Huawei Mate 10 Pro vorgestellt: Künstliche Intelligenz fast ohne Displayrand

Huawei hat in München offiziell sein neuestes Premium-Smartphone präsentiert: das Huawei Mate 10 Pro. Mit dem Nachfolger des Huawei Mate 9 greift das chinesische Unternehmen die Konkurrenz aus dem Hause Apple und Samsung weiter an. Vor allem designtechnisch ist Huawei im Jahr 2017 angekommen und präsentiert mit dem Mate 10 Pro ein fast randloses Smartphone im neuen Format. Wir haben alle Details und Daten zur neuen Huawei-Oberklasse.

Den europäischen Markt wird laut Angaben von Huawei ausschließlich die Pro-Variante des neuen Mate 10 erreichen. Damit setzt der chinesische Hersteller ein klares Zeichen. Huawei will seine Position im prestigeträchtigen Bereich der Flaggschiff-Smartphones stärken und ein Konkurrenz-Modell zum Samsung Galaxy Note 8 und Apples iPhone 8 Plus etablieren. Die Specs und das Design sind auf jeden Fall beachtlich.

Design und Optik: Huawei geht mit dem Trend

Das Huawei Mate 10 Pro besitzt eine Bildschirmdiagonale von 6 Zoll (15,24 Zentimeter). Dabei folgt Huawei dem Trend zur Verlagerung des üblichen 16:9-Formats und spendiert dem neuen Premium-Gerät ein 18:9-Display mit einer Auflösung von 1.080 x 2.160 Pixeln. Huawei nennt dieses Design „FullView“. Das neue Format sorgt vor allem dafür, dass das Smartphone trotz seiner Größe gut in der Hand liegt. Auffällig sind außerdem die hauchdünnen Display-Ränder des Mate 10 Pro. Dadurch wirkt der Rahmen praktisch nicht mehr existent. Das Display des Mate 10 Pro liegt flach auf und ist nicht abgerundet, wie es beispielsweise beim Samsung Galaxy Note 8 der Fall ist.

Huawei Mate 10 Pro vorgestellt
Image by Huawei

Die Rückseite des Mate 10 Pro sieht originell aus und setzt sich vom Wettbewerb ab. Huawei hat das Kamera-Setup samt zweifarbigem Blitz und Sensoren auf einem breiten Farbbalken gebettet. Dieser Design-Akzent dürfte nicht jedem gefallen; Fans vom minimalistischen Clean-Design schon gar nicht. Knapp unter dem dunklen Balken hat Huawei den kreisrunden Fingerabdrucksensor ins Glasgehäuse eingelassen. Allerdings spielt beim Mate 10 Pro die gläserne Rückseite ausschließlich eine Designrolle. Das Flaggschiff verfügt nicht über kabelloses Aufladen – anders als das iPhone 8 Plus.

Im unteren Drittel der Rückseite befindet sich der klassische Huawei-Schriftzug. Dabei leuchtet der Aluminium-Rahmen in der Gehäusefarbe. Das 178 Gramm wiegende Smartphone kommt in drei Farbvarianten nach Europa: Braun, Blau oder Schwarz-Gold. Wie sich das Design im Alltag widerspiegelt und ob das Smartphone durch sein neues Format handlich geraten ist, wird unser Hands-On zum Mate 10 Pro zeigen.

Ausstattung und Leistung: Das steckt unter der Haube

Das Huawei Mate 10 Pro kommt wie beim Hersteller üblich mit hauseigenem Chipset daher. Huawei nennt ihn Kirin 970, der laut Hersteller bis zu 20 Prozent schneller arbeiten soll als sein Vorgänger, der Kirin 960. Auf der Platine steckt ein Acht-Kern-Prozessor von Chip-Hersteller ARM. Vier Kerne takten mit bis zu 2,36 GHz, vier mit bis zu 1,8 GHz. Unterstützt wird der Prozessor von einer Grafikeinheit vom Typ Mali G72, die 12 Kernen arbeitet. Ferner hat Huawei den Kirin-Chipset um einen Recheneinheit ergänzt, die mit selbstlernende Algorithmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz arbeitet. Weil dahinter das Rechenprinzip neuronaler Netze steckt, spricht Huawei von einer „Neural Processing Unit“ (NPU). Unter anderem nimmt die NPU beim Telefonieren eine Geräuschanpassung vor, indem sie in Echtzeit Geräusche und die Stimmen der Gesprächspartner analysiert und anpasst.

Das Huawei Mate 10 Pro verfügt über 6 GB Arbeitsspeicher und einen internen Speicher, der Platz für Daten bis zu 128 GB bietet. Der Akku des Mate 10 Pro bietet ein Fassungsvermögen von 4.000 mAh und lässt sich über ein Schnellladeverfahren namens SuperCharge zügig aufladen. Damit soll das Gerät nach 30 Minuten bis zu 58 Prozent aufgeladen sein. Ferner hat Huawei dem Mate 10 Pro eine IP67-Zertifizierung spendiert, wie sie beispielsweise beim iPhone 8 zum Einsatz kommt. Damit ist das Mate 10 Pro gegen kurzweiliges Untertauchen und Staub geschützt. Was die Anschlüsse betrifft, steht dem Mate 10 Pro ein USB-Typ-C-Port und Bluetooth 4.2 zur Verfügung.

LTE Cat 18 ist Zukunftsmusik

Bei der Mobilfunkanbindung zeigt Huawei sich fortschrittlich und verbaut ein LTE-Cat-18-Modul, das zumindest in Deutschland noch keinen Nutzen darstellt. Zwar sollen mit dem neuen Modul Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1,2 Gbit/s möglich sein. Hierzulande bietet allerdings kein Mobilfunkanbieter eine passende Schnittstelle, um die schnelle Geschwindigkeit von LTE-Cat-18 überhaupt erreichen zu können.

