Samsung DeX ausprobiert: So wird das Galaxy S8 zum Desktop-Rechner

Samsung hat vergangene Woche nicht nur zwei neue Smartphones, sondern auch eine spannende Möglichkeit des mobilen Arbeitens vorgestellt. Mit der Lösung namens Samsung DeX und einem Galaxy S8 oder Galaxy S8 Plus (hier zum Kurztest) wird jeder kompatible Bildschirm zum Desktop-Rechner.

Das kann und bietet Samsung DeX

Ihr seid viel unterwegs, aber der Laptop ist zu unhandlich? Ihr braucht einen großen Bildschirm zum Arbeiten, aber nicht unbedingt die volle Funktionalität eines Macs oder PCs? Dann ist Samsung DeX vielleicht eine gute Lösung für euch. Samsung DeX erscheint pünktlich mit den beiden neuen Smartphones und soll 149,90 Euro kosten.

Das kürzlich in London vorgestellte Gerät ist eine Docking-Station für das neue Galaxy S8 und S8 Plus. Sie wird an Strom und via HDMI an einen Monitor angeschlossen. DeX kommt mit zwei Standard-USB-Ports, HDMI, Ethernet und einem USB-C-Anschluss für das Telefon. Ein eingebauter Lüfter schützt das Smartphone vor Überhitzung. Während des Desktop-Modus ist das S8 bzw. S8 Plus weiterhin normal benutzbar, auch Anrufe sind möglich. Zusammen mit Peripherie wie Maus und Tastatur ergibt die Kombination einen in den Grundzügen wie gewohnt nutzbaren Desktop-Rechner.

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick scheint die Vorstellung absurd, eine gesamte Arbeitsumgebung über ein Handy laufen zu lassen. In der Praxis funktioniert das Setup aber erstaunlich gut. Das Betriebssystem ist nach dem Anstecken nicht sofort da, schneller als Laptop-Hochfahren ist es aber allemal. Die Apps und überhaupt die gesamte Umgebung erinnern etwas an das neue Windows-Design.

Im Kurztest lief alles flüssig und so, wie man es vom eigenen Rechner gewohnt ist. Das System geht bei leistungshungrigeren Anwendungen wie mehreren Videos gleichzeitig zwar in die Knie, ist dafür aber auch gar nicht gemacht. Verbringt man den Alltag mit Software wie der Office-Suite, ist DeX eine kleine, aufgeräumte und praktische Alternative.

Samsung DeX
Anton Knoblach hat Samsung DeX beim Launch des Galaxy S8 in London ausprobiert.

Besteht dieses Setup nicht nur ein kurzes Hands-On, sondern auch den ausführlichen Test in einer Produktivumgebung, könnte Samsung hier einen spannenden Ansatz für modernes mobiles Arbeiten am Start haben.

Neu ist die Idee nicht. Microsoft bietet eine ähnliche Lösung namens Continuum für Smartphones mit Windows 10 an. Wegen des geringen Marktanteils, steht natürlich nirgendswo eine entsprechende Docking-Station herum. Hingegen Samsung-Geräte sind deutlich verbreiteter. Außerdem hat der Hersteller mit den beiden neuen Galaxy-Modellen zwei extrem leistungsfähige und vielversprechende Geräte am Start, die dieses Arbeitsprinzip bekannt machen könnten.

Unklar, welche Software sich mit DeX versteht

Spannend wird vor allem, welche Software für DeX verfügbar sein wird. Aktuell angekündigt ist eine Kooperation mit Microsoft, das seine Office-Suite extra für das Gerät optimiert hat. Die insgesamt acht Prozessorkerne der beiden Smartphones lassen genügend Spielraum auch für leistungsstarke Anwendungen. Sollten Anbieter von Kreativsoftware wie etwa Adobe weiter auf das Konzept aufspringen (Lightroom und Photoshop Express sind schon dabei), könnte die Lösung für etliche User interessant sein.

Fazit

Ich freue mich darauf, DeX noch einmal in Ruhe und dann intensiv auszuprobieren. Bestätigt sich der gute Eindruck, könnte DeX etwa Laptop-Ersatz für nächtliches Artikelschreiben sein, wenn ich mein MacBook lieber im Büro lasse und nur mit dem Smartphone nach Hause komme. Für viele meiner Anwendungen taugt es allerdings auch wieder nicht, weswegen ein völliger Umstieg definitiv undenkbar wäre.

Die große Frage im ausführlichen Test wird sein, welchen Mehrwert die Lösung tatsächlich bietet. Es gibt genügend kleine und leichte Laptops auf dem Markt, die zusätzlich ein vollwertiges Betriebssystem in gewohnter Umgebung bieten.

Wer jedoch viel unterwegs ist und keine Lust auf viel Gepäck hat, kann von DeX stark profitieren. Dazu allerdings müssen am Zielort zumindest ein Bildschirm und das Zubehör vorhanden sein. Muss man Maus, Tastatur und DeX selbst mit sich herumtragen, wird sich der Mobilitätsgewinn in Grenzen halten.

Auf jeden Fall aber gibt das Konzept einen Ausblick auf ein Arbeiten, bei dem das Smartphone in der Hosentasche alles ist, was man für einen vollwertigen Rechner braucht. Und dann wiederum ist es durchaus denkbar, dass eine solche Arbeitsumgebung den Desktop-Rechner und auch den Laptop für etliche Anwender ersetzen könnte.

Mehr zum Launch des Galaxy S8: Hier geht es zum Kurztest des neuen Top-Smartphones, hier zum Kurztest der neuen Gear-VR-Brille samt Controller. Und das kann Samsungs neuer Sprachassistenz Bixby.

Galaxy S8 Plus
Das Display des Galaxy S8 bedeckt fast die ganze Frontseite. Image by Anton Knoblach

Teaser Image by Samsung; Images by Anton Knoblach


About Anton Knoblach
ist freier Producer und Colorist in Berlin und Mitgründer der Werbefilmproduktionsfirma unfourseen. Zu einem gelungenen Tag gehören für ihn Musik, gutes Essen und viel Abwechslung. Anton liebt Struktur, schnelle Technik und starke Bilder.

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