Huawei, LG, Sony und mehr: Die Smartphone-Highlights des MWC 2017

Mit dem Mobile World Congress (MWC) findet derzeit in Barcelona die wohl wichtigste Mobilfunkmesse der Welt statt. Viele Hersteller nutzen die Gelegenheit um ihre neuen Mobilfunkgeräte vorzustellen. Darunter die großen Player LG, Huawei, Sony und Lenovo. Und auch Blackberry gab ein androides Lebenszeichen von sich. Wir haben unsere Smartphone-Highlights für euch zusammengetragen und verraten, was ihr von den Geräten erwarten könnt.

Huawei P10 und P10 Plus: Die Foto-Phones

Der chinesische Apple-Jäger Huawei hat beim MWC mit dem P10 und dem P10 Plus seine beiden Flaggschiff-Geräte für das Modelljahr 2017 vorgestellt. Wie auch beim Vorgänger setzt das Unternehmen auf umfangreiche Fotofähigkeiten und integriert eine Dual-Kamera von Leica mit lichtstarkem Summilux-Linsensystem. Die Optiken beinhalten einen 20 Megapixel Monochrom- sowie einen 12 Megapixel RGB-Sensor, den wir bereits aus dem Mate 9 kennen. Damit lassen spannende Unschärfe-Effekte (Bokeh) erzielen. Eine präzise 3D-Gesichtserkennungstechnologie erlaubt künstlerische perfekt belichtete Porträts. Dargestellt werden die Inhalte auf einem neuen 2K-Display mit 5,1 Zoll (P10) bzw. 5,5 Zoll (P10 Plus) Bildschirmdiagonale.

Auch in Sachen Performance legt Huawei die berühmte Schippe drauf. Der leistungsstarke Kirin 960 und 4 GB RAM sorgen für ein flüssiges Arbeiten und Spielen. Für eine positive User-Experience sorgt auch die schlanke Benutzeroberfläche EMUI 5.1, die einen schlauen Algorithmus besitzt, um die Fragmentierung des Androidsystems zu verhindern. Für den schnellen Up- und Download sorgen vier verbaute Antennen und 4,5G Kompatibilität. Um ohne Steckdose über den oder gar die Tage zu kommen, integrieren die Chinesen bei P10 einen 3.200 mAh, im P10 einen 3.750 mAh starken Akku. Dank SuperCharge-Technologie ist er innerhalb kürzester Zeit wieder aufgeladen.

Für das ab Mitte März verfügbare P10, das in den Gehäusefarben Graphite Black, Mystic Silver, Dazzling Blue und Prestige Gold geordert werden kann, müssen 599 Euro gezahlt werden. Das größere, ab Mitte April verfügbare P10 Plus kostet schlappe 749 Euro und ist in den Farben Graphite Black, Mystic Silver, Dazzling Gold, Dazzling Blue und Greenery zu haben. Wer sich bereits vor Verkaufsstart für eines der beiden Geräte entscheidet, erhält zusätzliche eine Leica Sofort-Kamera im Wert von 279 Euro (zum Test des Huawei P10).

LG G6: Das Smartphone mit Super-Widescreen

Für den größten Paukenschlag in der mobilen Produktwelt hat wohl LG mit seinem neuen G6 beim MWC gesorgt. Dafür ist der Mut zu einem noch nie dagewesenen Bildschirmverhältnis verantwortlich. Erstmals integrieren die Koreaner ein Display mit 18:9-Formfaktor und einer Auflösung von 2.880 x 1.440 Bildpunkten in ein Smartphone. Da der benötigte Platz ober- und unterhalb des 5,7 Zoll großen Panels genommen wurde, ist das Gehäuse nicht größer als das eines 5,2 Zoll Gerätes. Die Screen-to-Body-Ratio beträgt dadurch 80 Prozent, die Masse liegt bei vertretbaren 163 g.

Doch nicht nur das: Als erster Hersteller integriert LG ein Display mit HDR10 und Dolby Vision Funktion. Damit sollen in Zukunft farbintensive Serien und Filme von Netflix und Amazon Video über die Geräte flimmern. Auf der Rückseite prangt wie auch beim Vorgänger eine Dual-Kamera, die neben einem Normal- auch weiterhin einen Weitwinkelmodus besitzt (125 Grad Weitwinkel). Die Auflösung beträgt bei beiden Linsen 13 Megapixel. Im Videomodus erlaubt das G6 zudem 4K-Videos mit nahtlosem Zoom. Die Generation „WhatsApp und Twitter“ dürfte sich über die neue GIF-Funktion freuen, die es erlaubt zwei bis 100 Galeriefotos zu kombinieren.

