Google Pixel vorgestellt: Das Google Phone ist tot, lang lebe das Google Phone!

Der Software-Hersteller Google begräbt seine Mobilsparte „Nexus“ und bringt mit dem Pixel und dem Pixel XL zwei neue Premium-Smartphones an den Start. Dabei setzt das Unternehmen den Trend der letzten Jahre konsequent fort und drängt zunehmend in den High-End-Bereich. Doch damit machen sich die Google-Verantwortlichen um CEO Sundar Pichai in der Fangemeinde nicht nur Freunde.

Auf dem Papier lassen die beiden von HTC hergestellten Smartphones Geek-Herzen höher schlagen. Das kleinere Google Pixel kommt mit einem 5 Zoll großen FullHD AMOLED Display daher, das eine Pixeldichte von 440 ppi besitzt und von Gorilla Glass 4 geschützt wird. Unter der Haube verrichtet der neue High-End-Chip Snapdragon 821 von Qualcomm mit einer Taktleistung von 2,15 GHz seine Arbeit. Der Arbeitsspeicher ist mit 4 GB üppig bemessen. Der interne Speicher beträgt wahlweise 32 oder 128 GB – eine Variante mit 64 GB fehlt leider.

Foto-Fans können sich mit der 12 Megapixel Hauptkamera mit f2.0-Blende auslassen, Selfie-Freaks auf ein scharfes 8 Megapixel-Modul zurückgreifen. Beide Linsen sind mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet. Im DxO-Mark erreicht das Hauptmodul 89 Punkte und damit einen neuen Bestwert. Der Akku liefert eine nur durchschnittliche Kapazität von 2.770 mAh. Der Ladevorgang geschieht – wie auch die kabelgebundene Datenübertragung – über einen USB Type-C Anschluss, der QuickCharge 3.0 unterstützt. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein auf der Rückseite befindlicher Fingerabdrucksensor über den das Gerät entsperrt und etwa Zahlungen per Android Pay freigegeben werden können. Als Betriebssystem kommt selbstverständlich die neueste Android-Version 7.1 Nougat inklusive des neuen Google Assistant zum Einsatz. Auch die beiden umstrittenen Chat-Apps Duo und Allo (wir berichteten) sind mit an Bord.

Wem das „normale“ Pixel zu klein ist, der kann zur XL-Version greifen. Dessen 5,5 Zoll großes AMOLED-Display löst mit 2K, also 2560 × 1440 Pixel auf und bietet damit eine Pixeldichte von 534 ppi. Die weiteren Spezifikationen gleichen dem kleineren Bruder. Bis auf den Akku: Durch die größere Energieaufnahme des Displays bietet er eine ordentliche Nennleistung von 3.450 mAh. Damit dürfte man gut über den Tag kommen, wenn nicht sogar noch länger. Auch das Pixel XL hat selbstverständlich einen Fingerabdrucksensor an Bord.

Bleibt noch die Frage nach den Preisen der beiden Google-Phones. Nun ja, die Zeiten in denen die Nexus-Phones von Google breitspurig subventioniert wurden um Marktanteile zu generieren, sind leider vorbei. Hinzu kommt, dass auch das Unternehmen aus Mountain View die Geräte als Lifestyle-Produkte erkannt hat und auf gefälliges, aber auch preisintensives Design setzt. Das dürfte vor allem den Fans der ersten Stunde schwer aufstoßen. In der kleinsten Variante mit 32 GB müssen somit bereits 759 Euro überwiesen werden. Für das Pixel XL werden in der 32 GB-Version 899 Euro fällig (Hallelujah!). Verfügbar sind die Geräte ab Ende Oktober diesen Jahres und damit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Bleibt abzuwarten wie viele Android-Fans bereit sind diese stolzen Preise zu bezahlen – denn wie die Erfahrung zeigt ist in den ersten Verkaufsmonaten kaum mit einer Preissenkung zu rechnen.



Image by Google

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.