Samsung Galaxy S7 – der Anfang vom Ende einer Ära?

In der letzten Woche präsentierten Elektronikhersteller in Barcelona ihre Flaggschiff-Geräte für das Jahr 2016. Darunter auch Samsung, die mit dem Galaxy S7 ihre High-End-Waffe für das neue Modelljahr vorstellten. Doch Innovationen suchte man vergebens. Läutet das Samsung Galaxy S7 das Ende der androiden Überlegenheit des koreanischen Herstellers ein?

Vor sieben Jahren nun schon erblickte das erste Samsung-Flaggschiff die Welt. Seitdem hat sich am Markt viel getan: Hersteller kamen und gingen, Prioritäten veränderten sich. Die Galaxy-Serie gehörte immer zur Technik-Speerspitze, die Verkaufszahlen beeindruckten. Doch so langsam scheint dem Elektronikriesen die Puste auszugehen. Bereits mit dem Galaxy S6 verzeichnete der Smartphone-Hersteller rückläufige Verkaufszahlen. Nach stetigem Wachstum fiel die Zahl der abgesetzten Geräte 2015 hinter denen des S4. Grund sind neben immer stärker werdenden Mitbewerbern nicht zuletzt die fehlende Innovativität der Smartphones.

Kaum Innovationen beim Samsung Galaxy S7

Dieser Trend könnte sich mit dem jüngst präsentierten Samsung Galaxy S7 fortsetzen – auch wenn sich im Inneren die Crème de la Crème der Hardwarekomponenten tummeln. Das 5,1 Zoll große Super-AMOLED-Display löst nunmehr mit QuadHD auf und bietet eine Pixeldichte von 577 ppi. Je nach Verkaufsland werkelt ein 64-Bit Octa-Core- (2,3 GHz Quad + 1,6 GHz Quad) oder Quad-Core-Prozessor (2,15 GHz Dual + 1,6 GHz Dual) aus eigener Produktion unter der mittlerweile wasserdichten Kunststoffhaube. Der Arbeitsspeicher beträgt 4 GB, intern können 32 bzw. 64 GB an Daten gespeichert werden. Wenigstens verbaut Samsung nach harscher Kritik im letzten Jahr wieder einen microSD-Slot, der bis zu 200 GB große Riegel lesen kann.

Die Kamera wird in der neuen Modellreihe lichtstärker. Nunmehr kommt ein geringer auflösendes 12 Megapixel-Modul mit F1.7 Blende zum Einsatz. Auf der Frontseite verbaut Samsung eine 5 Megapixel-Kamera mit gleicher Blende. Soundtechnisch bewegt sich der koreanische Hersteller weiter auf dem Niveau von vor 3 Jahren und spendiert lediglich einen Mono-Speaker. Zwar besitzt das Samsung Galaxy S7 mit WLAN a/b/g/n/ac (2,4 & 5 GHz), Bluetooth 4.2, NFC und GPS alle aktuellen Funkstandards allerdings fehlt ein USB-C-Port. Stattdessen wird der 3.000 mAh starke fest verbaute Akku nur über einen microUSB-Anschluss aufgeladen. Daraus resultieren auch längere Ladezeiten. Kaum erwähnenswert ist die aktuelle Android-Version 6.0 Marshmallow, die selbstverständlich auf dem Smartphone läuft.

LGs neues Ökosystem ist attraktiver

Richtige Innovationen fehlen also leider beim neuesten Samsung-Spross Galaxy S7. Konkurrenten wie LG mit dem jüngst vorgestellten modularen G5 und neuem Ökosystem werden so weitere Marktanteile abknabbern. Auch der große Bruder S7 Edge mit abgerundeten Displaykanten besitzt nichts weiter als ein Hardware-Upgrade, auf das Besitzer der Vorgänger-Modelle gut und gerne verzichten können. Mit Preisen von 699 Euro (S7) und 799 (S7 Edge) wird es schwierig sein gegen die Mitbewerber bestehen zu können. Da hilft es auch nichts, dass der koreanische Hersteller für Erstkäufer eine Gear VR on Top packt. Die Verkaufszahlen könnten auch 2016 weiter sinken.


Image by Samsung


 

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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