LG K-Serie: Die 2017er Modelle von LGs Einsteiger-Smartphones im Hands-on

Für ein alltagstaugliches Android-Smartphone muss man keine Oberklasse-Preise mehr bezahlen. Statt zu einem Top-Markenhersteller kann man auch zu einem günstigeren Herausforderer greifen. Diese Erkenntnis ist inzwischen bei den Platzhirschen angekommen, die ebenfalls mit günstigen Einsteiger-Geräten um Kundschaft buhlen. LG schickt in diesem Fall die K-Serie ins Rennen. Bei der Roadshow von LG in der neuen Europa-Zentrale in Eschborn bei Frankfurt am Main konnte ich die 2017er Modelle des K4, K8 und K10 in Augenschein nehmen. Hier schildere ich meine Eindrücke der LG K-Serie (2017).

LG K4 Dual (2017): Billigheimer mit relativ großem Akku

Für den kleinsten Geldbeutel kommt das LG K4 Dual (2017). Es ist im Vergleich zum Vorjahresmodell etwas gewachsen und bietet jetzt ein Display, das 5 Zoll in der Diagonale misst. Es löst mit 854 x 480 Bildpunkten relativ gering auf. Beim Betrachten der Demo-Videos und der Betriebssystem-Oberfläche fiel mir das aber nicht akut negativ auf. Zudem wirkte das Display hell und kontrastreich genug – zumindest in der etwas schummerigen Messe-Umgebung.

LG K4 Dual (2017)
Dass das Display des K4 Dual (2017) niedrig auflöst, sieht man ihm nicht sofort an. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Gehäuserückseite machte auf mich einen besonders positiven Eindruck. Obwohl aus Plastik, wirkte sie wie strukturierter Stoff – sehr angenehm zu berühren. Praktisch: Als Dual-Gerät könnt ihr das K4 mit zwei SIM-Karten bestücken. Ein weiteres Highlight – das ich allerdings nicht testen konnte – ist der mit 2.500 mAh in dieser Preisklasse relativ große Akku. Dass LTE an Bord ist, ist ebenfalls ein Pluspunkt.

LG K4 Dual (2017)
Die strukturierte Gehäuserückseite des LG K4 Dual (2017) fässt sich angenehm an. Image by Berti Kolbow-Lehradt

LG spart beim K4 Dual (2017) an anderen Stellen. Dass nur Android 6 installiert ist, dürfte im Alltag noch zu verschmerzen sein. Hingegen der mit 1,1 Ghz getaktete Vierkern-Prozessor und der 1 GB kleine Arbeitsspeicher liefern nur die nötigste Rechenpower. Aufwendige Spiele sind damit nicht drin. Während meines Hands-on lief das Betriebssystem zumindest flüssig. Ein Massespeicher von 8 GB ist nicht mehr zeitgemäß. Ihr solltet auf jeden Fall mit einer microSD-Karte auf bis zu 32 GB aufrüsten. Die jeweils mit nur 5 Megapixel auflösenden Kameras werden kein Potenzial fürs Vergrößern zulassen.

Einen offiziellen Preis hat LG noch nicht bekannt gegeben. Der Online-Händler Computeruniverse listet das LG K4 Dual (2017) für rund 142 Euro. Meine Einschätzung: LGs günstigstes Einsteiger-Gerät ist kein besonders guter Deal. Für sieben Euro mehr bekommt ihr das deutlich besser ausgestattete Gigaset GS160, das wir in Kürze ausführlich testen werden.

LG K8 (2017): Gut ausgestattetes Einsteiger-Gerät

Das LG K8 (2017) kostet bei Computeruniverse rund 188 Euro. Für nur 40 Euro mehr ist es im Vergleich zum K4 die deutlich bessere Wahl. Das K8 bietet alles, was das K4 kann und noch viel mehr. Das 5-Zoll-Display ist höher aufgelöst (1.280 x 720 Pixel) und wird von einem 2,5D-Glas bedeckt, was für einen räumlicheren Seheindruck sorgt. Der Unterschied war für mich deutlich erkennbar.

