Honor 6C Pro im Test: Heavy Metal für unter 200 Euro

Ohne viel Trubel hat der chinesische Hersteller Honor heute sein neues Budget-Smartphone Honor 6C Pro vorgestellt. Der Nachfolger des Honor 6C kommt mit Android Nougat im Aluminium-Gehäuse. Bei einem Preis unter 200 Euro überrascht das Honor 6C Pro außerdem mit einer relativ guten Kamera. Was sonst noch so unter der Haube des günstigen Smartphones steckt, konnte ich bereits vor dem offiziellen Marktstart Anfang November testen.

Honor 6C Pro mit solider Performance

Die Neuauflage des Honor 6C kommt mit dem Achtkern-Prozessor Mediathek 6750. Er sorgt zusammen mit den verbauten 3 GB Arbeitsspeicher für eine solide Performance für alltägliche Aufgaben. Apps laden relativ zügig und lassen sich gut bedienen. Auch aufwendigere Spiele wie Asphalt 8 lassen sich nach etwas längerer Ladezeit ohne Ruckler gut spielen.

Ferner verfügt das Gerät über 3 GB Arbeitsspeicher, was eher ungewöhnlich für ein Smartphone im unteren Preissegment ist. Dadurch blieben in meinem Test geöffnete Apps im Hintergrund aktiv und waren sehr schnell wieder einsatzbereit, wenn sie erneut geöffnet wurden.

Der interne Speicher ist mit 32 GB relativ üppig bemessen. Wenn mehr Speicher benötigt wird, kann man problemlos eine bis zu 128 GB große Micro-SD-Karte in das Honor 6C Pro einlegen, um den vorhandenen Speicher zu erweitern.

Auf dem Honor 6C Pro ist das nicht mehr aktuelle Android 7.0 vorinstalliert. Doch ein Update auf Android 8 Oreo ist relativ sicher, obgleich es noch nicht bestätigt wurde. Die EMUI 5.1 genannte Oberfläche, mit der Honor die Android-Version einkleidet, unterscheidet sich stark vom normalen Android und wirkt für meinen Geschmack nicht ganz so modern.

Die Einstellungen sind stark an das Design von iOS angelehnt, aber übersichtlich gestaltet. Insgesamt lässt sich die Software einfach verstehen und intuitiv bedienen. Sehr gut gefallen hat mir die Möglichkeit, die Oberfläche ganz nach meinen Vorstellungen einzurichten. So kann man beispielsweise auswählen, ob man einen App-Drawer, wie unter Android üblich, verwenden möchte, oder ob man lieber alle installierten Apps auf dem Homescreen anzeigen will, wie es bei iOS üblich ist. Auch die Anordnung der Navigationstasten lässt sich anpassen.

Edles Gehäuse aus Alu statt Kunststoff

Das 145 Gramm schwere Honor 6C pro fühlt sich dank des Aluminium-Gehäuses sehr robust an. Die matte Rückseite des Smartphones ist leicht angeraut, wodurch es sehr gut in der Hand liegt. Der Rahmen besteht aus glänzenden Material und macht ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Dabei ist das Glas auf der Vorderseite nach dem 2,5D-Standard an den Rändern leicht abgerundet. Insgesamt macht das Honor 6C Pro einen sehr wertigen Eindruck und überzeugt durch eine für diese Preisklasse sehr gute Verarbeitung.

Display bietet Standardkost

Der sehr gute äußere Eindruck wird leider etwas vom verbauten Display relativiert, das eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bietet. Angesichts einer Displaydiagonale von 5,2 Zoll beträgt die Pixeldichte 282 ppi. Dadurch sind Bildpunkte bei sehr genauer Betrachtung erkennbar. Angesichts des niedrigen Preises ist dieser Auflösungsstandard aber vertretbar.

Honor 6C Pro im Test
Image by Timo Brauer

Alltagstaugliche Akku-Leistung

Obwohl die Display-Auflösung für den ein oder anderen Nutzer ein Störfaktor darstellen kann, profitiert hingegen die Akkulaufzeit davon deutlich. Denn je weniger Bildpunkte mit Energie versorgt werden müssen, desto länger hält der Akku auch durch.

