Honor 7, BQ Aquaris M5.5 und Jiayu S3+: Drei Smartphone-Geheimtipps, die ihr vielleicht noch nicht kennt

700, 800, gar 900 Euro? Ein gelungenes Android-Smartphone muss heutzutage nicht mehr so viel wie ein Mittelmeer-Urlaub kosten. Wer nicht zwingend ein Gerät einer Top-Marke wie Samsung, Sony, LG und HTC sein Eigen nennen möchte, findet bei kleineren Herstellern ebenfalls preiswerte Alternativen. Deren Marken sind zwar nicht so bekannt, aber ihre Geräte trotzdem empfehlenswert. Mehr als 230 bis 350 Euro muss niemand mehr für ein Smartphone ausgeben, wie drei Geheimtipps von Herstellern wie Honor, BQ und Jiayu zeigen. Ich stelle die Geheimtipps Honor 7, BQ Aquaris M5.5 und Jiyau S3+ vor.

Zu diesem Preis erhalten Konsumenten inzwischen Geräte mit brillanten Displays in Full-HD, schnappschussfähigen Kameras, schnellem LTE-Internet und einer Rechen- und Speicherleistung, die für die gängigsten Aufgaben locker ausreicht. Surfen, WhatsApp, Fotografieren im Tageslicht, Spotify und YouTube – alles kein Problem.

Doch warum geht das so günstig? Zum Teil können die Herausforderer knapper kalkulieren, weil sie weniger für Werbung und Vertrieb ausgeben als die Platzhirsche. Zudem ist ein großer Teil der maßgeblichen Smartphone-Technik inzwischen Massenware und daher günstig einzukaufen – zumal das technische Innenleben beim folgenden Geheimtipp-Trio natürlich nicht im Highend-Bereich angesiedelt ist. Im Alltag fällt das maximal auf, wenn ein sehr hardwarehungriges Spiel leicht ruckelt. Wer mit Gehäusen leben kann, die teilweise oder ganz aus Kunststoff sind, und auch keinen Wert auf das superschlankeste Design legt, kommt bei Mittelklasse-Smartphones auf seine Kosten.

Geheimtipp 1: Honor 7

Honor7 ( Image by Berti Kolbow-Lehradt)
Honor ist eine Tochtermarke vom chinesischen Hersteller Huawei, der von den Herausforderern noch der bekannteste ist. Während Huawei auf den Premium-Markt abzielt, richtet sich das Honor 7 insbesondere sich an eine junge, preissensible Zielgruppe, der Internet und Fotos wichtig sind. Aus diesem Grund befindet sich am linken Gehäuserand eine „Smart-Taste“, die mit bis zu drei Schnellstartfunktionen belegt werden kann. Die Google-Suche, Facebook oder die Kamera-App starten dann per Knopfdruck.

Aber viel mehr beeindruckt das hochwertige Gehäuse, das teilweise aus Metall gefertigt ist. Die eleganten Schliffkanten machen richtig was her. Das ist in dieser Preisklasse genauso wenig selbstverständlich wie der Fingerabdruckscanner auf der Rückseite, der zum Beispiel das Gerät entsperrt oder die Kamera auslöst. Die Rückkamera mit Sony-Chip knipst bei Tageslicht gute Fotos. Gewöhnungsbedürftig ist die über Android gestülpte Software-Oberfläche von Huawei, die ohne App-Drawer auskommt und daher ans iPhone erinnert. Ich mag sie sehr. Einen ausführlichen Test des Honor 7 findet ihr hier.

Was mir gefällt:
– Elegantes Gehäuse mit Metall-Rückseite und -rändern, sehr schmaler Rand ums Display
– Praktische Schnellfunktionen durch Fingerabdruckscanner, Smart-Taste und Screenshot durch doppelten Knöcheldruck.
– arbeitet schnell und flüssig, schnell im Netz mit LTE
– scharfer, heller und kontrastreicher Bildschirm, auch bei seitlicher Sicht

Was besser sein könnte:
– Die Sprachsteuerung von Honor ist im Alltag nicht intuitiv benutzbar, da nur auf Englisch verfügbar
– Schade, dass der 8,5 mm dicke Rand nicht schmaler ist

Technische Eckdaten:
– 5,2 Zoll IPS-Display (Full-HD 1920 x 1080, 424 ppi)
– Android 5.0.2 (Update auf Android 6 geplant)
– HiSilicon Kirin 935 Acht-Kern-Prozessor
– 3 GB Arbeitsspeicher
– zweiter Steckplatz für Nano-SIM oder microSD
– 16 GB Massenspeicher, erweiterbar mit microSD auf bis zu 128 GB
– 3100 mAh Akku
– Fingerabdruckscanner auf der Rückseite
– 20 MP hinten, 8 MP vorne
– 143,2 x 71,9 x 8,5 mm, 157 Gramm

Preis: 349,99 Euro UVP, ca. 320 Euro im Online-Handel

Geheimtipp 2: BQ Aquaris M5.5

BQAquaris (Image by Berti Kolbow-Lehradt)

Längst nicht alle Newcomer stammen aus Asien, wie man beispielsweise am BQ Aquaris M5.5 sieht. BQ möchte von Spanien aus Deutschland aufrollen. Seit Sommer 2015 vertreibt der Herausforderer von der iberischen Halbinsel Smartphones und mehr ausschließlich direkt übers Web. Das Phablet Aquaris M5.5 wirkt angesichts der Display-Diagonale von 5,5 Zoll und des wuchtigen Gehäuses nicht gerade wie eine leichte Mittelmeer-Brise. Dennoch versprüht das BQ Aquaris M5.5 gerade deswegen einen eigenen, kantigen Charme. Das Gehäuse ist aus Kunststoff, wirkt aber dennoch wertig. Die Verarbeitungsqualität ist einwandfrei, dank gummierter Rückseite liegt das Aquaris M5.5 gut in der Hand.

