Angetestet: Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL bestechen durch geniale Kamera und Software

Seit Freitagnachmittag konnte ich das Pixel 2 und das Pixel 2 XL bereits testen. Vorneweg sei gesagt, dass die technischen Daten der beiden neuesten Smartphones von Google wenig darüber aussagen, was diese beiden Geräte ausmacht. Vom Design und den technischen Fakten her, sind kaum Unterschiede zwischen einem Google Pixel 2, einem Samsung Galaxy S8, dem Essential Phone von Android-Mitgründer Andy Rubin oder Apples iPhone X wahrnehmbar. Das sind einfach alles sehr teure und sich ähnelnde Smartphones.

Google setzt mit dem Pixel 2 technische Maßstäbe

Ich führe die Fakten hier nur der Vollständigkeit halber auf: für die virtuelle Realität optimiertes 5 Zoll großes Display (Full-HD-OLED), weltweit am höchsten bewertete Smartphone-Kamera (12 MP), innerhalb von 15 Minuten kann die Akkulaufzeit der Batterie um bis zu 7 Stunden verlängert werden, der interne Speicher ist 64 GB bzw. 128 GB groß, außerdem hat es einen Fingerabdrucksensor und Stereo-Front-Lautsprecher. Das Google Pixel 2 XL ist ähnlich, hat aber ein 6 Zoll großes Display (WQHD-OLED) und geschwungenes Glas.

Die Preise sind zum einen sehr hoch (Pixel 2: ab 799 Euro, Pixel 2 XL: ab 939 Euro), aber im Vergleich mit dem neuesten iPhone auch in Ordnung. Alles eine Frage des Blickwinkels (und des eigenen Geldbeutels). Die Farben – Just Black, Clearly White, Kinda Blue – unwichtig. Was wirklich beeindruckt, ist die bessere Haptik im Vergleich zum ersten Pixel-Gerät. Das Pixel 2 wirkt nicht zu klein, das Pixel 2 XL liegt gut in der Hand und durch den Kunststoffdeckel rutscht es nicht wie sein wesentlich glasigerer Vorgänger aus der Hand.

Ich habe in meinem Leben erst einen Riss im Display gehabt und das mit dem Pixel, dem wohl teuersten Smartphone, das ich jemals hatte. Ärgerlich daran ist, dass das komplett die Schuld des Designs und Materials war. Erst mit einer vielleicht 5 Euro teureren Gummihülle war das Pixel für mich haltbar und so auch erst nutzbar. Bei dem Pixel 2 und dem Pixel 2 XL scheint es nach wenigen Tagen, dass dies auch ohne eine Hülle geht. Das mag ein kleines Detail sein, macht für mich aber den größten Unterschied zum Vorgängermodell aus.

Die Software ist das Beste am Google Pixel 2

Die Kamera des Pixel war und ist außergewöhnlich. Die des Pixel 2 und Pixel 2 XL steht dem zum Glück in nichts nach. Technisch soll es einen Unterschied geben, ich nehme ihn allerdings nicht wahr. Die Software-Features wie der Porträt-Modus funktionieren beeindruckend gut. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen gelingen tolle Fotos. Die Handhabung ist dabei einfach geblieben, wie man es vom ersten Pixel bereits kennt. Mit Google Fotos ist die Verwaltung der Bilder noch besser geworden. Unschlagbar besser.

Der Google Assistant ist der nächste Software-Vorteil von Google. Mit Siri nicht zu vergleichen, hat Google es geschafft, aus dem ehemaligen Google Now einen bereits sehr gut funktionierenden Assistenten für das Smartphone zu bauen. Bisher fand ich Sprachbefehle für den Alltag wenig interessant. Aber nun spürt auch ein Skeptiker wie ich, wohin die Reise gehen wird und das sprachgesteuerte Assistenten sinnvoll sein können.

Google hat es verstanden, sehr gute Hardware zu bauen. Nicht zuletzt auch aufgrund des quasi aufgekauften bzw. durch Kooperationen gebundenen Ingenieurswissen von Motorola und HTC. Was nun dazu kommt, ist Googles Sparten-übergreifendes Verständnis von Software. Die beste Hardware mit der besten Software zusammen zu bringen, ist die Strategie für die Zukunft. Gerade beim letzten Punkt kann keines der anderen großen Tech-Unternehmen Google das Wasser reichen. Die Zukunft im Markt der Top-Smartphones ist wieder spannend.

Dies ist nur ein erster Eindruck nach ein paar Tagen. In einem weiteren Artikel ziehe ich dann in wenigen Wochen mein Fazit zum Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL.


Image by Katharina-Franziska Kremkau


About Tobias Kremkau
Tobias Kremkau ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er das Blog und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.