Wie das Lenovo Yoga Book deine Produktivität steigern kann

Die Internationale Funkausstellung in Berlin ist soeben zu Ende gegangen und viele Hersteller haben die Chance genutzt neue Produkte der Öffentlichkeit vorzustellen. Darunter auch der chinesische Computer-Experte Lenovo, der mit dem Yoga Book nicht weniger als das mobile Arbeiten revolutionieren will.

Auch in diesem Jahr blieben die bahnbrechenden Innovationen auf der IFA in Berlin aus. Und doch hat Lenovo für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Mit dem Yoga Book präsentierten die Chinesen ein Gerät einer neuen Produktkategorie: Von außen erinnert die Neuvorstellung einem herkömmlichen Note- bzw. Netbook mit edlem Gliederscharnier. Öffnet man das Gerät so kommt auf der Oberseite wie üblich das Display zum Vorschein. Die Neuerung befindet sich anstelle der herkömmlichen physischen Tastatur. Dort integriert Lenovo ein neu entwickeltes Halo Keyboard.
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Keyboard ist gleichermaßen Tastatur und Grafiktablet

Der Clou des neuen Eingabekonzepts ist die Multifunktionalität. Auf dem Launch-Event wurden drei verschiedene Show-Cases gezeigt, dich mich persönlich schwer beeindruckten. Zu allererst ist die herkömmliche Tastaturfunktion zu nennen. Durch im Hintergrund beleuchtete Softkeys kann wie auf einem traditionellen Notebook getippt werden. Das klappte für mich als Vieltipper beim ersten Testen erstaunlich gut, auch wenn die physische Tastenabgrenzung und der typische Tastenhub fehlt. Dafür verbaut Lenovo angenehm agierende Vibrationsmotoren, die ein haptisches Feedback vermitteln. Eine Wort- und Satzerkennung hilft Gedanken schnell und unkompliziert auf das Gerät zu übertragen.

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Das zweite Anwendungsbeispiel ist das Nutzen des Halo Keyboard als Grafik-Tablet. Über den mitgelieferten Stift, der zwar eine integrierte Batterie besitzt aber dank passiver EMR Technik quasi endlose Batterielaufzeit bietet, kann auf dem Panel nach Belieben geschrieben und gezeichnet werden. Eingaben werden dank 2.048 Druckstufen präzise und in Echtzeit auf das Touch-Display übertragen. Für dieses Nutzungsszenario lud sich Lenovo einen Digital Artist ein, der eindrucksvoll sein Können in Verbindung des Yoga Book demonstrierte. Nach dem ersten eigenen Hands-On war auch ich sehr begeistert von der genauen wie auch exakt differenzierbaren Eingabe. Das Gerät folgt ohne Latenz den Stifteingaben und gab auch die Druckstufen exakt wieder.

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Die große Neuerung im Vergleich zu herkömmlichen Grafik-Tablets ist die Erkennung des Stiftsignals durch Material wie beispielsweise Papier hindurch. Im dritten Szenario wird die ausfahrbare Kugelschreiber-Mine des sogenannten „Real Pen Stylus“ genutzt um das Geschriebene gleichzeitig auf einem Notizblock festzuhalten. Diese Option eignet sich auch für Personen, die sich mit dem Schreiben auf der glatten Grafik-Oberfläche des Yoga Book nicht arrangieren können. Die Erkennung gelingt erstaunlich präzise, auch wenn das auf dem Panel rutschende Papier für die ein oder andere Ungenauigkeit sorgt. Hier ist etwas Übung nötig – eine Möglichkeit ist das Fixieren des Notizblocks per Druck an das metallene Gliederscharnier. Ansonsten hilft wie so oft etwas Tesa-Film.

Gespeichert werden die so entstandenen Notizen in einer eigenen App. Dort können die Schriftstücke und Kritzeleien sortiert sowie katalogisiert werden. Im Nachgang sind zudem Änderungen möglich. Damit eignet sich das Yoga Book also vorrangig für Bildschirmarbeiter wie Schüler und Studenten. Doch auch vielreisende Digitalnomaden sowie Grafiker und Künstler, die kein zusätzliches Grafik-Tablet umher tragen wollen, dürften Gefallen am 10 Zoll kleinen Mobilgerät finden. In Sachen Betriebssystem gibt sich Lenovo offen: Der Kunde hat die Wahl zwischen einem Gerät mit Googles Android OS (499 Euro) oder Microsoft Windows 10 (599 Euro). Ich für meinen Teil würde wohl auf das Google-OS zurückgreifen, da es den Großteil der so nützlichen Office-Software aus Redmond auch für das System des Suchmaschinenriesen gibt. Auch in Sachen Akkulaufzeit dürften mit Android OS bessere Ergebnisse erzielbar sein.

Fazit

Das neue Keyboard-Konzept des Yoga Book war eines meiner persönlichen Highlights auf der diesjährigen IFA in Berlin. Lenovo hat es nach zweijähriger Entwicklungszeit geschafft, mithilfe des Halo Keyboard analog und digital miteinander verschmelzen zu lassen. Vor allem ich als Student bin vom Konzept absolut überzeugt und freue mich schon darauf das hochwertig anmutende Gerät etwas länger produktiv einsetzen zu können. Trotz all meiner Euphorie wird interessant zu sehen sein, wie sich das Lenovo Yoga Book verkauft und zwischen den Konkurrenzprodukten am Markt positioniert. Ich persönlich hoffe, dass die Chinesen weiter in die Forschung und Entwicklung der alternativen Eingabemethoden investieren. Der Markt dafür ist meiner Ansicht nach auf jeden Fall da.

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About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.