HTC Desire 12: Smarte Mittelklasse ausprobiert

Die Desire-Geräte sind zurück! Vor einigen Jahren hatte HTC seine populäre Mittelklasse-Serie in Europa still und leise begraben. Das taiwanische Unternehmen wollte sich auf Premium-Smartphones konzentrieren, die für den gebeutelten Hersteller deutlich lukrativer sind. Nun also die Kehrtwende mit den beiden HTC Desire 12 und HTC Desire 12+. Wir haben bereits einen ersten Blick auf die Preis-Leistungs-Kracher werfen können und verraten unsere ersten Eindrücke.

Außen dominiert Acrylglas das Erscheinungsbild

Während die Desire-Geräte damals noch mit einem matten Kunststoff-Gehäuse daher kamen, setzt HTC beim Desire 12 auf glänzendes Acrylglas. Damit setzt das Unternehmen die mit der U-Serie eingeführte Designsprache, die zum Beispiel auch beim aktuellen Flaggschiff HTC U11+ zum Einsatz kommt, konsequent fort. Rein äußerlich sind die Geräte deutlich als HTC-Geräte erkennbar.

Das HTC Desire 12 ist mit Abmaßen von 148 x 71 x 8,2 Millimeter das kompaktere der beiden Mobiltelefone. Mit 137 Gramm ist es angenehm leicht und liegt sehr gut in der Hand. Im Vergleich dazu ist das HTC Desire 12+ rund 10 Millimeter höher, 6 Millimeter breiter und bringt 20 Gramm mehr auf die Waage. Letzteres fällt beim Nutzen allerdings kaum ins Gewicht. Die Haptik der Vorserienmodelle war wertig und die Verarbeitung auf sehr hohem Niveau.

Auf der Rückseite nimmt HTC das Liquid Surface auf. Image by Jonas Haller

Beide Geräte kommen mit 18:9-Display

Langsam aber sicher halten die langgezogenen 18:9-Displays auch in der Mittelklasse Einzug. Beide Desire-Geräte kommen mit einem SLCD-Panel in HD+-Auflösung (1.440 x 720 Pixel) daher. Im Desire 12 kommt durch die geringere Größe (5,5 Zoll) eine höhere Pixeldichte zustande. Sie liegt bei 292 ppi. Die Anzeige des Desire+ (6 Zoll) erreicht lediglich 268 ppi. Einzelne Bildpunkte werden bei genauem Betrachten deutlich sichtbar.

Für die Preisklasse lassen sich deshalb keine großen Wunder erwarten. Trotzdem sind die Panels solide und dürften für Otto Normalverbraucher im Alltag vollkommen ausreichen. Genaue Tests zur Blickwinkelstabilität und der maximalen Helligkeit folgen dann im ausführlichen Testbericht.

Das Display des HTC Desire 12+ könnte etwas schärfer sein. Image by Jonas Haller

MediaTek- oder Qualcomm-Prozessor sorgen für Rechenpower

Unter der Haube des kleinen Desire 12 kommt der MediaTek MT6739 zum Einsatz. Er besitzt vier Kerne und taktet mit 1,3 GHz. Zudem stehen 3 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Im großen Bruder integriert HTC den Snapdragon 450 von Qualcomm mit acht Kernen seine maximale Taktleistung liegt bei 1,8 GHz. Auch hier sind 3 GB Arbeitsspeicher verbaut. Beim ersten Hands-On liefen beide Systeme flüssig und butterweich. Erst bei Multitasking und aufwendigeren Apps werden Unterschiede zu High-End-Geräten wie dem U11 Plus sichtbar.

Etwas mager ist der interne Speicher der beiden Geräte: Lediglich 32 GB mit langsamer eMMC-Anbindung sind integriert. Genau aus diesem Grund besitzen sowohl Desire 12 als auch Desire+ einen microSDXC-Kartenslot. Anders als bei so manchem Konkurrenzprodukt muss er sich den Platz mit dem Dual-SIM-Slot nicht teilen.

Standard-Knipse ohne Überraschungen

Sowohl Desire 12 als auch Desire 12+ reißen in Sachen Kameratechnik keine Bäume aus. Der kleine Bruder kommt mit einem 13 Megapixel auflösenden Modul mit f/2.2-Blende und 25,5 Millimeter Brennweite daher. Immerhin gibt’s HDR und einen Panorama-Modus. Videos landen in FullHD-Auflösung mit lediglich 30 Bildern pro Sekunde auf dem Festspeicher.

