Klangvoller, kabelloser Premium-Speaker: BeoPlay A1 im Test

So langsam kommt auch der diesjährige Sommer in Fahrt und die Menschen zieht es hinaus ins Grüne, um mit Familie und Freunden schöne Stunden zu verbringen. Immer öfter ist auch ein Bluetooth-Speaker dabei, der für die musikalische Untermalung sorgt. Der dänische Audio-Experte Bang & Olufsen hat deshalb mit dem BeoPlay A1 ein leistungsstarkes Premium-Gadget auf den Markt gebracht, das mit einem hochwertigen Design, aber auch außergewöhnlichen Klang überzeugen soll. Doch hält der Speaker was er verspricht? Wir haben es im Alltag getestet.

Verpackung, Design und Verarbeitung

Ausgeliefert wird der BeoPlay A1 in einer massiven Kartonverpackung. Unter dem Deckel befindet sich der Lautsprecher selbst in einer samtigen Kunststoff-Form. Darunter versteckt sich als einziges Zubehörteil ein USB-Kabel Type C zum Aufladen des Akkus. Leider fehlt ein entsprechendes Netzteil – so muss ein USB-Anschluss von PC/Notebook oder ein bereits verfügbares Exemplar herhalten. Für den Schnellstart gibt’s zudem eine kurze Anleitung.

Nimmt man den BeoPlay A1 aus dem Karton fällt sofort das hohe Gewicht auf, das bei 600g liegt. Mit einem Durchmesser von 133 mm und einer Höhe von 48 mm ist der Lautsprecher allerdings sehr kompakt und schnell im Rucksack verstaut. Dahin gehört er allerdings nur zum Transport, denn das moderne Design lädt zum Präsentieren ein. Dank einer stilvoll gestalteten Aluminium-Abdeckung macht der Speaker auch im heimischen Wohnzimmer eine gute Figur. Rings um der in Kunststoff gehaltenen unteren Geräte-Hälfte, sind die Steuer-Buttons sowie der micro-USB Type-C und Aux-In Anschluss integriert. Eine lederne Trageschlaufe ermöglicht das Aufhängen des BeoPlay A1. Die Unterseite ziert lediglich ein B&O-Logo.

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Image by Jonas Haller

Funktionsumfang und Bedienung

Der Beoplay ist ein klassischer Bluetooth-Lautsprecher, der aber ebenso gut über einen 3,5mm Klinkenanschluss genutzt werden kann. Die Konfiguration geht wie üblich schnell und ohne großen Aufwand von der Hand. Dazu muss am BeoPlay A1 lediglich die Bluetooth-Taste lang gedrückt und auf dem Smartphone die Bluetooth-Suche aktiviert werden. Ist das geschehen, kann auch direkt die Lieblingsmusik gehört oder per integriertem Mikrofon die Freisprechfunktion genutzt werden.

Wer allerdings noch mehr aus dem kleinen Speaker heraus holen möchte, lädt die offizielle App aus dem Play Store. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit zwei Geräte miteinander zu koppeln, sondern stellt auch einen Equalizer bereit, der allerdings in einer etwas anderen Form als der geläufige 5-Band-EQ. Bang & Olufsen selbst nennt ihn ToneTouch. Im Mittelpunkt steht ein zweidimensionaler Kreis, der innerhalb eines großen Kreises verschoben werden kann und so die einzelnen Frequenzen verstärkt oder abschwächt. Zudem gibt es einzelne Presets, die gewählt werden können. Klanglich verbessern die einzelnen Einstellungen die Klangqualität merklich, aber dazu später mehr.

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Screenshots by Jonas Haller

Weniger optimal gestaltet sich die Bedienung am Lautsprecher selbst. Die Buttons sind rings um das Gadget angeordnet. Aufgrund einer fehlenden haptischen Rückmeldung können die Knöpfe nur mit Sichtkontakt bedient werden. Besonders Abends bei schlechten Lichtbedingungen gestaltet sich das Auffinden als aussichtslos. Dass zudem die Buttons und Symbole sehr klein sind, macht das Ganze nicht besser. Auch der Druckpunkt hätte etwas kräftiger sein können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Klangqualität

Vor allem bei mobilen Lautsprechern in der Preisklasse um 250 Euro muss natürlich die Soundqualität stimmen. Bang & Olufsen gibt sich hier keine Blöße und verbaut wohl die besten Komponenten, die es auf so kompaktem Bauraum gibt. Das 2-Wege-System bietet einen 360-Grad-Sound, der seinesgleichen sucht. Der Konusförmige Mitteltöner besteht aus Aluminium, die 3/4 Zoll großen Kalottenhochtöner sind mit einer Seidenmembran und einem DSP-Filter ausgestattet. Der dänische Hersteller spricht von einer Maximalleistung von 2x 140 Watt, was angesichts der Ausmaße schier unglaublich klingt. Mit diesem technischen Rafinessen deckt der BeoPlay einen Frequenzbereich von 60 – 24.000 Hz (!) ab.

Klanglich hört man die Leistung der Komponenten mehr als deutlich. Selbst Vergleiche mit den großen mobilen Boxen der Mitbewerber Ultimate Ears oder Jabra braucht der BeoPlay A1 nicht scheuen. Neben fein dosierten Höhen sind die Bässe so kraftvoll, dass für mittelgroße Räume keine externen Lautsprecher nötig sind. Der fein dosierbare Equalizer ermöglicht zudem ein Anpassen auf die eigenen Klangvorlieben. Auch die Freisprechfunktion kann durch ein klares Klangbild überzeugen.

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Image by Jonas Haller

Akku

Bang & Olufsen selbst wirbt mit einer Akkulaufzeit von 24 Stunden, doch die sind im Alltag eher utopisch. Hier muss – je nach Musikgenre – den leistungsfähigen Komponenten Tribut gezollt werden. Auf etwa 50% Lautstärke wurden rund 12 Stunden Laufzeit erreicht, reizt man das Gadget aus ist entsprechend schneller Schluss. Dass der 2.200 mAh leistende Akku nicht noch früher schlapp macht, ist der neuartigen Verstärkersteuerung und einem Adaptive Power Management zu verdanken. Der regelt passgenau, wann welche Energiemenge benötigt wird. Je nach verwendetem Netzteil ist der Lithium-Ionen-Akku nach der Nutzung in maximal drei Stunden wieder vollständig geladen. Dank USB Type-C können auch höhere Ladeströme bis 3 A erreicht und der Ladevorgang somit beschleunigt werden.

Fazit

Der Markt der Mobil-Lautsprecher ist hart umkämpft. Mit dem BeoPlay A1 will auch der dänische Premium-Hersteller Bang & Olufsen mitmischen. Überzeugen kann das kompakte Gadget in erster Linie bei Material- und Verarbeitungsqualität, Funktionsumfang und Klangqualität. Letztere besticht durch ihre Ausgewogenheit, aber auch kraftvollen Klänge. Es ist wohl kaum übertrieben zu sagen, dass die Dänen damit die Spitze des technisch machbaren darstellen. Abstriche müssen allerdings bei der Usability und der Akkulaufzeit gemacht werden. Vor allem der Energiespender wird von B&O mit herausragenden 24 Stunden Laufzeit beworben. Dass in der Praxis nur die Hälfte davon erreicht wird, ist ungebührlich. Abgesehen von diesen Einschränkungen ist der BeoPlay A1 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Euro ein gutes Angebot, das für Audio-Enthusiasten eine Kaufempfehlung verdient hat.


Images und Screenshots by Jonas Haller


 

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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