Erstmals ist das Gehäuse neuen LG-Flaggschiffs auf der Rückseite aus Glas und gemäß Schutzklasse IP68 wasser- und staubgeschützt. Leider zieht die spiegelnde Oberfläche Fingerabdrücke magisch an. Anziehend ist laut LG auch die Performance, obwohl lediglich der Vorjahres-Prozessor Snapdragon 821 zum Einsatz kommt. Das werden wir in unserem Test natürlich ausprobieren. Für Ausdauer soll der 3.300 mAh starke Energiespender sorgen, der das Gerät bis zwei Tage mit Strom versorgen soll. Auf dem Korea-Bolide läuft Android 7.0 inklusive Google Assistant, der künstlichen Intelligenz des Unternehmens aus Mountain View.

Preise und die Marktverfügbarkeit des LG G6 wurde im Rahmen der Vorstellung nicht genannt. Androidpilot Lars Rehm hat das Smartphone bereits getestet. Update 13.3.17: Media Markt listet das Gerät vorab für 749 Euro. Notebooksbilliger.de ruft für Vorbestellungen 769 Euro auf.

Sony XZ Premium: Der 4K-Bolide

Wem die Pixeldichte bei den aktuellen Premium-Smartphones zu niedrig ist, sollte einmal einen Blick auf das XZ Premium von Sony werfen. Dessen 5,5 Zoll großes IPS-Display löst nämlich mit vierfacher HD-Auflösung, also 4K auf und bietet HDR-Technik. Zudem spendieren die Japaner eine überarbeitete Kamera mit 19 Megapixel auflösenden Exmor RS Sensor und vorausschauender Motion Eye-Technologie, die auch bei schnellen Bewegungen für scharfe Bilder sorgt. Außerdem gibt’s einen Zeitlupenmodus, der bis zu 960 Bilder pro Sekunde (!) schießt. Möglich macht das unter anderem der neueste Qualcomm-Chip Snapdragon 835 sowie 4 GB RAM und 64 GB interner Speicher (erweiterbar um bis zu 256 GB). Angesichts der verbauten Hardware ist der integrierte Akku mit 3.230 mAh nur Durchschnitt. Kehrseite der Performance-Medaille ist die Verfügbarkeit. Da der Chip-Hersteller wohl erst in den nächsten Monaten mit der Produktion beginnt, erscheint das Sony Xperia XZ Premium frühestens im Juni 2017. Die unverbindliche Preisempfehlung des knapp 200g wiegenden 4K-Boliden liegt dann bei 749 Euro.

Das zweite neue Smartphone von Sony, das Xperia XZs, hat es auch in sich. So eine geniale Funktion für Ultra-Zeitlupenvideos hat unser MWC-Reporter Lars Rehm noch nicht gesehen.

Moto G5 und G5 Plus: Die androiden Preisbrecher

Für preisbewusste Nutzer hat der Hersteller Lenovo das Moto G5 und G5 Plus beim MWC im Gepäck. Für 199 bzw. 299 Euro erhält der Interessent trotz allem interessante Spezifikationen. Im Moto G5 sitzt ein 5 Zoll großes FullHD-Display mit dürftigem Snapdragon 430-Prozessor, 2 GB Arbeitsspeicher und einer 13 Megapixel-Hauptkamera mit f/2.0-Blende. Videos landen im FullHD-Auflösung auf dem erweiterbaren 16 GB Speicher. Das Display des Moto G5 Plus misst gar 5,2 Zoll und der Arbeitsspeicher beträgt 3 GB. Als Prozessor kommt der Mittelklasse-Chip Snapdragon 625 zum Einsatz. Das Kameramodul löst zwar „nur“ mit 12 Megapixel auf, besitzt allerdings eine lichtstärkere f/1.7-Blende. Videos können in 4K aufgezeichnet werden.