Ein Anschluss fehlt dem Huawei Mate 10 Pro: die Klinkenbuchse. Stattdessen erhalten Käufer des Flaggschiffs Kopfhörer mit USB-Typ-C-Anschluss als Dreingabe. Außerdem bietet Huawei die Möglichkeit, das Mate 10 Pro via Kabelverbindung in einen Desktop-PC zu verwandeln. Huawei nennt diese Verschmelzung von Smartphone und Computer Enhanced Experience. Auch hier ist der chinesische Hersteller im Jahr 2017 angekommen und folgt der Konkurrenz aus dem Hause Samsung, die mit dem Galaxy S8 die DeX-Station vorgestellt hat. Schließlich muss der ausführliche Test zeigen, wie gut Huawei die Idee von „Smartphone und Desktop-PC in einem“ umgesetzt hat.

Leica mischt bei den Kameras wieder mit

Auf der Rückseite des neuen Oberklasse-Smartphones sticht deutlich die Dual-Kamera hervor. Dabei verrät der Schriftzug „Leica“, dass der deutsche Kamera-Hersteller erneut seinen Teil beigetragen hat. Die Dual-Kamera setzt sich aus einem RGB- und einem Schwarzweiß-Sensor zusammen. Beide Objektive bieten eine Brennweite von knapp 27 Millimetern und eine f/1.6-Blende. Ein optischer Bildstabilisator im Farb-Sensor sorgt für scharfe Bilder ohne Verwackler. Während der S/W-Sensor mit 20 Megapixeln auflöst, bietet das RGB-Modul eine Auflösung von 12 Megapixeln.

Huawei Mate 10 Pro vorgestellt
Image by Huawei

Auch bei der Dual-Kamera kommt Huaweis NPU zum Einsatz. Das im Bereich der Künstlichen Intelligenz beheimatete Verfahren des maschinellen Lernens soll Szenerien und Objekte besser erkennen und somit für optimale Kamera-Einstellungen während des Fotografierens sorgen. Für eine rauscharme und detailreiche Bildsignalaufbereitung kommt zudem ein neuer Bildprozessor zum Einsatz  Ein Autofokus, der auf gleich vier Technologien basiert, rundet die Dual-Kamera ab. Er fokussiert über Tiefeninformationen, Laser-Messung, Phasen- und Kontrast-Autofokus. An der Front spediert Huawei dem Mate 10 Pro eine 8-Megapixel-Kamera mit einer f/2.0-Blende.

Huawei Mate 10 Pro mit Android Oreo und EMUI 8.0

Das Huawei Mate 10 Pro kommt mit dem aktuellen Android 8.0 Oreo und wurde durch die neue Benutzeroberfläche EMUI 8.0 Huawei-typisch individualisiert. Im Inneren der Software hat Huawei einiges verbessert. So verzichtet der Hersteller auf die klassische Navigationsleiste. Unter anderem soll das neue Floating Dock das Scrollen durch Apps noch einfacher gestalten und für mehr Platz auf dem Home-Screen sorgen. Benachrichtigungen lassen sich in EMUI 8.0 ab sofort ebenfalls im Split-Screen-Modus anzeigen. Welche Funktionen Huawei beim neuen Mate 10 Pro noch versteckt hat, wird der Test zeigen.

Lite- und Porsche-Varianten sowie neues Zubehör

Das Huawei Mate 10 Pro kommt laut Hersteller als Dual-SIM-Version Mitte November zu einem Preis von 799 Euro in den deutschen Handel. Wer das neue Top-Smartphone jetzt schon vorbestellt, erhält von Huawei ein Moleskine Smart Writing Set im Wert von 299 Euro gratis dazu.

Wer das Huawei Mate 10 Pro an sich ganz gut findet, es aber lieber etwas edler oder aber etwas günstiger hätte, kann zwischen zwei alternativen Varianten wählen. So bringt Huawei auch eine Luxus-Variante namens Porsche Design Edition zu einem Preis von 1395 Euro heraus. Sie ist ab Dezember 2017 erhältlich.

Das Gegenkonzept dazu ist das Huawei Mate 10 Lite, das ab November 2017 für 399 Euro auf den Markt kommt. Es ist mit 5,9 Zoll nur minimal kleiner als die Pro-Variante. Es bietet ebenfalls ein fast randloses Display und eine Dual-Kamera. Allerdings verzichtet Huawei im Lite-Gerät auf den NPU-Chip mit KI-Funktionen. Zudem fallen die Leistungsdaten geringer aus. Das gilt für den Chipsatz (Kirin 659), den Arbeitsspeicher (4 GB) und den Akku (3.340 mAh). In punkto Software finden das nicht mehr aktuelle Android 7 und die Oberfläche EMUI 5.1 Verwendung.

Darüber hinaus hat Huawei die 360-Grad-Kamera EnVizion vorgestellt. Sie kann 5K-Fotos und 2K-Videos als Kugelpanorama aufnehmen. Für 199,99 Euro ist sie ab Ende November 2017 verfügbar. Auch in Sachen Gesundheit und Fitness will Huawei mitmischen. Daher bringt der Hersteller noch im November eine vernetzte Gesundheitswaage auf dem Markt. Neben dem Gewicht kann sie auch den Körperfettanteil und den Body-Mass-Index berechnen. Sie wird 89,99 Euro kosten.


Images by Huawei


About Julia Froolyks
Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Neben Mobilfunk und Smartphones hegt sie eine innige Beziehung zu Datenschutz und Cyber Security.

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