Maru: Desktop-Modus für Android-Smartphones

Mit Maru OS sollen auch Besitzer von Android-Smartphones in den Genuss eines Konvergenz-Modus kommen. Mit einem Display verbunden, verpasst Maru OS einem Android-Gerät eine Desktop-Oberfläche.

Einmal installiert soll Maru automatisch erkennen, wenn ein externes Display über HDMI an das Smartphone angeschlossen wird. Dann stellt Maru auf dem Monitor einen auf Android 5.1 basierenden Desktop dar. Dem Hersteller zufolge, soll dieser Desktop unabhängig vom Smartphone laufen. Das Telefon soll weiterhin separat genutzt werden können, etwa um Anrufe entgegenzunehmen. Die Desktop-Oberfläche selbst verfügt über eine Schnellstartleiste am unteren Rand. Verknüpfungen auf dem Desktop abzulegen, scheint auch möglich zu sein.

Bei Maru handelt es sich nicht um eine zusätzliche App, die auf einem bestehenden Android-System läuft, sondern um ein eigenes alternatives System, das Android und Debian Linux kombiniert. Schließt der Nutzer einen Monitor an, wird auf diesem Debian angezeigt.

Maru wird zunächst nur für das Nexus 5 zur Verfügung stehen, weitere Smartphones sollen folgen. Interessenten können sich auf eine Liste setzen lassen, die erste Betaversion von Maru soll Mitte Februar 2016 zur Verfügung stehen.

Maru OS ist eine interessante Lösung, um Android-Smartphones auch als Desktop-PC nutzbar zu machen. Google selbst ist noch nicht so weit, soll aber an einer Lösung arbeiten. Hersteller wie Microsoft und Canonical sind da schon etwas weiter.

Microsoft hat mit Continuum für Windows 10 Mobile eine eigene Lösung für die Darstellung eines mobilen Systems auf einem externen Monitor.
Hersteller Canonical bietet für Ubuntu die sogenannte Convergence an: Anders als bei Continuum wird hier tatsächlich ein vollständiges Desktop-System auf dem externen Monitor dargestellt.

Teaser & Image „Powered By Android“ (adapted) by JD Hancock (CC BY 2.0)

About Patrick Kiurina
Patrick Kiurina war von 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv. Zuvor studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.