Android-Fans dürften sich auf die nackte Google-Oberfläche in Version 7 freuen, die frei von Anpassungen bleibt. Beide Modell besitzen zudem einen Dual-SIM-Slot sowie einen austauschbaren Akku, der im G5 2.800 mAh und im G5 Plus 3.000 mAh (G5 Plus) fasst. Verfügbar sind die beiden Mittelklasse-Geräte an März in den Farben Grau und Gold. Wer auf mehr „Blink-Blink“ steht, sollte einen Blick auf das Alcatel A5 LED werfen (hier zu unserem Praxischeck).

Blackberry KeyOne: Der Android-Barren

Totgeglaubte leben länger. So sagt der Volksmund. Auch einer der Smartphone-Pioniere, der kanadische Hersteller Blackberry zeigte auf dem MWC ein neues Telefon. Das KeyOne ist eines der wenigen Android-Geräte mit Hardwaretastatur und wird vom chinesischen Hersteller TCL produziert. Oberhalb des kleinen Keyboards befindet sich ein 4,5 Zoll messendes Touchdisplay mit einer durchaus scharfen Auflösung von 1.620 x 1.080 Pixel. Die inneren Komponenten sind mit dem Qualcomm Snapdragon 625, 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher eher in der Mittelklasse angesiedelt.

Aber das KeyOne will ja kein Entertainment- sondern ein Business-Gerät sein. Und diese Qualitäten dürfte es aufgrund auf die Sicherheitsbedürfnisse angepasstem Android 7.1 und 3.500 mAh starken und damit ausdauerndem Akku durchaus besitzen. Der Premium-Anspruch wird besonders beim Blick auf den Preis deutlich. 599 Euro ruft Blackberry auf. Das entspricht so manchem High-End-Gerät. Verfügbar soll das KeyOne ab April sein. Wir werden sehen, ob es sich besser verkauft als die Vorgänger-Geräte. Unser Androidpilot Lars Rehm konnte das neue Blackberry bereits ausprobieren.

Nokia will jetzt mit Android punkten

Neben Blackberry feierte eine weitere Marke auf dem MWC ein großes Comeback auf der Android-Plattform: Nokia. Allerdings steckt hinter der Marke auch nicht mehr die ursprüngliche Firma, sondern ein Hersteller namens HMD Global. Er ging aus Alcatel hervor.

Mit dem Nokia 6, Nokia 5 und Nokia 3 erscheinen drei zu ihrem Preis sehr gut ausgestattete Smartphones. Für nur 230 Euro bietet das Nokia 6 ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, das in einem vollständig aus Aluminium gefrästen Gehäuse steckt. Für guten Sound soll das 3D-Klangverfahren Dolby Atmos sorgen. Das Gerät soll eindeutig Oberklasse-Flair bieten. Der Snapdragon-Prozessor aus der 430er Serie ist aber nur untere Mitteklasse. Dafür sind 3 GB Arbeitsspeicher sehr ordentlich. In einer aufgemotzten Version kommt das Nokia 6 als Black Arte Edition mit 4 GB RAM und 64 GB Arbeitsspeicher. Dann kostet es 300 Euro, was immer noch günstig ist.

Nokia 5 MWC
Das Nokia 5 kommt in verschiedenen Farben. Image by HMD Global

Das Nokia 5 bietet eine Anzeige in 5,2-Zoll, die nur in HD auflöst. Als Prozessor kommt ebenfalls der Snapdragon 430 zum Einsatz. Das Gehäuse Gehäuse besteht ebenso wie das Nokia 6 vollständig aus Aluminium. Für 190 Euro klingt das nach einem gutem Deal. Beim Nokia 5 ist nur noch der Rahmen aus Aluminium. Das 5-Zoll-Display löst wie beim Nokia 5 in HD auf. Die Rechenarbeit übernimmt ein günstiger Prozessor von Mediatek. Mit einem Preis von 140 Euro gehört es zu den Einsteiger- oder Zweitgeräten. Auf auf allen drei neuen Nokias läuft das neueste Android 7 (Nougat).

Mehr Aufmerksamkeit als Nokias Android-Geräte hat die Neuauflage des Klassikers Nokia 3310 auf dem MWC erhalten. Ob der Hype um das Nokia 3310 gerechtfertigt ist, fragt sich Androidpilotin Anne Jerratsch in einem separaten Text.


Images by Huawei, LG, Lenovo, Blackberry, HMD Global; Logo by GSMA Mobile World Congress; Teaser adapted by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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