LG G6 ausprobiert: Der Display-Überflieger des MWC 2017 im Kurztest

Das Spitzen-Smartphone LG G6 war nicht nur die wichtigste Neuvorstellung des koreanischen Herstellers. Es war auch das Gerät, das mich am meisten auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona beeindruckt hat. Vor allem das neue Format und die verbesserte Qualität des Displays sind spektakulär.

Metallgehäuse statt Module

Der Vorgänger G5 war trotz innovativer Dual-Camera und modularem Design aus kommerzieller Sicht eher eine Enttäuschung, weshalb der Hersteller beim LG G6 einiges geändert hat. Zubehörmodule und auswechselbarer Akku gehören der Vergangenheit an. Stattdessen gibt es jetzt ein sehr edel anmutendes wasser- und staubdichtes Metallgehäuse, das auch auf der Rückseite mit kratzfestem Gorilla Glas 5 beschichtet ist. Letzteres ist zwar ein Fingerabdruckmagnet, sieht aber durchaus sehr schick aus.

LG G6
Der Metallrahmen des LG G6 fühlt sich sehr solide an. Image by Lars Rehm

Das Display ist der Star

Das wahre Highlight des G6 findet sich aber an der Vorderseite. Diese wird fast komplett durch ein 5,7 Zoll großes QHD-Display im Seitenverhältnis von 18:9 in Beschlag genommen. Die dünnen Bildschirmränder tragen ihren Teil zum modernen Erscheinungsbild bei. Das ungewöhnliche Seitenverhältnis hat es aber auch ermöglicht, die Dimensionen des G6 auf G5-Niveau zu halten. Trotz des deutlichen gewachsenen Displays ist das neue LG einfach mit einer Hand zu halten und zu bedienen. Auch beim Design des Displays wurde viel Augenmerk aufs Detail gelegt. So sind zum Beispiel die Ecken leicht abgerundet, was sich auch im Design der Benutzeroberfläche widerspiegelt.

HDR begeistert Film-Fans

Filmfreunde dürften sich über die Kompatibilität zu den HDR-Standards Dolby Vision und HDR10 freuen. Ein Display mit High Dynamic Range bietet viel feinere Farbabstufungen als ein Standarddisplay. Inhalte in diesem Format sind noch rar, aber Amazon und Netflix haben bereits einige HDR-Videos im Programm. In dieser Hinsicht ist das LG G6 also bestens gerüstet. Neben LG im G6 hat auch Samsung ein HDR-Display in seinem neuen Tablet Galaxy Tab S3 verbaut.

Viel Platz und Power für Multitasking

Die Bedienoberfläche hat sich im Vergleich zum G5 nur wenig geändert, macht sich aber die größere Displayfläche zunutze. Multitasking mit zwei App-Fenstern ist auf dem 18:9-Bildschirm deutlich angenehmer als im 16:9-Format. So kann man in der Square-Kamera-App schon aufgenommene Bilder neben der Bildvorschau anzeigen lassen, um sie nachzustellen. Dank üppiger Prozessorpower sind Bedienung und Navigation des Betriebssystems Android 7.0 jederzeit flüssig. Musik- und Videoliebhaber können sich bei LG auch weiterhin über Kopfhöreranschluss und microSD-Slot freuen.

Noch bessere Dual-Kamera

Das Konzept der Dual-Kamera mit Standard- und Superweitwinkelobjektiv wurde gegenüber dem G5 nicht geändert, allerdings bieten jetzt beide Sensoren eine 13 Megapixel Auflösung und 4:3-Bildformat gegenüber 16 und 8 Megapixel im 16:9-Format auf dem G5. Auch das Zoomen zwischen den beiden Modulen ist nun deutlich flüssiger als zuvor. Wie sich die Änderungen auf die Bildqualität auswirken, wird sich in einem längeren Praxistest zeigen müssen, aber auf dem Display sahen meine Schnappschüsse am Messe-Stand von LG schon sehr gut aus.

LG G6
Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor sind auf der Rückseite zu finden. Image by Lars Rehm

Fazit: Vom LG G6 werden wir noch viel sehen

Für mich ist das LG G6 das interessanteste neue Smartphone auf dem Mobile World Congress. Das 18:9-Displayformat ist eine echte Innovation, die nicht nur optisch Eindruck macht, sondern auch mehr Inhalte anzeigen kann und die Bedienung vereinfacht. Der Wasser- und Staubschutz erhöht die Alltagstauglichkeit. Zudem sieht das neue G6 einfach richtig gut aus. An der Dual-Kamera wurde nicht allzu viel geändert. Aber das ist auch gut so, denn die fand ich auf dem G5 schon richtig Klasse.

Das große Fragezeichen ist derzeit der Preis, denn dazu hat LG noch keine genauen Angaben gemacht aber eins ist sicher: Zum Schnäppchenpreis wird das G6 nicht zu haben sein. Für Preisbewusste haben diverse Hersteller zum Glück günstigere Geräte vorgestellt (zu den Smartphone-Highlights des MWC 2017).

Update 13.3.17: Media Markt listet das Gerät vorab für 749 Euro. Notebooksbilliger.de ruft für Vorbestellungen 769 Euro auf.


Images by Lars Rehm


 

About Lars Rehm
Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

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