Kabellos durch die Nacht: Bluetooth-Kopfhörer Teufel Airy im Test

Ich liebe es, mit dem Smartphone Musik zu hören und hasse Kabel – an Kopfhörern mit Bluetooth (BT) führt für mich daher kein Weg vorbei. Für gute BT-Kopfhörer müssen Musikfreunde mitunter tief in die Tasche greifen. Mit einem guten Gesamtpaket zu einem Kampfpreis will hingegen Kopfhörer-Newcomer Teufel den etablierten Herstellern die Hölle heiß machen. Sein erstes BT-Modell „Airy“ kostet mit 149 Euro nur halb soviel wie Spitzen-Kopfhörer traditioneller Marken. Er soll laut Teufel aber dennoch wie „ein Champion“ aufspielen. Ich habe mir den Teufel Airy für euch angehört.

Gut ausgestattet

Diesen Teufel schickt der Himmel, denn wie alle Produkte des Direktversenders ist der Teufel Airy nur in der Datenwolke, also dem Internet, erhältlich. Weil das Modell somit nicht vor Ort ausprobiert werden kann, nimmt der Hersteller den Airy bei Nichtgefallen auch nach imposanten acht Wochen Probezeit zurück. Die Ausstattung gibt keinen Anlass dafür.

Der ohraufliegende Bügelkopfhörer verfügt über energiesparsames Bluetooth 4.0 und kann komfortabel per NFC gekoppelt werden. Über ein Lautstärkerad und drei Tasten an der rechten Ohrmuschel steuern Nutzer die Musik. Zum Glück befindet sich darunter auch eine dezidierte Taste zum Zurück-Skippen, sodass keine Tipp-Orgie wie bei Multifunktionstasten anderer Hersteller anfällt.

Der integrierte Akku bietet mit bis zu 20 Stunden Laufzeit so viel Ausdauer, dass er nicht oft per beigelegten Micro-USB-Kabel aufgeladen werden muss. Geht der Saft mal fernab einer Steckdose aus, lässt der Kopfhörer sich mit dem ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Klinkenkabel (3,5 Millimeter) ans Smartphone stöpseln. Eine Fernbedienung enthält das Audiokabel nicht. Bei leerem Akku wird das Smartphone wieder zur Steuerzentrale. Die Transporttasche wirkt sehr robust, ist aber recht groß und sperrig, weil der Bügel des Airy sich nicht falten lässt.

Klang und Tragekomfort: Federleichter Bass-Berserker

Mit 150 Gramm Gewicht ist der Airy sehr leicht. Dennoch bietet die straff sitzende Bügelkonstruktion einen angenehmen Anpressdruck, der auch nach Stunden nicht negativ auffällt. Auf diese Weise verrutscht das Lauscherpaar selbst beim Joggen nicht. Weil die Ohrmuscheln eng anliegen, transportieren die 40-Millimeter-Treiber den Bass selbst bei mittelschwerer Geräuschkulisse auf der Straße oder in der Bahn sehr gut. Die Tiefen sind die Stärke des bass-orientiert abgestimmten Modells. Mitten und Höhen kommen zwar nicht zu kurz. Sie bieten aber nicht so viele Details wie ich sie bei doppelt so teuren Spitzen-Kopfhörern erlebt habe. Hier zeigt sich der Preisunterschied. Insgesamt bietet das Mittelklasse aber ein ausgewogenes, detailreiches Klangbild und kann somit in der Kernkompetenz eines Kopfhörers überzeugen.

Optik und Haptik: Steril-stylisches Gehäuse

Teufel weiß natürlich, dass Kopfhörer heutzutage nicht nur gut klingen, sondern auch ansprechend aussehen sollten. Daher ermöglicht der Hersteller modebewussten Musikfans, das in den Farbvarianten Anthrazit, Weiß und Ivory erhältliche Modell dank verschiedenfarbiger Ohrpolster und Silikonringe aus dem optionalen Color Kit (39,99 Euro) ganz nach ihrem Geschmack zu individualisieren. Dieses Customization-Prinzip ist derzeit bei keinem anderem BT-Kopfhörer möglich (wohl aber bei den kabelgebundenen Modellen Custom One Pro Plus und Custom Studio von Beyerdynamic).

Schade nur, dass Teufel bei der Haptik statt an Designfans eher an OP-Reinigungskräfte gedacht zu haben scheint. Damit das Gehäuse leicht von Sportlerschweiß zu reinigen ist, hat sich der Hersteller für einen Kunststoff entschieden, der sich sehr stumpf und irgendwie „trocken“ anfühlt, den ich aber nicht besonders gern anfasse. Zudem quietscht und knarzt die Bügelkonstruktion mitunter. Hier spart Teufel meines Erachtens am falschen Ende.

Test-Fazit Teufel Airy

Bei seinem ersten Kopfhörer mit Bluetooth macht Teufel sehr viel richtig. Zu diesem Preis klingt der Mittelklasse-Kopfhörer tatsächlich wie ein Champion. Der Teufel Airy lässt sich komfortabel bedienen und hält lange durch. Mit der Möglichkeit, das Design durch optionales Zubehör zu individualisieren, setzt sich der Hersteller von der Masse ab. Das geringe Gewicht und die leicht zu reinigende Oberfläche freut Sportler.

Die Anfass-Qualität des Gehäuses finde ich jedoch buchstäblich schauderhaft. Zudem würde ich mir für ein etwaiges Nachfolgemodell eine Faltkonstruktion zum einfacheren Transport wünschen. Insgesamt tut das dem richtig guten Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Unter den Bluetooth-Kopfhörern ist der Teufel Airy mein Preis-Leistungs-Tipp in der Mittelklasse.

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Images by Berti Kolbow-Lehradt


About Berti Kolbow-Lehradt
Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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