Der 3.000 mAh große Akku hat mich in meinem Test immer problemlos über den Tag gebracht. Das Schnellladeverfahren Quick Charge bietet das Honor 6C Pro nicht. Das ist in diesem Preissegment aber auch nicht zu erwarten. Ähnlich verhält es sich beim Anschluss zum Aufladen oder zur Datenübertragung: Das Smartphone wird per Micro-USB-Port, und nicht über den neuen und schnellen USB-Typ-C aufgeladen.

Display flott und präzise mit Fingerabdruck entsperren

Auf der Rückseite des Honor 6C Pro befindet sich unter der hervorstehenden Kamera ein Fingerabdrucksensor. Dieser ist etwas in das Gehäuse eingelassen und lässt sich im Alltag leicht erfühlen. Die Leistung ist so gut wie man es von Huawei und Honor kennt. Die Geschwindigkeit steht sogar dem Fingerabdrucksensor im iPhone um nichts nach und funktioniert im Gegensatz zu Apples Smartphone auch mit etwas nassen Händen.

Honor 6C Pro im Test
Der Fingerabdrucksensor ist sehr gut. Image by Timo Brauer

Scharfe, aber etwas blasse Bilder

Die Kamera bietet eine Auflösung von 13 Megapixeln auf der Rückseite und 8 Megapixeln an der Front für Selfies. Die Bilder der Frontkamera werden zwar ausreichend scharf aufgenommen, haben aber einen deutlichen Grauschleier und lassen Menschen recht blass wirken. Die Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen brauchbare Bilder, in Situationen mit einem großen Dynamikumfang hilft aber auch der HDR-Modus nur bedingt dabei, helle sowie dunkle Bereiche gut darzustellen. Für den Preis des Smartphones geht die Qualität aber wirklich Ordnung. Negativ aufgefallen ist allerdings, dass die Fotos des Honor 6C Pro am Rand deutlich an Schärfe verlieren. Dies fällt besonders beim Fotografieren von Dokumenten auf.

Fazit: Honor 6C Pro ist ein tolles Einstiegsmodell

Das Honor 6C Pro ist für alle geeignet, die ein einfaches Smartphone zum Telefonieren, WhatsAppen, Websurfen und Teilen von Fotos in sozialen Medien suchen, aber dafür kein Vermögen ausgeben wollen. Insbesondere das für diese Preisklasse edle Design hat es mir im Test angetan. Insgesamt macht man beim Honor 6C Pro zu einem Preis von unter 200 Euro also nichts falsch.

Allerdings hat sich im Bereich Smartphones unter 200 Euro im vergangenen Jahr einiges getan. Honor selbst bietet inzwischen eine Reihe von Modellen in der 6er-Serie an. Falls euch ein Fingerabdrucksensor nicht wichtig ist, solltet ihr mal einen Blick auf das im Vergleich zum Honor 6C Pro 30 Euro günstigere Modell Honor 6A werfen.

Wer keinen Wert auf ein schickes Design legt und lieber pures Android verwenden möchte, kann zum Beispiel für rund 200 Euro zum Moto G5S greifen. Keine bekannte Marke, aber ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet ferner das BQ Aquaris V für 199 Euro. Auch das Modell GS270 vom deutschen Hersteller Gigaset für 199 Euro ist empfehlenswert. Der schärfste Konkurrent dürfte aber das Samsung Galaxy A3 (2017) sein. Für rund 60 Euro mehr als beim Honor 6C Pro erhält man beispielsweise eine etwas bessere Kamera sowie eine IP68-Zertifizierung, die dem Smartphone auch einen kurzen Aufenthalt im Wasser erlaubt.

Ihr könnt das Honor 6 Pro jetzt für 199,90 im Online-Shop von Honor kaufen.


Teaser Image by Honor, Images by Timo Brauer


About Timo Brauer
Timo studiert Technikjournalismus in Bonn und beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.

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