Google I/O – Kotlin für Android als bevorzugte Programmiersprache

Auf der diesjährigen Google I/O in Kalifornien hat Google eine ganze Reihe von Ankündigungen gemacht, die besonders für Android-Entwickler spannend sein dürften. Unter anderem wolle man zukünftig auf Kotlin als bevorzugte Programmiersprache für Android setzen.

Nun stößt Kotlin Java vom Thron

Bereits auf der Google I/O 2017 gab der Tech-Konzern an, Kotlin als offizielle Programmiersprache für Android unterstützen zu wollen. Daraufhin folgte mit Android Studio 3.0 die Integration in die eigene IDE (Entwicklungsumgebung) und die Sprache existierte eine Weile gemeinsam neben Java – der bisherigen Hauptsprache – im Android-Kosmos.

Die offizielle Unterstützung von Kotlin für Android war damals durchaus nahe liegend. So lässt sich die von JetBrains entwickelte Sprache genau wie Java in der JVM (Java Virtual Machine) kompilieren, bietet aber gerade für Entwickler einiges mehr an Komfort. Zudem deutet die große Beliebtheit der Sprache ebenfalls darauf hin. So verwenden laut Google mittlerweile über die Hälfte der professionellen Android-Entwickler Kotlin.

Das tschechische Software-Unternehmen JetBrains ist unter anderem für die Java-IDE IntelliJ verantwortlich. Diese benutzen viele Entwickler neben Android Studio in der Android-Entwicklung.

Nun verkündet Google, dass die typisierte Sprache nicht mehr bloß neben Java existieren soll, sondern dass künftig Kotlin für Android die bevorzugte Programmiersprache darstellen wird. Man empfiehlt Entwicklern dabei sogar, die Sprache für künftige Projekte zu nutzen. Auch will man gemeinsam mit JetBrains und der 2018 gegründeten Kotlin Foundation die Tools und Dokumentationen zur Programmierung mit Kotlin verbessern. Nebenher sollen unter dem Titel „Kotlin/Everywhere“ Trainings zum Umgang mit der Sprache angeboten werden.

Was macht Kotlin so besonders?

Vielen Entwicklern dürfte Kotlin bereits geläufig sein, erfreut sich die Sprache doch jetzt schon großer Beliebtheit. Veröffentlicht wurde sie dabei erst 2016 in einer stabilen Version. Für diejenigen, die die Sprache noch nicht kennen, geben wir einen kleinen Überblick:

Neben der Android-Entwicklung eignet sich Kotlin auch fürs Web und lässt sich in JavaScript übersetzen. Dabei ist die Interoperabilität zu Java besonders praktisch. Kotlin wurde unter der Anforderung mit Java kompatibel zu sein, entwickelt. Deshalb lässt sich in Projekten durchaus Code aus beiden Sprachen verwenden. Das macht Kotlin für Android besonders geeignet und erleichtert sicher in vielen Projekten den Übergang. So kann in bestehendem Java-Code problemlos Kotlin-Code aufgerufen werden. Weiterhin müssen Entwickler in neuen Projekten, die direkt in Kotlin angelegt sind, nicht auf ihre Java-Bibliotheken verzichten und können diese einfach importieren.

Eine moderne Syntax, die das Leben erleichtert

Der eigentliche Vorteil der Sprache liegt aber in seiner modernen und einfachen Syntax. Schließlich lässt sich mit Kotlin eine ganze Menge Boilerplate-Code vermeiden, der in Java noch unumgänglich war. Auch bietet die Sprache einige praktische Funktionen, die die Fehleranfälligkeit des Codes drastisch verringert. So müssen Entwickler beispielsweise explizit deklarieren, ob Variablen den Wert „null“ enthalten können, da sonst Compiler-Errors auftreten. Viele Entwickler werden aufatmen bei dem Gedanken, sich nicht mehr über Javas „NullPointerExceptions“ zur Laufzeit ärgern zu müssen. Vermutlich sind es diese moderneren Aspekte der Sprache, die Google dazu veranlassen, Kotlin als bevorzugte Programmiersprache für Android einzusetzen.

Für mehr Informationen zu Kotlin, solltet ihr euch unbedingt die sehr umfangreiche Dokumentation zu der Sprache aus dem Hause JetBrain anschauen. Google bietet auf seiner Seite ebenfalls eine umfassende Dokumentation zu der Sprache. Zudem findet ihr hier diverse Tutorials zur Nutzung von Kotlin für Android.

Das Buch „Android mit Kotlin – kurz & gut“ hilft euch beim Einstieg in die Programmiersprache (Provisionslink)


Teaser-Image by Kotlin

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About Moritz Stoll
studiert Medieninformatik an der HAW und schreibt für die Netzpiloten. Nebenbei betreibt er einen Comedy-Podcast, und arbeitet als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.

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