Divoom Tivoo im Test – Verspielter Bluetooth-Lautsprecher im Retro-Look

Ein Bluetooth-Lautsprecher in Form eines alten Röhrenfernsehers mit einem stylishen Pixel-Display der Divoom Tivoo gehört zu diesen Geräten, die ich sah und mir sofort dachte: „Das Ding musst du unbedingt mal ausprobieren.“

Auch wenn ich von der Idee des Geräts begeistert war, hielten sich meine Erwartungen im Vorfeld stark in Grenzen. Ich rechnete mit einem lustigen Gadget mehr Spielzeug als ernst zu nehmender Bluetooth-Lautsprecher. Im Test belehrte mich der Divoom Tivoo jedoch schnell eines besseren. Schon die Verpackung machte einen außerordentlich wertigen Eindruck. Keine Pappe, sondern deutlich stabiler und irgendwie elegant. Schon beim Auspacken hatte man das Gefühl, ein hochwertiges Produkt zu bekommen.

Ein hochwertiger Ersteindruck

Neben dem Tivoo selbst, ist im Lieferumfang auch ein USB- und ein AUX-Kabel enthalten, die von Länge und Qualität jedoch eher zweckdienlich gehalten sind. Deutlich wertiger wirkt da der Divoom Tivoo selbst. Statt des erwarteten Plastiks, ist der Speaker mit seinen 380 Gramm für seine Größe recht schwer, vorwiegend aus Metall und fühlt sich hochwertig an.

Auch der Knopf und die beiden Regler sind nicht nur optisches Beiwerk, sondern funktional. Mit dem Knopf wechsle ich wahlweise zwischen Bluetooth oder WLAN-Verbindung. Der Volume-Regler lässt uns die Lautstärke einstellen, während der Kanal-Regler statt Fernsehprogramme einzelne Anwendungen oder Pixelarts durchschaltet, die wir in der App bestimmen können. Dazu aber später mehr.

Divoom Tivoo in der Verpackung
Schon beim Auspacken macht der Divoom Tivoo eine gute Figur.

Klang und Laufzeit des Divoom Tivoo

Wenn wir uns einen Lautsprecher kaufen, wollen wir trotz aller Spielereien vor allem etwas damit hören. Vom Divoom Tivoo dürft ihr keinesfalls klangliche Wunder erwarten. Das Gerät ist nur 8,3 x 8,3 x 10 cm groß und mit einer Ausgangsleistung von 6 Watt eher für den Hörgenuss unterwegs gedacht.

Das erste Klangerlebnis war dennoch ernüchternd. Ich spielte das erste Lied ab, drehte den Soundregler hoch und hörte erstaunlich wenig. Dann kam ich auf die Idee, auch die Wiedergabe-Lautstärke des Smartphones anzupassen und die Welt sah wieder anders aus. Für ein derart kleines Gerät liefert der Divoom Tivoo gut ab, auch der Bass kann sich hören lassen. Es ersetzt natürlich keine hochwertigen Soundsysteme, kann aber einen durchschnittlichen Raum bestens beschallen. Der Fokus liegt als Bluetooth-Lautsprecher allerdings ohnehin auf den transportablen Einsatz.

Wenn der Divoom Tivoo ein Problem hat, dann ist das die Abhängigkeit vom Akku. Was nützt einen der optische Hingucker, wenn er nur einige Stunden hält? Für Musik sind die bis zu 6 Stunden Laufzeit des 3.000mAh-Akkus natürlich völlig in Ordnung. Dass er auch ohne aktive Beschallung ähnlich schnell aufgebraucht ist, stört da schon deutlich mehr. Denn er bietet so viele Features, dass er weit mehr als nur ein einfacher Lautsprecher ist. Möchte man ihn nicht in Reichweite des USB-Kabels aufstellen, ist das schon etwas schade. Entsprechend wäre bei dem sonst so hochwertigen Design ein USB-C-Anschluss eine Überlegung wert gewesen. So braucht der Bluetooth-Lautsprecher ganze drei Stunden, um sich vollständig aufzuladen.

Ist das schon Kunst?

Der Divoom Tivoo ist, wie gesagt, mehr als nur ein einfacher Bluetooth-Lautsprecher. Das liegt an seinem coolen Pixel-Display. Erst mit der Divoom App kommt ihr so in den vollen Genuss des kleinen Geräts. Die bereits erwähnten Kanäle des „Fernsehers“ könnt ihr nämlich unter anderem mit Pixelart belegen.

Im Editor könnt ihr selbst zum Pixel-Artist werden und euch auf dem 16 x 16 Pixel großen Raster austoben. Zwar kann man versuchen, auch Fotos aus der Kamera zu importieren, in der Praxis sind diese aber nicht erkennbar in einer Auflösung von 16 x 16. Ihr könnt auch mehrere Bilder zu einer Animation zusammenfügen. Weniger aufwendig sind Durchlauftexte, auf die sich diverse Effekte anwenden lassen.

