Readly: „Die Magazin-Flatrate“ im Test (mit Gewinnspiel)

Die Digitalisierung geht an auch an den Printmedien nicht spurlos vorüber. Nahezu alle Verlage haben mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen und suchen nach neuen Möglichkeiten, um sich auf dem wandelnden Markt zu etablieren. Einer dieser digitalen Alternativen ist der Dienst Readly – die sogenannte „Magazin-Flatrate“. Mit einer monatlichen Gebühr von 9,99 Euro erwirbt der Käufer das Leserecht von tausenden Zeitschriften. Wir haben den aus Schweden stammenden Service getestet und verraten, ob sich das Angebot auch für deutsche Nutzer lohnt.

Zeitschriften sind out. In Zeiten von sich schnell verbreitenden Nachrichten über News-Apps und soziale Netzwerke sind die gedruckten Pendants ins Hintertreffen geraten. Das Smartphone ist zur Nachrichtenquelle Nummer 1 geworden. Doch der digitale Kampf ist noch nicht verloren. Eine der Lichtblicke ist die schwedische Streaming-App Readly, die sich bereits seit 2012 auf dem Markt zu etablieren versucht. Da immer mehr Medienhäuser den Nutzen des Modells erkennen, wird das Angebot auch hierzulande immer interessanter. Von den über 1.745 verfügbaren Magazinen können über 366 in deutscher Sprache konsumiert werden.

Darunter zählen in erster Linie Titel aus der Computerbranche (Computer Bild, Chip, Connect), dem automobilen Sektor (Auto Motor Sport, Auto Zeitung, Auto Strassenverkehr) und natürlich Sport (Sport Bild, Kicker, Outdoor Magazin, Mountain Bike). Aber auch Lifestyle-Exemplare wie beispielsweise aus der Musik- (Spex, Vice, Rolling Stone) oder der Modebranche (In Touch, Cosmopolitan, Joy) sind vertreten. Neben den aktuellen können auch ältere Ausgaben durchstöbert werden. Die komplette Magazinauswahl ist vorab auf der Webseite verfügbar. Der Zugriff ist unter anderem über eine Android-App möglich, die wir in diesem Test näher beleuchten wollen.

Ein Konto – Fünf Geräte

Die Anwendung ist über den Play Store erreichbar und innerhalb weniger Sekunden auf das Endgerät geladen. Sofern nicht vorhanden, muss beim ersten Öffnen ein eigenes Konto erstellt werden. Neben dem damit registrierten Smartphone oder Tablet dürfen vier weitere Geräte mit dem Konto verbunden werden. Readly selbst erlaubt die Beteiligung von „fünf im Haushalt zusammenlebenden Personen“. Wie man das nun auslegt, ist wohl jedem selbst überlassen. Anschließend können ebenso viele Profile angelegt werden, in denen die persönlichen Vorlieben gespeichert sind. Das heißt favorisierte Zeitschriften sind dann mit nur einem Fingertipp verfügbar und der Nutzer wird beim Erscheinen einer neuen Ausgabe über die Notification Bar benachrichtigt – eine feine und praktische Sache.

Ist die Anwendung eingerichtet werden direkt die neuesten Magazine angezeigt. Per Fingertipp auf selbige wird das Exemplar geöffnet und geladen. Während die ersten Seiten schnell verfügbar sind, kann das komplette Downloaden je nach Seitenzahl eine Weile dauern. Grund dafür sind die hohen Auflösungen der einzelnen Seiten. Als Poweruser können dann schnell etliche hundert Megabyte über den Äther gehen, was vor allem für Nutzer mit kleinem Datenvolumen ärgerlich ist. Für Smartphone-Nutzer dürfte zudem die mehr oder weniger vorhandene Aufbereitung für Unmut sorgen: Zeitschriften werden 1:1 in die App übertragen, was ein ständiges Ein- und Auszoomen zur Folge hat. Besonders bei längeren Artikeln ist das nervig. Eine Anpassung des Artikellayouts auf die Displaygröße wäre deutlich komfortabler.

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Tabletnutzer im Vorteil

Aufgrund der größeren Aktionsfläche lohnt sich Readly sowieso deutlich besser für Tablets. Neben einer größeren Anzahl von Magazinen in der Übersicht werden auch die Seiten an sich lesefreundlicher dargestellt. Je nach Displaygröße – im Test war unter anderem ein 13-Zoll-Gerät in Verwendung – ist das Zoomen nur in Ausnahmefällen nötig. Dank spezieller Lesemodi verschiedener Endgeräte gestaltet sich das Lesevergnügen deutlich positiver und vor allem weniger ermüdender. In Sachen Usability ließ die mobile Anwendungen keinerlei Wünsche offen. Die Navigation ging selbst auf drei Jahren alten Smartphones flott und ohne Abstürze von der Hand. Die Menüfuhrung ist intuitiv und Buttons an den richtigen Stellen. Wer mehrere Geräte nutzt, kann über integrierte Lesezeichen die jeweils zuletzt geöffnete Seite anzeigen lassen. In den entsprechenden Magazinen gedruckte Links lassen sich direkt aus der App öffnen. Und: Nach den letzten Updates kann sich auch das Design sehen lassen.

Bleibt noch die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 9,99 Euro pro Monat warten insgesamt 1.800 Zeitschriften, von denen über 300 in deutscher Sprache sind. Die Auswahl beschränkt sich dabei allerdings zu einem großen Teil auf die sogenannte „Yellow Press“ sowie den „Fachzeitschriften“ einiger etablierter Medienhäuser wie der Motor Presse Stuttgart, Hubert Burda Media und der Bauer Media. Leitmedien wie Focus, Spiegel oder Stern sucht man in der App vergeblich. Das kann sich aber in Zukunft noch ändern, denn in den letzten Monaten sind nahezu wöchentlich neue Titel in der App aufgetaucht.

Insgesamt hinterließ Readly einen durchaus positiven Eindruck. Für einem attraktiven Preis erhält der Nutzer den sofortigen digitalen Zugang zu allerhand analog erhältlichen Zeitschriften. Punkt 0 Uhr sind an den jeweiligen Tagen neue Ausgaben online und der Weg zum nächstgelegenen Kiosk entfällt. Abstriche gibt es für die fehlende digitale Aufbereitung – eine Anpassung an die jeweilige Displaygröße hätte der Nutzbarkeit gut getan. Auch die aktuellen Dateigrößen sind für die Mobilnutzung zu groß. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen noch weitere Verlage und Medienhäuser überzeugen und somit das Angebot stetig ausbauen können.

Gewinnspiel: 5 x 3 Monate Readly gewinnen

Ihr wollt den Magazin-Streaming-Dienst Readly ausprobieren? Bei uns habt ihr die Möglichkeit drei Monate Readly zu gewinnen. Dazu braucht ihr nichts weiter tun als uns eine Mail bis Freitag 09.09.1616 Uhr an gewinn@androidpiloten.de mit dem Betreff  „Readly“ zu schicken. Die Gewinner werden anschließend per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wir wünschen viel Glück!

Images by Jonas Haller

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.