BQ gibt fünf Jahre Garantie – das zeugt von Selbstvertrauen. Schade, dass ich die vollständigen Garantiebedingungen nur auf Spanisch aufrufen konnte. Vom Display über die Arbeitsgeschwindigkeit bis hin zu Akku und Kamera – das Hardwarepaket bietet eine prima Leistung. Mit einem optischen Bildstabilisator in der Kamera und Dolby Atmos Surround-Sound im Lautsprecher sind sogar einige Extras an Bord des BQ Aquaris M5.5. Olé!

Was mir gefällt:
– Flüssige Bedienung ohne Ruckeln, schnelles LTE-Internet
– Display ist dank Quantum Color + sehr farbprächtig
– Fotos bei gutem Licht in Ordnung

Was besser sein könnte:
– Speichererweiterung nur bis 32 GB? Das ist knauserig.
– Bei der Einrichtung wurde mir eine kostenpflichtige Versicherung und eine Antivir-Software angeboten. Am besten auf „kein Interesse“ klicken und weiter.
– Keine Kopfhörer im Lieferumfang
– kantig und schwer, wirkt nicht besonders elegant

Technische Eckdaten:
– 5,5 Zoll IPS-Display (Full-HD 1920 x 1080, 400 ppi)
– Android 5.1.1
– Qualcomm Snapdragon 615 Acht-Kern-Prozessor
– 2 GB oder 3 GB Arbeitsspeicher verfügbar
– 16 GB oder 32 GB Massenspeicher verfügbar erweiterbar per microSD bis 32 GB
– Dual MicroSiM-Slot
– 3500 mAh Akku
– 13 MP hinten, 5 MP vorne
– 151,8 x 75,5 x 8,5 mm, 180 Gramm

Preis: 309,90 bis 329,90 Euro UVP, ab ca. 290 Euro im Online-Handel

Geheimtipp 3: Jiayu S3+

JiayuS3 (Image by Berti Kolbow-Lehradt)

Der chinesischer Hersteller Jiayu ist am Markt junges Gemüse – da passt es, dass der Firmenname und das Logo für „Keimling“ stehen. Jiayu-Smartphones sind hierzulande im Flagship-Store in Kassel und über die Herstellerseite erhältlich. Mit rund 230 Euro ist das aktuelle Top-Gerät S3+ sehr günstig. Dies gelingt laut Jiayu, weil praktisch kein Geld ins Marketing fließt. Jiayu fertigt im Manufaktur-Stil per Hand.

Das Gehäuse mit Metallrahmen und Kunststoffrückseite wirkt wertig. Nach mehrmaligen Öffnen knarzte mein Testgerät jedoch. Für ein 5,5-Zoll-Phablet ist es mit 158 Gramm relativ leicht. Der Rahmen um das Display ist etwas breiter als bei höherpreisigen Smartphones. Die Rückseite ist mattiert und daher nicht anfällig für Fingerabdrücke. Softwareseitig kam mein Testgerät recht „nackt“ daher. Nur sehr wenige Apps waren vorinstalliert. Immerhin war Bloatware somit kein Problem. Das Gerät startete auf Englisch, ließ sich später auf Deutsch umstellen. Allerdings erschien der bei anderen Android-Geräten übliche Einrichtungsassistent nicht. Somit ist das S3+ eher für erfahrenere Android-Nutzer zu empfehlen. Anfängliche WLAN-Probleme behob ein Android-Update. Display und Kamera sind deutlich besser als es der niedrige Preis vermuten lässt. Ferner reicht die Rechenleistung im Alltag vollkommen, macht nur bei grafiklastigen Spielen schlapp.

Was mir gefällt:
– sehr günstiger Einstieg in LTE-Internet
– schnell genug für Alltagsaufgaben
– Gehäuse liegt gut in der Hand und wirkt wertig
– Brillantes Display kann mit denen von Smartphone-Flaggschiffe mithalten
– wechselbarer Akku

Was könnte besser sein:
– Gehäuse knarzte nach mehrmaligem Öffnen beim Testmodell
– Lautsprecher klingt unterdurchschnittlich dünn im Bass
– kein Gamer-Smartphone – das hardwarehungrige Rennspiel Asphalt 8 ruckelte

Technische Eckdaten:
– 5,5 Zoll-Display (Full-HD 1920 x 1080)
– Android 5.1.1
– MediaTek MT6753 Acht-Kern-Prozessor
– 3 GB Arbeitsspeicher
– 16 GB Massenspeicher, erweiterbar mit microSD
– 13-MP-Rückkamera von Sony, 5-MP-Frontkamera von Samsung
– 3100 mAh Akku
– 152 x 75,5 x 8,9 mm, 158 Gramm

Preis: 229 Euro UVP

About Berti Kolbow-Lehradt
Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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