LG K8 (2017)
Das LG K8 (2017) ist dass mittlere der drei Einsteiger-Geräte. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Das K8 läuft mit dem neusten Android namens Nougat und bietet eine Hauptkamera, die mit alltagstauglichen 13 Megapixeln auflöst. Prozessor (1,4 Ghz Vierkern), Arbeitsspeicher (1,5 GB RAM) und Massespeicher (16 GB) sind nur wenig besser ausgestattet als beim K4. Die Rückseite ist ebenso schön anzufassen wie beim kleineren Geschwister.

LG K8 (2017)
Das 2,5D-Glass des LG K8 (2017) sieht schick aus und sorgt für ein leicht räumlicheres Bild. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Mit dieser Ausstattung und zu diesem Preis geht das K8 2017 als Einsteiger-Gerät in Ordnung. Wenn ihr statt mit LG auch mit einem weniger bekannten Hersteller Vorlieb nehmen mögt, ist das fast genauso teure Wileyfox Swift 2 ein Gerät, das ihr in Erwägung ziehen solltet (zum Test des Vorgängers Wileyfox Swift).

LG K10 (2017): Flaggschiff unter LGs Einsteiger-Geräten

Am oberen Ende der K-Serie ist LG K10 (2017) positioniert. Mit 5,3 Zoll Diagonale bietet das in HD aufgelöste Display etwas mehr Fläche als die anderen K-Modelle. Es ist wirkt genauso hell und kontrastreich wie die Displays von K4 und K8. Die Blickwinkelstabilität könnte – wie bei allen K-Geräten – etwas besser sein. Beim Betrachten von der Seite setzt schnell ein Grauschleier ein.

LG K10 (2017)
Das Flaggschiff der K-Serie, das LG K10 (2017), ist mit 5,3 Zoll am größten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Leistungsmäßig baut das K10 auf dem K8 auf. Im Vergleich sind beim größeren Modell der Prozessor (1,5 Ghz Achtkern), der Arbeitsspeicher (2 GB RAM) und der Akku (2.800 mAh) leistungsstärker. Der Kartenslot fasst micoSD-Karten mit bis zu 2 TB. Highlight ist die Selfie-Frontkamera mit 120 Grad weitem Bildwinkel, der etwa bei Gruppenaufnahmen mehr Menschen aufs Bild kriegt.

Das K10 ist für seine Größe schön kompakt. Mit 7,99 Millimeter ist es genauso schlank für das kleinere K4. Der Rahmen im Metallic-Optik macht was her. Die Rückseite ist – anders als beim K4 und K8 – jedoch aus glattem Kunststoff gefertigt und zieht leicht Fingerabdrücke an.

LG K10 (2017)
Die Rückseite des K10 (2017) ist nicht strukturiert, sondern glatt. Sie zieht leicht Fingerabdrücke an. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Auch bei diesem Modell hat LG den Preis noch nicht bekannt gegeben. Computeruniverse listet es für etwa 210 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht in Ordnung. Für nur 40 Euro mehr bekommt ihr mit dem Alcatel Idol 4 jedoch ein viel schickeres, schnelleres und besser aufgelöstes Smartphone (zum Test).

Fazit: LG K-Serie (2017)

Die 2017er Modelle der LG K-Serie sind schicke Einsteiger-Geräte mit angenehmer Haptik, durchschnittlicher Displayqualität aber nicht mehr zeitgemäßer Rechen- und Speicherleistung. Wer es sich einfach machen möchte und ab Ende Februar im nächsten Handy-Shop zu einem der genannten Geräte der LG K-Serie greift, macht grundsätzlich nichts falsch. Der Wettbewerb ist in dieser Preisklasse jedoch eng. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis findet ihr bei Herstellern, deren Marke weniger bekannt ist und die nicht so viel Geld in die Einzelhandelspräsenz wie LG investieren.


Images by LG, Berti Kolbow-Lehradt


 

About Berti Kolbow-Lehradt
Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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