IFA 2016: Die coolsten Connected Toys

Längst haben Elektronikhersteller auch die smarte Spieleindustrie für sich entdeckt. Das Spiel findet nicht mehr nur als App auf dem Smartphone statt, sondern wird um multifunktionale Produkte in der realen Welt ergänzt. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin haben etliche Unternehmen ihre neuesten Errungenschaften präsentiert. Wir haben uns die besten drei Connected Toys näher angeschaut.

Spielzeugdrohne Parrot Mambo

Spätestens seit der Bebop Drone ist Parrot im Drohnen-Consumergeschäft nicht mehr wegzudenken. Mit den sogenannten Mini Drones will das Unternehmen auch den Weg in die Kinder- und Jugendzimmer schaffen. Auf der IFA wurde deshalb die Parrot Mambo vorgestellt.

Mit ihren kompakten Ausmaßen und dem geringen Gewicht von 63g kann sie immer und überall genutzt werden. Genutzt – das heißt nicht nur geflogen, sondern auch als Spielgerät verwendet. Das Gadget wird nämlich mit der „Cannon“ und dem „Grabber“ ausgeliefert. Erstere fasst sechs Schaumstoffpfeile, die bis zu 2 m weit geschossen werden können. Beim „Grabber“ handelt sich um einen Greifarm, der selbstständig bis zu 4 g leichte Objekte fassen und transportieren kann. Gegen Aufpreis können zusätzliche Anbauelemente wie der Illuminator (15 Euro), der über zwei LED-Strahler die Umgebung erhellt, geordert werden. Je nach Anbauteil hält das in das Fluggerät integrierte, 550 mAh starke Akkumodul 6 bis 8 Minuten.

Die Steuerung gelingt über die eigene App „FreeFlight Mini“, die über den Play Store verfügbar ist. Über entsprechende Buttons kann die Drohne dann auch Saltos nach hinten, vorne und zur Seite sowie 90°- und 180°-Wenden vollführen. Auch die Zusätze werden von der App erkannt und können bedient werden. Für eine noch präzisere Steuerung bietet Parrot mit dem „Flypad“ eine Fernbedienung an, die zudem die Reichweite von 20 m auf 60 m verlängert. Dadurch steigert sie den Spielspaß spürbar. Die Fernbedienung schlägt mit 39 Euro zu Buche. Die Parrot Mambo an sich inklusive Cannon und Grabber kostet 119 Euro.

Zum Test der Parrot Mambo.

Sphero BB-8: Kleiner Droid mit Force-Band-Steuerung

Einer der Pioniere, was Connected Toys angeht, ist der amerikanische Hersteller Sphero. Auf der IFA in Berlin zeigte das Unternehmen seinen bereits verfügbaren, aus dem Film Star Wars bekannten Droiden BB-8 – allerdings mit neuartigem Force Band.

Sphero BB-8
Sphero BB-8 auf der IFA 2016. Image by Jonas Haller

Wie auch im Film bewegt sich das Gadget mittels Rollen durch die Gegend. Bisher war die Steuerung nur umständlich über die App möglich. Doch mit dem neuen Armband kann der kleine Roboter über Gesten manövriert werden. Das Verbinden funktioniert schnell per Tipp auf den präsenten Button. Ein kraftvoller Armstoß nach vorn lässt den BB-8 davon sausen. Wird der Arm nach rechts oder links bewegt, folgt der kleine Droid verzögerungsfrei nach. Eine beherzte Bewegung nach unten stoppt das Gadget. Soll der BB-8 wieder an den Startpunkt zurückrollen, so reicht eine einfach Winkbewegung nach hinten. Was kompliziert klingt, ist nach kurzer Zeit erlernt: Nach wenigen Minuten kann man das Gadget flott durch den Raum bewegen. Wer nicht mit der Steuerung per Armband klar kommt, kann selbstverständlich auch weiterhin die App verwenden, die im Play Store verfügbar ist.

Nach rund einer Stunde ist der Akku des Droids sowie des Force Bands leer gesaugt. Dann muss der BB-8 zurück in seine Ladestation und das Armband per microUSB-Kabel an das Stromnetz. Die unverbindliche Preisempfehlung der ab sofort verfügbaren Special Edition liegt bei 229 Euro. Wer den Sphero-Droiden bereits sein Eigen nennt und lediglich das Force Band erstehen möchte, legt 89 Euro auf den Tisch. Dafür gibt’s dann bei der nächsten Party einen ordentlichen Wow-Effekt bei Familie und Freunden.

Zum Test von Sphero BB-8.

Pawbo+: Connected Toys für Hund, Katze und Co.

Unser drittes Beispiel für Connected Toys richtet sich weniger an uns Menschen, sondern vielmehr an unsere wuseligen Vierbeiner. Das 2014 gegründete Unternehmen Pawbo, das auf der IFA eine Kooperationmit dem Hardwarehersteller Acer verkündete, hat sich auf kleine Helferlein für Hund, Katze und Co spezialisiert.

Connected Toys Pawbo+
Pawbo+ AP auf der IFA 2016. Image by Jonas Haller

Kern der Produktlinie ist mit dem Pawbo+ ein eiförmiges Gadget, mit dem sich Haustier überwachen und bei Bedarf Futter oder eine Spielmöglichkeit geben lässt. Das Spielen übernimmt Pawbo+ mit einem sich bewegenden Laserpointer, der unregelmäßig über den Boden huscht. Die Steuerung funktioniert via Mobil-App, über die der Besitzer aus der Ferne mit dem Haustier interagieren kann. In Zukunft soll die Serie um weitere Fun-Gadgets wie Pawbo Flash (zusätzliche Lichtquelle), Pawbo Munch (Nahrungsquelle), Pawbo Catch (wedelnder Stab) sowie Pawbo Catch (auf- und abtauchende Maus) erweitert werden. Das erste Produkt Pawbo+ ist ab sofort für 179 Euro unter anderem bei Amazon vorbestellbar.


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About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.