MWC 2017: Das Blackberry KeyOne ausprobiert

Mit dem Blackberry KeyOne verbindet sich eine filmreife Geschichte. Viele wissen gar nicht, dass der kanadische Hersteller Blackberry einst den Smartphone-Markt dominierte. Dann folgte die Ära von iOS und Android, der in den tragischen Niedergang von Blackberry mündete. Inzwischen hat der einstige Champion dem Hardwaregeschäft völlig den Rücken gedreht und konzentriert sich auf die Entwicklung von mobiler Software.

Dem dramatischen Fall der Marke folgt jetzt ein hoffnungsvolles Comeback: Smartphones mit dem Blackberry-Label wird es weiterhin geben. Allerdings werden sie jetzt vom chinesischen Hersteller TCL, der unter anderem auch die Marke Alcatel produziert, weitergebaut. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ich nun einen Blick auf das erste Ergebnis dieser neuen Partnerschaft werfen.

Endlich wieder ein Smartphone mit Tastatur

Das BlackBerry KeyOne knüpft am Konzept der erfolgreichen Blackberry-Zeit an und bietet unterhalb des Bildschirms eine Hardware-Tastatur, die das komplette Alphabet und einige Sonderzeichen umfasst. Die Tastatur ist zwar klein, bietet aber einen guten Druckpunkt und ist dank der ergonomisch geformten Tasten ein komfortableres Schreibwerkzeug als das Touch-Display.

Blackberry KeyOne
Die Hardware-Tastatur überzeugt. Image by Lars Rehm

Zusätzlich hat sie auch die Funktionalität eines Touchpads, mit dem man zum Beispiel durch Webseiten oder Dokumente scrollen kann. Außerdem kann jede Taste als Shortcut für eine App oder Funktion definiert werden. Darüber hinaus ist in die Leertaste ein Fingerabdrucksensor integriert.

Kleines, aber scharfes Display

Wegen der Tastatur bleibt dem Display etwas weniger Platz. Aber mit 4,5 Zoll in der Diagonale ist es immer noch groß genug für die meisten Anwendungen. Das Auflösungsverhältnis von 1620 x 1080 Bildpunkte ist ungewöhnlich, tut der Qualität aber keinen Abbruch. Es reicht dennoch für eine hohe Pixeldichte, was in einer sehr scharfen Darstellung resultiert.

Vollschlanker Akku-Protz

Mit rund 9,5 Millimetern in der Tiefe ist das Blackberry nicht das schlankste Gerät im Markt. Dennoch wirkt es insgesamt gut proportioniert und ausbalanciert. Daher dürfte es problemlos in die meisten Hosentaschen passen. Zudem haben die ausladenden Maße haben einen Vorteil. Dank ihnen findet ein ausdauernder Akku mit imposanten 3.500 mAh Kapazität Platz im Gehäuse. Praktisch: Der Energiespeicher lässt sich laut Blackberry in nur einer halben Stunde zur Hälfte aufladen.

Androld Nougat läuft schnell, Kamera mit Profi-Einstellungen

Als Betriebssystem kommt das topaktuelle Android 7.1 zum Einsatz. Dieses ergänzt Blackberry um ein paar hauseigene Erweiterungen wie zum Beispiel die DTEK-Sicherheitsapp. Obwohl nur der Mittelklasse-Prozessor Snapdragon 625 verbaut ist, läuft die Software in meinem Kurztest ruckelfrei und schnell.

Blackberry KeyOne
In das nicht gerade schlanke Gehäuse passt ein großer Akku. Auch die Kamera macht einen guten Eindruck. Image by Lars Rehm

Auch das Kameramodul macht mit seinem 12-Megapixel-Sensor einen guten ersten Eindruck. Dazu trägt bei, dass die Pixel mit 1.55µm relativ groß sind und deshalb viel Licht bei wenig Rauschen einfangen. Prima: Die Kamera-App bietet manuelle Einstellmöglichkeiten, Panoramamodus und andere Spezialmodi.

Fazit: Blackberry KeyOne ist ein tolles Comeback

Mit der langlebigen Batterie, gutem Display und vor allem der Hardware-Tastatur ist das Blackberry KeyOne ein gelungenes Smartphone-Comeback für die Marke. Das Android-Gerät hat das Potenzial, das Business-und Vielschreiber-Publikum zurückzugewinnen, das in den letzten Jahren von Blackberry zu Apple, Samsung und anderen abgewandert war. Schon in Kürze soll das Blackberry KeyOne für 600 Euro erhältlich sein.

Hier geht es zu weiteren Smartphone-Highlights des MWC 2017.


Images by Lars Rehm


 

About Lars Rehm
Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.