Oracle fordert 9,3 Milliarden US-Dollar von Google

Bereits seit über fünf Jahren besteht ein Rechtsstreit zwischen Google und Oracle. Grund für diesen Streit ist die Verwendung von Java in Android. Gerade als man dachte das Thema sei vom Tisch, taucht nun ein juristisches Dokument auf, in dem Oracle eine Strafe in Höhe von 9,3 Milliarden US-Dollar vom Suchmaschinenriesen fordert.

Das Verfahren zwischen Oracle und Google endete immer wieder mit Entscheidungen zu Gunsten von beiden Seiten, die dann im Anschluss aber wieder revidiert wurden. Ausgelöst wurde der Streit dadurch, dass Google Java als Basis für Android verwendet, dafür aber nie eine Lizenz erworben hatte. Allerdings war das vor 2010 auch nicht nötig, da die Firma Sun Microsystems Java als quelloffenes, kostenloses Angebot bereitgestellt hatte. Jedoch gehört Sun seit 2010 zu Oracle und genau seitdem möchte das Unternehmen auch Lizenzgebühren von Google einklagen.

Java ist zwar nach wie vor Open Source, allerdings lässt sich Oracle für die Verwendung einzelner Programmierschnittstellen (APIs) bezahlen, sowie für die des Java-Logos. Der IT-Riese beruft sich seit Beginn des Streits auf das Versprechen von Oracle, dass Java kostenfrei bleibe. Dieses wurde vor einigen Jahren ohne Begründung zurückgezogen.

Zwar wird sich Google mit der kommenden Version von Android endgültig von Java verabschieden, vorher möchte Oracle allerdings noch einmal richtig abkassieren. Die Anwälte von Oracle haben vorgerechnet, dass durch die Verwendung der eigenen Java-API in Android ein Schaden von 475 Millionen Dollar entstanden ist. Schwerwiegender ist laut Oracle allerdings der Gewinnausfall, da das Unternehmen bereits seit Jahren Lizenzgebühren fordert. Da sich diese auf die durch Google erwirtschaftete Summe beziehen, kommt man auf ganze 8,83 Milliarden Dollar. Insgesamt kommt man somit auf eine Forderung von 9,3 Milliarden Dollar.

Wenig überraschend hält Google diese Forderung für weit übertrieben und weist sämtliche Schuld von sich. Das Verfahren soll am 9. Mai starten und könnte sich wieder mal endlos in die Länge ziehen.

Image „ORACLE“ (adapted) by Peter Kaminski (CC BY 2.0)

About Patrick Kiurina
Patrick Kiurina war von 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv. Zuvor studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.