Android-Updates: Google erhöht den Druck auf Smartphone-Hersteller

Android-Updates sind bei Google ein leidiges Thema. Diverse Male hat der IT-Riese bereits versucht, das Problem der schlechten Update-Politik von Herstellern zu beheben. Die Update-Versorgung ist ein chronisches Problem. Scheinbar erwägt der Konzern künftig eine ganz neue Strategie. So könnten Smartphone-Hersteller von Google in Zukunft an den Pranger gestellt werden. Eine Liste mit den größten Update-Sündern soll intern bereits existieren.

Die Update-Politik einiger Smartphone-Hersteller stößt bereits seit vielen Jahren bei den Kunden auf Unverständnis. Grund hierfür sind fehlende Android-Updates, die von den Smartphone-Herstellern und Mobilfunkbetreibern oftmals nicht an die Kunden weitergegeben werden. So laufen mehr als 90 Prozent aller Android-Geräte auf einer veralteten Betriebssystemversion. Die aktuellste Version des Betriebssystems Marshmallow 6, ist gerade mal auf 7,5 Prozent aller Android-Geräte vertreten. Seit Jahren bereits versucht Google die Hersteller zu schnelleren Updates zu drängen. Nun scheinen in Mountain View ganz andere Seiten aufgezogen zu werden.

Zu wenige und zu seltene Android-Updates: Liste mit schwarzen Schafen

Bereits seit Anfang des Jahres soll eine Liste existieren, die zeigt, welche Smartphone-Hersteller und Mobilfunkbetreiber besonders langsam bei der Veröffentlichung von Android- und Sicherheitsupdates sind und welche besonders vorbildlich mit den Updates umgehen. Ein öffentliches Anprangern dieser Art, könnte sich für einige Unternehmen als äußerst unangenehm herausstellen und eine geschäftsschädigende Wirkung haben.

Wie Bloomberg berichtet, hat Google eine solche Liste bereits zu Beginn des Jahres angefertigt. Eine Verteilung der Liste erfolgte zwar bislang nur intern unter den Android-Partnern, allerdings wurde diskutiert die Liste zu veröffentlichen, um Druck auf einige Hersteller auszuüben.

Dass Google jetzt den Druck auf die Hersteller erhöht, ist nachvollziehbar. Ein wichtiger Grund dahinter ist schließlich die Sicherheit. Denn auch obwohl die Hersteller den Großteil der sicherheitsrelevanten Android-Updates mittlerweile in separaten Patches ausgliedern, kommt es nicht selten vor, dass diese zu spät oder letztlich gar nicht bei den Kunden ankommen.

Laut Bloomberg wollte sich Google bislang nicht selbst zu den Plänen äußern. Eventuell reicht bereits eine Androhung aus, damit die Hersteller in Zukunft bezüglich der Android-Updates etwas schneller agieren.

Image „Galaxy Nexus Update Android 4.2 via ADB“ (adapted) by Sylvain Naudin (CC BY-SA 2.0)

About Patrick Kiurina
Patrick Kiurina war von 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv. Zuvor studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.