Das HTC Desire+ besitzt eine Dualkamera sowie einen Fingerabdrucksensor. Image by Jonas Haller

Im HTC Desire 12+ kommt ein Dual-Kamera-Modul zum Einsatz. Neben der Kamera aus dem Desire 12 sitzt eine zweite Knipse mit 2 Megapixel Auflösung und f/2.4-Blende. Sie ist für die Tiefeninformationen zuständig und sorgt im Modus Bokeh für künstliche Unschärfe. Bewegtbilder zeichnet das Desire 12+ ebenfalls in FullHD-Auflösung auf.

Auch die beiden Frontmodule der Desire-Geräte bieten lediglich Standardkost. Das 5,5 Zoll Gerät besitzt eine 5 Megapixel Frontkamera mit f/2.4-Blende und 720p-Videoaufnahme. Im Desire 12+ ist ein 8 Megapixel Modul mit f/2.0-Blende verbaut. Zudem gibt’s einen eigenen LED-Blitz. Videos können in FullHD-Auflösung aufgezeichnet werden.

Mono-Lautsprecher und Klinkenanschluss an Bord

Audio-Traditionalisten dürfte vor allem der Umstand freuen, dass HTC in beiden Geräten einen 3,5-mm-Klinkenanschluss verbaut. Damit lassen sich herkömmliche Kopfhörer ohne Adapter anstöpseln und nutzen. Allerdings müssen HTC-Fans auf die BoomSound-Stereolautsprecher verzichten. Auf der Unterseite ist lediglich ein Mono-Speaker verbaut, der in beiden Modellen nur mageren Sound von sich gibt.

Beide Desire-Geräte besitzen einen 3,5 mm Klinkenanschluss. Image by Jonas Haller

Etwas mehr Power hätte sicher auch der Akku vertragen. Im Desire 12 integriert der Hersteller einen Energiespender mit einer Kapazität von 2.730 mAh. Auch wenn die verbauten Komponenten immer energiesparender werden, wäre ein größeres Modul sicher nicht verkehrt gewesen. Im Desire 12+ kratzt der Akku zumindest an der 3.000-mAh-Grenze, hier sind es 2.965 mAh. Zudem spendiert HTC den Schnelllade-Standard Quick Charge von Qualcomm.

Abgespecktes HTC Sense bringt Performance

Anders als etwa Nokia verzichtet HTC auf den Einsatz des ressourcenschonenden Android One. Beim Desire 12 ist Android in Version 7.0 Nougat vorinstalliert. Nur bei der Plus-Version kommt die aktuelle Distribution 8.0 Oreo zum Einsatz. Beide Smartphones sind mit der schicken Nutzeroberfläche HTC Sense ausgestattet. Dazu zählen sowohl die optionale News-Sammlung Blinkfeed als auch die Künstliche Intelligenz Sense Companion.

Erstes Fazit HTC Desire 12 und Desire 12+: Preiswerte Mittelklasse-Gerät ohne technischen Schnick-Schnack

Mit dem HTC Desire 12 sowie Desire 12+ bringt der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC seit langer Zeit wieder einmal zwei günstige Geräte für all jene, die einfach nur ein schickes Telefon nutzen wollen. Die Prozessorleistung ist ausreichend. Von Display, Kamera und Lautsprecher sollten wahrlich keine Wunder erwartet werden.

Das HTC Desire 12 wird zum Marktstart Ende April in den Farben Cool Black und Warm Silver verfügbar sein. Image by Jonas Haller

Der Hersteller verzichtet also auf teuren Hardware-Schnick-Schnack und kann so einen attraktiven Preis aufrufen. Für das kleine Modell werden 199 Euro fällig, für die größere Plus-Version schlagen lediglich 249 Euro zu Buche. Beide Geräte werden zum Marktsart Ende April in den Farben Cool Black und Warm Silver verfügbar sein. Alles in allem bietet HTC ein interessantes Gesamtpaket für Smartphone-Neulinge.

Die Alternativen sind in diesem Preissegment allerdings zahlreich. So bieten beispielsweise das Honor 9 Lite, das BQ Aquaris V und das Gigaset GS270 zum Teil bessere Leistungsdaten für einen vergleichbaren Preis. HTC selbst hat mit dem HTC U11 life ebenfalls ein gut ausgestattetes Mittelklasse-Gerät zum schlanken Preis im Sortiment.

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Images by Jonas Haller

About Jonas Haller
Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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