Wer selbst nicht ganz so kreativ ist, wenig Zeit hat oder einfach lieber die Profis machen lässt, kann sich auch Designs aus der Gallerie laden, die nach Themen sortiert ist. Dort finden sich teils beeindruckende Animationen. Ich habe ein Kürbisse jonglierendes Skelett, diverse Figuren aus Videospielen und sogar einen Centurion aus der Science Fiction-Serie Battlestar Galactica entdeckt.

Der Divoom Tivoo hat Features ohne Ende

Doch Pixelart ist nicht das einzige, wofür sich der Divoom Tivoo eignet. Geht man links unten auf „Entdecken“ bekommt man eine Vielzahl an Features serviert. Da mein Wecker allmählich den Geist aufgibt, habe ich gleich die Weckfunktion einem Test unterzogen. Der Nutzer kann hier eine Vielzahl vorgefertigter Sounds auswählen oder aber auch einfach das zuletzt gehörte Lied abspielen lassen. Mich hat der vorinstallierte Canon D-Dur sofort abgeholt, der mich jeden Morgen mit Klaviermusik aus dem Schlaf holt.

Die Lautstärke des Weckers könnte lauter sein, hat mich jedoch problemlos die letzten Wochen geweckt. Dass ich keine Einstellungen zum Schlummermodus habe, stört mich persönlich nicht, da ich ohnehin meinen Wecker bewusst so platziere, dass ich aufstehen muss, um ihn auszuschalten. Wichtig: Der Lautsprecher muss nicht angeschaltet sein für die Weckfunktion – die interne Uhr schaltet ihn automatisch ein, wenn es Zeit zum Wecken ist.

Megaman als Pixelart
Megaman ist natürlich wie geschaffen für den Retro-Fernseher.

Doch nicht nur wecken kann der smarte Lautsprecher, sondern auch beim Einschlafen helfen. Eine Auswahl mehrerer Sounds hilft allen, die bei absoluter Stille nicht einschlafen können, besser in den Schlaf zu finden. Nach einer bestimmten Zeit geht der Divoom Tivoo dann in den Standby-Modus oder schaltet sich ab.

Die Lautsprecher erinnern einen wahlweise auch an Termine oder machen auf neue Benachrichtigungen aufmerksam. Ihr habt sogar die Möglichkeit, auf dem Bildschirm zu spielen. Dafür ist allerdings der Bildschirm etwas klein und die Steuerung mit den Reglern etwas umständlich. Auch über eine Stoppuhr, einen Countdown-Zähler und eine Anzeigetafel verfügt die Divoom App. Letzteres könnte eine witzige Idee für beispielsweise YouTuber sein, die im Zweikampf den Zwischenstand stilvoll auf dem Tivoo anzeigen lassen.

In der „Mixer“-Anwendung könnt ihr sogar den DJ in euch wecken. Dabei handelt es sich nämlich nicht um die gleichnamige Streaming-Plattform, sondern um eine kleine Musik-App. In dieser könnt ihr vorgefertigte Songfragmente zu einem Song zusammenmischen. Aber auch diese App ist mit ihren überschaubaren Sounds und nicht ganz so flüssigem Timing mehr eine lustige Spielerei als ein ernst zu nehmendes Tool.

Die Mixer-Anwendung der Divoo App
Die Divoo App hat viele Features unter anderem eine Art DJ Pult.

Fazit: Ein solider Lautsprecher mit Spielfaktor

Der Divoom Tivoo ist nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es rein um den Hörgenuss geht. Zwar überzeugt der Bluetooth-Lautsprecher für seine Größe mit einem ordentlichen Sound, doch für rund 70 Euro gibt es trotzdem stärkere Geräte. Was den Divoom Tivoo einzigartig macht, ist sein Design und die zahlreichen Spielereien. Der Retro-Look als Mini-Fernseher trifft voll ins Schwarze und die Verbindung mit einem Pixel-Display passt einfach perfekt dazu.

Dazu kommt noch eine Zahl an Features, die einen in der leider etwas unübersichtlichen App fast schon erschlagen. Einige davon sind zugegeben nur kleine Spielereien, die man am Ende nicht nutzt. Trotzdem ist der kleine Speaker einfach cool und ein wahrer Hingucker. Beim Tivoo bekommt man nicht nur einen gut verarbeiteten und transportablen Lautsprecher, sondern auch ein cooles Gadget mit vielen Spielereien. Schade nur, dass der Tivoo ohne permanente Stromversorgung nur eine sehr begrenzte Laufzeit als verspielte Dekoration hat. Trotzdem habe ich meinen Tivoo lieb gewonnen, da es einfach ein einzigartiger Speaker ist, der trotz vieler Spielereien auch in seiner Kernkompetenz überzeugt.

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Images by Stefan Reismann

About Stefan Reismann
Bezeichnet sich auf YouTube gerne als social Influencer. Bereichert nun die Netzpiloten als Praktikant in der Redaktion. Multifunktions-Nerd, der sich auch gerne auf Mittelaltermärkten rumtreibt.

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