HTC U11+ im Hands-On: Gestrecktes U11 mit Nerdfaktor

Mit der U-Serie hat der taiwanische Elektronikhersteller HTC Anfang diesen Jahres einen kleinen Neuanfang gewagt. Beispielsweise ist im Bereich des Designs das Aluminiumgehäuse ist Geschichte, Glas ist fortan das Maß der Dinge. Zudem werten neuartige Features wie Edge Sense, Ultrapixel-Kamera oder 3D-Audio das Flaggschiff HTC U11 auf. Doch die technologische Entwicklung bleibt bekanntlich nicht stehen und deshalb stellt das Unternehmen dem Flaggschiff eine aufgebohrte Version namens HTC U11+ zur Seite. Ich habe mir den Boliden bereits anschauen können und verrate euch meine Eindrücke.

Schmalere Rahmen als beim kleinen Bruder

Äußerlich bleibt sich HTC seiner neuen Linie treu. Das in einer Farbvariante sogar teiltransparente Gehäuse besteht aus Corning Gorilla Glas und liegt zumindest mit trockenen Händen gut in der Hand. Sollte es doch einmal in das Waschbecken fallen, keine Panik: Das HTC U11+ ist nach IP68 staub- und wasserdicht. Letzteres sogar gegen Süßwasser. Mit Maßen von 158 x 75 x 8,5 Millimetern ist es zwar etwas länger, aber auch schmaler als der kleine Bruder. Grund dafür sind die dünneren Rahmen und der neue Formfaktor des 188 Gramm schweren Geräts.

Das 6 Zoll große SLCD5-Display kommt nunmehr im 18:9-Verhältnis daher und bietet eine Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixel. Die Pixeldichte liegt bei scharfen 536 ppi, einzelne Bildpunkte sind also nicht sichtbar. Weiterhin unterstützt das Panel den Hochdynamik-Standard HDR10 sowie den sehr großen DCI-P3-Farbraum. Inhalte erscheinen daher deutlich lebhafter. Aufgrund des formatfüllenden Displays wandert der Fingerabdrucksensor auf die Rückseite des Gerätes. Zudem sind die Navigationstasten nicht mehr als dedizierte Buttons, sondern als Software-Keys verfügbar. Dazu später mehr.

Starker Qualcomm-Prozessor sorgt für Power

Im Inneren des HTC U11+ werkelt der derzeit stärkste Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 835. Die acht Kerne befeuern den Boliden mit bis zu 2,45 GHz Taktleistung. Außerdem sorgen üppige 6 GB Arbeitsspeicher für flüssiges Arbeiten. Apps und Daten finden auf dem 128 GB großen Festspeicher mit schneller UFS 2.1 Zertifizierung ihren Platz. Er kann optional per microSDXC-Karte um bis zu 2 TB erweitert werden. Ich war hinsichtlich der Performance vom Vorseriengerät sehr angetan und bin gespannt auf das fertige Produkt.

HTC U11+
Das HTC U11+ wird unter anderem in Transparent Black verfügbar sein. Image by Jonas Haller

Für die nötige Energie sorgt der 3.930 mAh leistende Akku, der 30 Prozent mehr Kapazität als das Pendant im U11 besitzt. Die reine Gesprächszeit im 4G-Netz gibt HTC mit 25 Stunden an. Insgesamt sollte der Energiespender den Nutzer gut über den Tag bringen. Falls es doch einmal eng wird, schaffen zwei Energiesparmodi Abhilfe. Aufgeladen wird das HTC U11+ per USB-C-Kabel und schnellem Quick Charge 3.0. Auf induktives, kabelloses Laden per Qi-Standard wie beispielsweise beim iPhone 8 und beim iPhone X verzichtet der taiwanische Hersteller aufgrund des höheren Platzbedarfs und des langsamen Ladeprozesses.

Ultrapixel-Kamera aus dem U11 verbaut

In Sachen Kamera setzt HTC auf bewährte Komponenten. Das Hauptmodul löst mit 12,2 Megapixel auf und besitzt die Ultrapixel-Technologie mit einer Pixelgröße von 1,4 Mikrometer. Die lichtstarke f/1.7-Blende sorgt auch bei schummrigen Licht für sehr gute Ergebnisse. Selbstverständlich ist auch der Pro-Modus an Bord, über den sich diverse Bildparameter manuell anpassen lassen. Videos landen mit 3D Audio über 4 Mikrofone in gestochen scharfer 4K-Auflösung auf dem Speicher. Slow-Motion-Aufnahmen sind bei 120 fps in FullHD-Auflösung möglich.

