Angetestet: Dank Controller habt ihr mit der neuen Samsung Gear VR alles im Griff

Samsung hat in London nicht nur seine beiden Flaggschiff-Smartphones Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus, sondern auch ein komplettes Set neuer VR-Hardware vorgestellt. Ich habe das jüngste Modell der Serie mit dem Markennamen Gear VR samt dem ersten VR-Controller von Samsung für euch ausprobiert.

Neue Gear VR passt zum Galaxy S8

Virtual Reality ist einer der großen Trends im Mobile-Markt. Im Gegensatz zur Augmented Reality taucht der Zuschauer mit einer VR-Brille vollständig in eine andere Welt ein und kann sich dort in alle Richtungen umsehen.

Gear VR
Image by Anton Knoblach

Ob Film, Spiel oder produktive Anwendung – immer mehr Produzenten und Hersteller springen auf den Zug auf und arbeiten an immersivem Content. Mit seiner Headset-Serie namens Gear VR ist Samsung seit einer Weile dabei.

Im Gegensatz zu simplen Cardboard-Headsets beinhaltet die Gear VR eigene Elektronik. Das kommt einer präziseren Steuerung zu Gute. Allerdings ist sie im Gegensatz zu den stationären Brillen von HTC und Oculus mobil. Statt eines Computers benötigt ihr nur ein Smartphone. Jedoch muss es eines von Samsungs Top-Geräten sein.

Weil die neuen Flaggschiffe Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus größer als die Vorgänger-Generation ist, passen sie nicht in die vorhandenen Gear-Headsets. Folgerichtig hat Samsung nun ein Modell vorgestellt, dass groß genug ist, damit ihr ein S8 (Plus) in der Ladevorrichtung montieren könnt. Dabei ist das Headset sogar abwärtskompatibel. Die neue Gear VR akzeptiert auch ältere Modelle wie das Galaxy S7 und Galaxy S6.

Neben der Kompatibilität hat Samsung auch das Blickfeld vergrößert. Die neue Gear VR deckt jetzt ein Sichtfeld von 101 Grad ab. Beim Vorgänger waren es noch 96 Grad. Dadurch kann man besser ins Geschehen eintauchen, weil weniger schwarzer Rand zu sehen ist.

Wie auch die neuen Smartphones ist die neue Brille sehr wertig verarbeitet. Sie sitzt bequem, hat ein angenehmes Gewicht und lässt sich gut und simpel bedienen.

Endlich ein richtiger Controller

Neu in der Gear-VR-Familie ist ein kabelloser Controller mit verschiedenen Funktionen. Das Steuergerät funktioniert sowohl mit dem neuen als auch älteren Headsets. Dadurch zieht Samsung mit Googles VR-Konzept „Daydream“ gleich. Auch dafür ist ein Controller verfügbar.

Gear VR
Image by Anton Knoblach

Das kleine Gerät erinnert an eine Mischung aus Fernbedienung und Joystick mit einem großen Unterschied: Der Controller weiß, wohin er zielt. Bisher musste man Schaltflächen im Bild direkt ansehen und auswählen, jetzt kann die Auswahl viel feiner getroffen werden. Der Controller ermöglicht damit auch, Spiele wie Shooter immersiver zu gestalten.

Im Test funktioniert das Zusammenspiel zwischen Brille und Controller erstaunlich gut. Ohne jegliche Eingewöhnung treffe ich die Schaltflächen auf Anhieb, sowohl Kopfdrehungen als auch das „Zielen“ klappen absolut verzögerungsfrei und flüssig. Das Bild in der Brille ist scharf und detailreich, mit dem neuen S8 profitiert der User von dessen großem, hoch aufgelösten Display.

Gear 360 filmt jetzt VR-Filme in 4K statt nur UHD

Zu Samsungs neuem VR-Lineup gehört auch eine verbesserte Version der 360-Grad-Kamera Gear 360. Was das mit VR zu tun hat? 360-Grad-Aufnahmen sind besonders gut geeignet, um sie mit einer VR-Brille zu betrachten. Auf diese Weise könnt ihr euch im Video bewegen als wärt ihr vor Ort. Mit einer 360-Grad-Kamera könnt ihr euch also ein Eigenregie schnell und einfach selbst VR-fähige Filme erstellen.

Gear 360 Gear VR
Image by Anton Knoblach

Die wichtigste Neuerung ist neben dem griffigeren Design die höhere Auflösung. Die neue Gear 360 kann auch Videos im „echten“ 4K-Standard (4.096 x 2.048) speichern. Beim Vorgängermodell war beim mit 4K verwandten Standard UHD (3.840 x 1.290 Pixel) Schluss.

Leider war es beim Launch in London nicht möglich, die Gear 360 des Modelljahrs 2017 auszuprobieren. Den Vorgänger haben wir hier ausführlich getestet.

Virtual Reality steht noch am Anfang. Es gibt immer noch relativ wenige hochwertige Filme und Spiele mit Langzeitmotivation. Es bleibt abzuwarten, welche Inhalte in der nächsten Zeit entstehen und wie gut die neuen Möglichkeiten genutzt werden. In jedem Fall wird Samsungs VR-Hardware Runde für Runde besser und bequemer zu bedienen.

Wie viel das überarbeitete Gear-VR-Headset in Deutschland kostet und wann es hier erscheint, steht noch nicht fest. In den USA ist es im Set mit dem Controller für 129 Dollar vorbestellbar. Der Controller kostet einzeln 39 US-Dollar. Hingegen die neue Gear 360 ist bereits hierzulande vorbestellbar und kostet 249 Euro.


Teaser Image by Samsung; Images by Anton Knoblach


About Anton Knoblach
ist freier Producer und Colorist in Berlin und Mitgründer der Werbefilmproduktionsfirma unfourseen. Zu einem gelungenen Tag gehören für ihn Musik, gutes Essen und viel Abwechslung. Anton liebt Struktur, schnelle Technik und starke Bilder.