Samsung, Lenovo, Archos, Alcatel: Das sind die Tablet-Highlights des MWC 2017

Du willst dir erstmals ein Mittelklasse-Tablet kaufen oder dein altes durch ein besseres Oberklasse-Gerät ersetzen? Dann gehörst du genau zur aktuellen Zielgruppe der Hersteller. Der Tablet-Markt schrumpft zwar als Ganzes. Für die einzelnen Hersteller ist er jedoch immer noch sehr attraktiv. Daher haben sie auch zum Mobile World Congress (MWC) jede Menge Neuheiten mitgebracht. Darunter sind viele Modelle, die Upgrader ansprechen sollen und business-tauglich sind.

Samsung hat jetzt auch ein iPad Pro

Bei Tablet-PC mit mobilen Betriebssystemen gilt das iPad Pro derzeit als Maß aller Dinge. Das will Apples Lieblingsrivale Samsung nicht auf sich sitzen lassen. Mit dem Galaxy Tab S3 bringen die Koreaner im März ein Highend-Tablet mit Digitalstift in den Handel, das ziemlich unverhohlen das Spitzenmodell von Apple attackiert. Samsung will mit dem Gerät im 9,7-Zoll-Format Kreative, Gamer und mobile Büroarbeiter mit hohen Ansprüchen adressieren.

Samsung Galaxy Tab S3. Image by Samsung

Offen sagt Samsung das zwar nicht, aber nach meinen Informationen hat sich das Unternehmen beim Digitalstift darauf konzentriert, den Apple Pencil zu übertrumpfen. Mein Highlight: Mit dem S Pen können Nutzer des Tab S3 auch bei verdunkeltem Bildschirm Notizen auf das Display schreiben. Das Gerät muss nicht erst entsperrt werden.

Für Serien-Fans interessant: Samsung bringt den von Highend-TVs bekannte Darstellung im HDR-Standard erstmals auf ein Tablet. Damit lassen sich Sendungen von Netflix und Amazon Video in besonders guter Qualität streamen. Gaming-Fans soll das Tab S3 mit einer hohen Rechenleistung begeistern. insbesondere grafikintensiven Spiele sollen deutlich besser aussehen. Dazu unterstützt es die Vulkan-Schnittstelle, die 3D-Spiele detailreicher darstellt. Vier Lautsprecher von AKG sollen sowohl im Quer- als auch im Hochformat sehr hochwertigen Stereo-Sound ermöglichen.

Ein Preis für das Oberklasse-Tablet mit Glasrückseite und Metallrahmen steht offiziell noch nicht fest. Unter 700 Euro dürfte es nicht kosten. Inklusive einer passenden, andockbaren Tastatur sicher einen 100er mehr. Ab dem 9. März startet der Vorverkauf des Galaxy Tab S3.

Das Archos 101 Saphir geht dahin, wo es weh tut

Viele Tablets sind empfindliche Diven. Weil sie keine unwirtliche Witterung vertragen, machen sie es sich lieber drinnen gemütlich. Nicht so das Modell 101 Saphir von der französischen Marke Archos. In der Kategorie „Rugged-Tablet“ angesiedelt, eignet es sich für raue Outdoor-Einsätze.

Archos 101 Saphir. Image by Archos

Da sturzsicher aus bis zu einem Meter, nach IP54-Standard wasserbeständig und staubresistent, ist das Archos 101 Saphir hart im Nehmen. In die Entwicklung ist das Know-how des Tochterunternehmens Logic Instrument geflossen, einem der führenden Hersteller von robusten Tablets und Smartphones für Industrie und Unternehmen.

Praktisch für den (mobilen) Business-Einsatz: GPS ist eingebaut und eine vollwertige Tastatur gibt es auch. Peripherie-Geräte wie etwa ein Monitor lassen sich per USB Typ C- oder HDMI-Schnittstelle anschließen. Hingegen für Videofans und Gamer ist die weitere Hardware nichts. Das 10,1 Zoll große Display löst nur in HD auf. Vierkern-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher reichen gerade einmal für das Nötigste. Den Preis will Archos rechtzeitig vor dem Marktstart im Frühsommer 2017 nennen.

Lenovo unterhält Familien mit Multimedia-Tablets

Lenovo hatte zum MWC nicht neue Moto-Smartphones, sondern auch Tablets unter der eigenen Marke im Gepäck. Passend zum Namen der Produktreihe Lenovo Tab 4 stellte das chinesische Unternehmen ein Quartett vor. Es richtet sich speziell an Familien und kommt in zwei Größen und unterschiedlichen Ausstattungen.

Lenovo Tab 4 8. Image by Lenovo

Beim Lenovo Tab 4 8 und Lenovo Tab 4 10 hebt der Hersteller die verbauten Stereo-Lautsprecher hervor. Sie unterstützen 3D-Klang nach dem Standard von Dolby Atmos. Bei den höherwertigen Modellen Lenovo Tab 4 8 Plus und Lenovo Tab 4 10 Plus stechen scharfe Displays in Full-HD und Akkulaufzeiten von bis zu zwölf Stunden hervor.

Außerdem können Eltern jedes Gerät mit dem optional erhältlichen „Kid’s Pack“ für den Einsatz in Kinderhand vorbereiten. Es beinhaltet einen Kunststoff-Bumper, der das Tablet vor Stößen schützt, eine Schutzfolie mit Blaulichtfilter und eine Aufkleber-Sammlung. Soll das Lenovo Tab 4 als Arbeitspferd dienen, können Nutzer eine Bluetooth-Tastatur aus dem optionalen „Productivity Pack“ anschließen.

Ab Mai 2017 kann das Lenovo Tab 4 zum neuen Familienmitglied werden. Lenovo nennt – je nach Modell – Preise zwischen 169 und 299 Euro.

2in1-Arbeitspferde mit Windows 10

Android-Tablets sind praktische Multimedia-Geräte. Wer jedoch den Fokus stärker auf einen produktiven Einsatz legt, sollte auch ein Rechenbrett mit Windows 10 in Betracht ziehen. Schließlich wird die Auswahl an leistungsstarken 2in1-Tablets immer größer. Sie heißen so, weil sich mit einer Andock-Tastatur von einem Tablet in einen vollwertigen mobilen Computer verwandeln können.

Samsung Galaxy Book. Image by Samsung

Als Nachfolger für sein TabPro S hat Samsung das Galaxy Book in zwei Größen vorgestellt. Es ist als Version mit 12-Zoll-AMOLED-Display oder mit 10,6-Zoll-LCD-Display erhältlich. Für beide Geräte sind eine vollwertige Tastatur und ein Digitalstift von Wacom verfügbar. Das leistungsstärkere 12-Zoll-Modell kommt mit einem Intel Core i5, bis zu 8 GB Arbeitsspeicher und bis zu 256 GB großer Festplatte. Vermutlich werden für die kleine Version 800 Euro, für die große 1.200 Euro aufwärts fällig.

Eine günstigere Alternative hat das Unternehmen TCL mit dem Alcatel Plus 12 präsentiert. Das 2in1-Gerät mit 11,6 Zoll Display-Diagonale wird ab Juni 2017 für einen Preis ab 499 Euro erhältlich sein. Es ist bei weitem nicht so rechenstark wie das Galaxy Book. Stattdessen betont Alcatel die Verfügbarkeit einer Tastatur mit integriertem LTE-Modem. Das gestaltet die Internetverfügbarkeit unterwegs deutlich flexibler.

Alcatel Plus 12. Image by Alcatel

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About Berti Kolbow-Lehradt
Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.