Android Oreo: Auf diese Features könnt ihr euch freuen

Nach der Ankündigung bei der Entwicklerkonferenz Google I/O 2017 hat das Tech-Unternehmen nun seine neue Version des mobilen Betriebssystems namens Android Oreo veröffentlicht. Für die hauseigenen Pixel-Geräte steht Android 8 bereits zum Download bereit. Updates für Hersteller anderer Android-Smartphones werden folgen. Welche neuen Funktionen erwarten euch? Ich habe für euch das Wichtigste zusammengefasst.

Systemoptimierungen bringen geringeren Energieverbrauch

Energieeffizienz steht aktuell in vielen Bereichen oben auf der Prioritätenliste. So auch bei der Softwareentwicklung unserer mobilen Alltagsbegleiter. Google realisiert das in erster Linie durch sogenannte Background-Limits. Sie beschränken die Aktivitäten von Hintergrund-Apps und reduzieren so etwa Netzwerkzugriffe und Lokalisierungen. Außerdem lassen sich stromhungrige Apps in Zukunft leichter im Einstellungsmenü unter Apps aufspüren.

Mit dieser weiterentwickelten Ressourcen-Effizienz geht die Beschleunigung des Bootvorgangs einher. Doch nicht nur das – auch der App-Start soll mit Android 8 deutlich schneller klappen. Zudem führt Google das längst überfällige Pausieren von Updates aus dem Play Store ein. Wer also große Anwendungen lädt, kann dies ab sofort auch in kleinen Häppchen tun.

Projekt Treble ermöglicht schnellere Sicherheitsupdates

Ein leidiges Thema für uns Android-Nutzer ist das Thema Software-Updates. Das dürfte sich auch in naher Zukunft nicht ändern. Jedoch will Google den Rollout von wichtigen Sicherheitsupdates forcieren. Möglich macht das „Project Treble“. Das Google-Framework soll von der Hersteller-Implementation getrennt werden. Letztere bleibt bestehen, ein Abgleich selbiger entfällt. Schließlich folgt ein deutlich beschleunigter Rollout-Vorgang.

Mit Google Play Dienste 11 kommt Play Protect auf die Geräte. Screenshots by Jonas Haller

Das bereits auf bestehenden Android-Geräten rudimentär verfügbare Play Protect wird mit der neuen Android-Distribution tiefer in das Betriebssystem eingebunden. Auffälliges App-Verhalten wie etwa das Einschleusen von Schadcode wird gemeldet und die Anwendung im Ernstfall gelöscht. Infolgedessen entfernt Google die App aus dem offiziellen Play Store.

Direkter Datenaustausch per WiFi Aware

Was Apple-Anhänger mit AirDrop schon längst auf ihren Telefonen nutzen können, soll mit Android Oreo auch auf Google-Geräten Einzug halten, der direkte Datenaustausch per WLAN. Die WiFi Aware genannte Funktion lässt Android-Phones in der Nähe miteinander unkompliziert kommunizieren.

Apropos Kommunikation: Die neue Autofill-API verbessert Passwortmanagern wie LastPass die Anbindung an und in das Betriebsystem. Anwendungen können direkt auf Textfelder zugreifen und Daten abgreifen oder eben einfügen. Folglich entfällt der unsichere Umweg über die Zwischenablage des Geräts. Neben der Sicherheit wird damit auch der Komfort verbessert. Letzteres erhoffen sich die Entwickler auch bei der neuen intelligenten Textauswahl. Mit der neuen Version erkennt Android etwa Adressen oder Telefonnummern und markiert nicht nur ein Wort sondern eine komplette Wort- oder Zifferngruppe.

Notification Channels bringen Übersicht

In Sachen Oberflächen-Features finden sich die Neuerungen wie immer im Detail. Einerseits lassen sich Icons an die Nutzeroberfläche anpassen. Je nach Hersteller landen runde oder quadratische Icons auf dem Startbildschirm oder im App-Drawer. Designfetischisten freut das, entfällt doch das inkonsistente Erscheinungsbild aus unterschiedlichen App-Icons. Richtig eingesetzt sollen die neuen Notification Channels für Übersichtlichkeit in der Benachrichtigungsleiste sorgen. Der Eingang unwichtiger Werbe-Mails etwa bleibt uns Nutzern erspart. Lediglich Nachrichten mit dem Label wichtig wandern in die Notification Bar. Dafür ist allerdings App-Support notwendig.

Mit Android O wird Bild-in-Bild-Darstellung möglich. Screenshot by Jonas Haller

Wer ferner ein bestimmtes Widget auf dem Home-Bildschirm platzieren will, muss in Zukunft nicht zwingend über das unübersichtliche Menü zur Anpassung dessen gehen. Ein langer Tipp auf das App-Icon im Menü zeigt neben Anwendungsfunktionen mögliche Widgets an, die sich direkt positionieren lassen. Des Weiteren werden die bei etlichen Nutzeroberflächen bekannten Benachrichtigungsziffern, die Notification Dots, mit Android Oreo flächendeckend eingeführt. Ferner bringt Google für Videokonsumenten eine Picture-in-Picture-Funktion. Die Anordnung wird damit spürbar flexibler als bei der Multiwindow-Funktion. Weitere neue Funktionen haben die Android-Entwickler in einem Blog-Post aufgelistet.

Fazit: Android Oreo macht Google-Phones ein bisschen besser

Während ein Großteil der Android-Nutzer auf die Vorgänger-Versionen 7.0 und 7.1 warten, liefert Google für seine Pixel-Phones bereits ein neues Update-Paket, das die Versionsnummer 8.0 trägt. Wie auch die Jahre zuvor sucht man bahnbrechende Highlights vergebens. Hier ein bisschen Ressourcen-Effizienz, da etwas Oberflächenkosmetik. Immer öfter wird deutlich, dass das Smartphone an sich „zu Ende entwickelt“ ist und sich nur noch in Kleinigkeiten verbessern lässt. Vorbildlich ist, dass Google die Sicherheit seiner Apps und damit uns Nutzern verbessern will. Wichtige Security-Patches sollen schnell auf den Geräten landen. Das Ausspielen der neuen Android-Version an sich wird Google bei Fremdgeräte-Herstellern aber vorerst nicht beschleunigen. Auch in Zukunft müssen sich Besitzer von Geräten von Samsung, Huawei, LG und anderen in Geduld üben, bis sie die neuen Features auf ihren Telefonen nutzen können.


Teaser Image by Google, Screenshots by Jonas Haller


About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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