OnePlus 5: Vom günstigen Nerd-Produkt zum Lifestyle-Knaller

Als das chinesische Startup OnePlus vor drei Jahren sein erstes Smartphone vorstellte, war die Marschrichtung klar. Mit dem Bastler-OS Cyanogen Mod ausgestattet, sollte das Telefon vor allem die Geeks und Nerds ansprechen. Potente Spezifikationen zu einem niedrigen Kurs standen an erster Stelle. Dafür wurde auf Marketing und Gewinnmarge verzichtet. Spätestens mit dem nun vorgestellten OnePlus 5 hat sich das Gerät zum Mainstream-Produkt mit professionellem Vertrieb und Service gewandelt. Die fünfte Generation wartet mit der Hardwarespitze und hat damit den Primus im Visier: Apple.

Ein Google-Phone im iPhone-Kleid

Deutlich werden die Ambitionen bereits beim Design. Die Rückseite des matten Alu-Gehäuses ähnelt verblüffend dem iPhone 7. Die Kamera befindet sich nicht mehr zentral, sondern in der linken Ecke. In der Geräte-Mitte prangt das glänzende OnePlus-Logo. Nach Apple-Vorbild hat OnePlus auch die Antennenstreifen gut versteckt. Sie befinden sich an abgerundeten Gehäusekanten und sind damit kaum sichtbar.

Ein Trend geht dem chinesischen Hersteller allerdings zu weit: Auf der Unterseite befindet sich neben dem USB-C-Anschluss auch weiterhin eine Klinkenbuchse für 3,5-mm-Kopfhörer. Gut so! Rechts neben dem Daten- und Stromkonnektor befindet sich der Lautsprecher. Wie auch bei den Vorgängern integrieren die Chinesen auf der rechten Seite einen physischen Alert Slider, über den Benachrichtigungen aktiviert und deaktiviert werden können.

Das 5,5 Zoll große AMOLED-Display auf der Frontseite des OnePlus 5 löst mit FullHD auf – LG und Samsung bieten mehr. Das klingt erstmal wenig, allerdings dürften Pixel auch weiterhin kaum sichtbar sein. Das Panel kommt zudem der Akkulaufzeit zu Gute. Unterhalb befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der zugleich als Homebutton dient.

High-End-Spezifikationen wie eh und je

Unter der Haube stecken neben dem aktuellen Snapdragon 835 Acht-Kern-Prozessor von Qualcomm wahlweise 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher im schnellen LPDDR4X-Standard. Die kleine Speichervariante liefert zudem 64 GB internen UFS-2.1-Speicher, die große Variante 128 GB. Da beide Versionen keinen microSD-Kartenslot besitzen, sollten Interessenten zur großen Variante greifen.

Apropos groß: Während viele Mitbewerber auf 3.000 mAh starke Energiespeicher setzen, kommt im OnePlus 5 ein 3.300 mAh fassendes Modul zu Einsatz. Aufgrund der ressourcenschonenden Hardware sollte man damit gut über den Tag kommen. Dank Dash Charge mit 5V Ladestrom und 4A Spannung ist der Akku innerhalb einer Stunde wieder vollständig aufgeladen.

Neue Dual-Kamera soll Maßstäbe setzen

Wie bereits erwähnt setzt OnePlus bei seiner fünften Generation erstmals auf eine Dual-Kamera. Wie das iPhone 7 Plus verfügt sie über einen optischen Zoom. Das Weitwinkel-Modul löst mit 16 Megapixel auf und bietet eine lichtstarke f/1.7-Blende, das Teleobjektiv 20 Megapixel bei einer f/2.6-Blende. Wie auch die 16 Megapixel auflösende Frontkamera kommen die Bauteile von Zulieferer Sony.

Dank Zusammenarbeit mit DxOMark sollen die Knipsen eine außergewöhnliche Qualität besitzen. Das konnten wir selbstverständlich noch nicht testen, allerdings überzeugten die ersten Testshots bei der Präsentation ungemein. Auch in Sachen Video will der Hersteller der Konkurrenz in nichts nachstehen: In 4K-Auflösung landen die Aufnahmen mit 30 fps, in FullHD-Auflösung gar mit 60 fps auf dem Speicher.

Eigenes OxygenOS auf Basis von Android Nougat

OnePlus ist seit jeher für Software-Schlankheit bekannt. Und so wundert es kaum, dass auch das aktuelle Vorzeigemodell mit dem unternehmenseigenen OxygenOS daher kommt. Die Basis bildet die aktuellste Distribution des Google-Betriebssystems Android 7.1.1 Nougat. Das sorgt für außerordentliche Performance bei gleichzeitiger Ressourcenschonung. Das kommt auch durch die Reduzierung der vorinstallierten Apps zustande. Unnötige Bloatware sucht man auf OnePlus-Geräten vergebens. Ferner bietet der Hersteller zeitnahe Software-Updates.

Das OnePlus 5 bietet auch einen 3,5mm-Klinkenanschluss. Image by OnePlus

Fazit: Das OnePlus 5 mausert sich zum Lifestyle-Produkt

Waren die ersten Smartphones der OnePlus-Reihe besonders verarbeitungsseitig Billigheimer und deutlich als China-Geräte zu erkennen, so hat sich das Blatt spätestens seit dem 3 und 3T geändert. Die einstigen Nerdprodukte sind im Mainstream angekommen und können sich in nahezu allen Punkten mit Mitbewerbern von Samsung, LG und auch Apple messen. Das Gesamtpaket stimmt. Und dank dem Vernachlässigen von zeit- und ressourcenfressenden Alleinstellungsmerkmalen in der Entwicklung kann OnePlus das Gerät zu einem konkurrenzlosen Preis anbieten: 499 Euro schlagen bei der kleinen Variante zu Buche.

Das ist zwar mehr als bei den Vorgängern, allerdings deutlich weniger als bei den Mitbewerbern. Auch 559 Euro für die Version mit 128 GB internen Speicher und 8 GB RAM gehen in Ordnung. Wer also ein potentes Smartphone ohne Schnick-Schnack sucht, ist beim OnePlus 5 an der richtigen Adresse. Das Gerät kann ab sofort über den Onlineshop vorbestellt werden. Die Auslieferung soll am 27. Juni beginnen.


Images by OnePlus, adapted by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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