sei Android schon von der Masse der Schädlinge gefährdeter als alle anderen mobilen Betriebssysteme, so Funk. In der Vergangenheit zeigten sich bereits mehrfach diverse Sicherheitslücken. Die bekannteste ist wohl Stagefright, die sich Messenger-Dienste wie Hangouts oder oder MMS zu nutzen machte, um Daten von Mobiltelefonen auszulesen. Für Stagefright wurden von den großen Herstellern allerdings schnell Patches für die jeweiligen Geräte ausgerollt, was für Christian Funk ein Meilenstein der Betriebssystem-Pflege bei Android-Geräten sei.

Aufgrund solcher Ereignisse bleiben Sicherheitsbedenken nicht unbegründet. Man muss nur einen Blick auf die fast nicht existente Qualitätssicherung des Play-Stores werfen. „Apps werden oft nach einer einfachen grundlegenden Prüfung auf Schadsoftware zugelassen, und Entwickler müssen sich nicht ausreichend registrieren oder mit einem Ausschluss rechnen, wenn sie gegen Richtlinien verstoßen“, so Rolf Haas von Intel Security. Auf eine mit Malware infizierte App im App-Store von Apple, würden sich in etwa 4.000 schädliche Programme im Play-Store finden.
Mit Android 6.0 will man allerdings bezüglich des Sicherheitsniveaus den Abstand zu Apple verringern. So arbeitet Android 6.0 grundsätzlich mit Verschlüsselungstechniken, außerdem ist mit Android 6.0 auch die Verwaltung von Zugriffsrechten einfacher geworden, sodass es problemlos möglich ist, Programmen bestimmte Rechte zu verwehren oder gegebenenfalls wieder zu entziehen.

Android for Work

Mit “Android for Work“ möchte Google auch den Einsatz in Unternehmen verbessern. Mit dessen Hilfe kann der Anwender die Unternehmensdaten und die privaten Daten auf dem Smartphone in getrennten Bereichen bearbeiten. Zudem könnten Unternehmen ohnehin mehr auf Android vertrauen, da Sicherheitsprobleme oft nur Geräte mit Root-Zugriff betreffen. Das bedeutet, dass die Nutzer dank der Offenheit von Android auch das System tiefgreifend bearbeiten oder fest installierte Apps löschen können. Dasselbe gilt auch für Cyberkriminelle.

So erklärt Udo Schneider von Trend Micro: “Man darf nicht von Android als Plattform ausgehen, wenn man Android mit Apple vergleicht. Vielmehr muss man iPhones und iPads mit nicht-gerooteten Geräten eines Herstellers vergleichen. Dann sieht das Sicherheitsniveau auch schon wieder besser aus. Im Unternehmenseinsatz lässt sich Android also durchaus mit iOS vergleichen, insbesondere, wenn man keinen Zoo an verschiedensten Android Devices hat.“

Teaser & Image „Android M : Marshmallow“ (adapted) by Takahiro Yamagiwa (CC BY 2.0)

About Patrick Kiurina
Patrick Kiurina war von 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv. Zuvor studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.