Für Selfiefreunde hält das HTC U11+ auf der Frontseite eine 8 Megapixel auflösende Kamera mit 85 Grad Sichtbereich bereit. Die Blende ist mit f/2.0 ausreichend groß, um auch bei Dunkelheit gute Ergebnisse zu liefern. Natürlich ist auch der Live Make-up Modus an Bord und Schnappschüsse können automatisch oder per Stimme aufgenommen werden. Videosequenzen lassen sich in FullHD-Auflösung aufnehmen. Sowohl Haupt- als auch Frontkamera bieten zudem den HDR Boost Modus, bei dem mehrere Aufnahmen zu einer optimierten zusammengerechnet werden.

HTC U11+
Die Ultrapixel-Kamera entstammt aus dem HTC U11. Image by Jonas Haller

30 Prozent lauter als das HTC U11

Von den größeren Dimensionen des HTC U11+ profitiert vor allem die Klangqualität und Lautstärke. Denn die BoomSound Hi-Fi Lautsprecher oberhalb des Displays und auf der Geräteunterseite können einen größeren Resonanzkörper für sich nutzen. Laut HTC soll die Lautstärke um 30 Prozent höher sein als beim kleinen Bruder U11. Des Weiteren ist das neue HTC U11+ Hi-Res Audio zertifiziert und spielt 32-Bit-Quellmaterial in ihrer vollen Pracht ab.

Wer Musik lieber ganz privat mit Kopfhörern konsumieren möchte, kann auf die mitgelieferten HTC USonic Headphones mit Active Noise Cancellation zurückgreifen. Per Ultraschall messen die Earbuds die eigenen Ohren aus und passen den Klang dementsprechend an. Besitzer von hochwertigen On- oder Over-Ear-Headphones nutzen den mitgelieferten „USB-C auf 3,5mm“-Klinkenadapter. Wie auch die zahlreichen Mitbewerber verzichtet HTC auf einen Analoganschluss.

Android Oreo mit Edge Sense und Edge Launcher an Bord

Auf dem HTC U11+ ist selbstverständlich die neue Android Version 8.0 Oreo vorinstalliert. Das typische HTC Look & Feel wird durch die Nutzeroberfläche Sense erreicht. Sie wird durch innovative Hardware-Funktionen wie Edge Sense erweitert. Mittels Drücken des Metallrahmens öffnet sich etwa der Google Assistant oder die Kamera. Neu ist der Edge Launcher, der per langem Druck startet. Dabei handelt es sich um ein Schnellwahl-Rad, das frei personalisiert werden kann. Ein echt praktisches Feature, das spätestens im Dezember per Oreo-Update auch auf das U11 ausgerollt werden soll.

HTC U11+
Der Edge Launcher bietet Shortcuts zu den meist genutzten Apps. Image by Jonas Haller

Apropos personalisieren: Das U11+ besitzt On-Screen-Buttons, die nach Belieben konfigurierbar sind. In der Standardeinstellung befinden sich die drei Tasten für Zurück, Home und Multitasking im unteren Displaybereich. Durch ein Wischen nach links tauchen weitere Shortcuts zur Bildschirmaufnahme, den globalen Einstellungen oder der Benachrichtigungsleiste auf. Wie auch beim HTC U11 besitzt die Plus-Version sowohl Google Assistant als auch Amazon Alexa. Die Sprachassistenten lassen sich komfortabel parallel nutzen.

Erstes Fazit: Das HTC U11+ ist das bessere U11 mit Sex-Appeal

Mit dem U11+ ergänzt HTC seine U-Serie um ein neues Flaggschiff-Gerät. Der taiwanische Hersteller dreht an den richtigen Stellschrauben und bringt ein erwachsenes 2017er-Modell mit cleveren Features auf den Markt. Beim ersten Antesten haben mich vor allem das 18:9-Display, die bewährte Kameraqualität und der Edge Launcher beeindruckt. Letzterer beschleunigt die Bedienung merklich. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 799 Euro ruft der Hersteller außerdem einen fairen Kurs auf, der unterhalb der Preise der Alternativen wie Samsung Galaxy S8, LG V30 und gleichauf mit dem Huawei Mate 10 Pro liegt. liegt. Mit der Auslieferung erster Geräte ist Anfang Dezember zu rechnen. Ich bin schon jetzt auf das Testexemplar gespannt.

HTC U11+ Schwarz
Das HTC U11+ wird in den Gehäusefarben Ceramic Black und Transparent Black verfügbar sein. Image by Jonas Haller

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About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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